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Rot traf Rot

Donnerstag, 18. September 2003, 17:42 Uhr
Nordhausen (nnz). SPD- und PDS-Kommunalpolitiker des Landkreises Nordhausen weilten in dieser Woche zu einem Arbeitsbesuch in Berlin. Dort unterhielten sie sich unter anderem über die Problematik der Ganztagsschulen.


Über Schulen Zu einem Arbeitsbesuch bei Christoph Matschie (SPD), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, hatten sich diese Woche politische Vertreter vom Landkreis und von der Stadt Nordhausen aufgemacht. Es ging bei dem Treffen in Berlin vorrangig um das von der Bundesregierung aufgesetzte Programm zur Förderung von Ganztagsschulen.

Allein für die Investition an den Thüringer Schulen steht künftig ein Betrag von rund 114 Millionen Euro zur Verfügung. Bekanntlich hatte sich die Thüringer Landesregierung nur zögerlich entschlossen, auch für Thüringen die Bundesmittel abzurufen. „Ich kann diese Haltung der Landesregierung nicht verstehen, wo doch die kommunalen Kassen leer sind und jeder Euro in den Schulen zur Renovierung gebraucht wird“, erklärte der für Finanzen zuständige 1. Beigeordnete des Landkreises Nordhausen, Matthias Jendricke (SPD).

Die 2. Beigeordnete Loni Grünwald (PDS), verantwortlich für den Bereich der Schulverwaltung, erläuterte die derzeit im Landkreis Nordhausen anstehende Überarbeitung der Schulnetzkonzeption und machte diesbezüglich auch auf die besonderen Probleme aufmerksam. „Bei der Aufstellung von Ganztagsschulprojekten werden wir bei den Schulen im Landkreis noch einmal Überzeugungsarbeit leisten“, machte Loni Grünwald deutlich.

Dass man in der Stadt Nordhausen mit der schon angelaufenen Ganztagsschule „Käthe Kollwitz“ sogar etwas weiter ist als anderswo, machte Bürgermeister Klaus Wahlbuhl (SPD) klar. Matschie, welcher zugleich auch Vorsitzender der Thüringer SPD ist, zeigte sich beeindruckt über die bereits eingeleiteten Schritte der Stadt Nordhausen. „Wir haben unser Konzept rund und werden jetzt im Oktober die entsprechenden Fördermittel beantragen“, erklärte Wahlbuhl gegenüber der nnz.

Während das Bundesprogramm tatsächliche Investitionen fördert, hatte Thüringen auf die neu eingeführte Förderung der Schuljugendarbeit gesetzt. Enttäuscht zeigten sich allerdings an dieser Stelle die Vertreter des Landkreises von der Thüringer Landesregierung. Zwar hatte man die Mittel für die Schuljugendarbeit aufgestockt, doch dafür rund 300.000 Euro bei der Schülerbeförderung gestrichen. Letztendlich wird jetzt der Landkreis selbst das Geld für die Schülerbeförderung aufbringen und muss sich dies bei den Kommunen über die Kreisumlage zurückholen.
Autor: nnz

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