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nnz-Forum: Pause vom PC - Poppenberg

Mittwoch, 07. Dezember 2011, 06:42 Uhr
nnz-Leser Bodo Schwarzberg war wieder einmal im Harz unterwegs. Was er bei einer Wanderung zum Poppenberg erlebte, das hat er aufgeschrieben und fotografisch festgehalten...


Von jeher ist der Poppenberg ein beliebtes Ausflugsziel der Nordhäuser. Ich selbst zähle ihn zu meinen liebsten Trainingsgebieten, da man auf die kurze Entfernung von Netzkater aus (etwa 3,5 km) bis zum höchsten Punkt immerhin 280 Höhenmeter bewältigen kann. Das ist auch mal schnell "zwischendurch" möglich, wenn danach noch andere Verpflichtungen drängen.

Gestern genehmigte ich mir wieder einmal diese Entspannungszeit, ohne jedoch die sonstigen für einen Aufstieg benötigten 33 Minuten anzustreben. Vielmehr wollte ich einmal nachschauen, ob auf dem Poppenberg schon etwas Schnee liegt. Das Ergebnis sehen Sie hier.
In Netzkater bewunderte ich zunächst das Rote Höhenvieh, das von der Forst-Farm gehalten und gezüchtet wird. Die alte, robuste und wetterfeste Mittelgebirgsrasse war als Harzer Rotes Höhenvieh praktisch ausgestorben und wird nun wieder zurückgezüchtet. Wenn ich das jetzt nicht ganz korrekt geschrieben habe, möge mich Wilfried Forst bitte korrigieren. Im Nordhäuser Harzteil erfüllen die Tiere wichtige Aufgaben bei der Landschaftspflege, wie hier im Gebiet der zuvor lange nicht genutzten Netzwiese bei Netzkater. In Netzkater selbst war von Schnee keine Spur.

Doch noch unterhalb des Aussichtspunktes Schrötersruh sind die ersten gezuckerten Quadratmeter gut zu sehen. Weitere Bilder zeigen einen Blick von der Schrötersruh in Richtung Osten hinunter in der Naturschutzgebiet Brandesbachtal. Dort, wo die dünne Schneedecke schon fast geschlossen ist, haben wir fast die große Wegkreuzung am Molkenborn erreicht. Hier zweigen immerhin fünf Wege ab: Zum Aussichtspunkt Falkenstein halbrechts, nach rechts Richtung Ilfeld, geradeaus hinauf zum Poppenberg und nach links in Richtung Hufhaus. Dann fehlt natürlich noch die Abzweigung nach Netzkater, aber auf der stehe ich ja.

Außer mir war offenbar nur ein weiterer Wanderer aus Richtung Netzkater heute auf dem Poppenberg. Nur eine fremde Fußspur war zu sehen.

Da der Brocken hinter Schneewolken versteckt war, schoss ich vom Poppenturm aus ein Foto in Richtung Kyffhäuser. Auf dem Poppenberg befindet sich eine Harzer Wandernadel, deren Stempel, man höre und staune, noch in Ordnung ist. Im Übrigen kann ich jedem, auch ortsunkundigen Wanderer den Weg von Netzkater über Schrötersruhe zum Poppenberg empfehlen. Dieser Weg ist überwiegend gut mit einem roten Quadrat markiert.

Natürlich kann man auch im Winter ein wenig botanisieren: Ein Bild zeigt ein blühendes Exemplar des Einjährigen Rispengrases Poa annua mitten im Schnee, dessen Blütezeit tatsächlich von Januar bis Dezember reicht. Die unscheinbare Art, die fast überall wächst, kann es in Sachen Robustheit durchaus mit dem Roten Höhenvieh aufnehmen.

Weniger dem Winter verbunden zeigt sich hingegen das jetzt gelbliche Wald-Reitgras Calamagrostis arundinacea. Im Sommer erfreut es uns mit seinen wie "schwebende Watte" erscheinenden zarten Blütenständen im Bergwald.

Obwohl ich erst in fast völliger Dunkelheit wieder den Bahnhof Netzkater erreichte, kam mir kurz vor dem Ziel der kleinen Wanderung tatsächlich noch ein Mann entgegen. Das kommt um diese Zeit eigentlich nur selten vor.
Bodo Schwarzberg
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Autor: nnz

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