Besuch bei Schachtbau
Freitag, 25. November 2011, 11:19 Uhr
Für einen interessierten Beobachter wirtschaftlicher Entwicklungen ist es immer aufschlussreich, wenn junge Unternehmer auf erfahrene und erfolgreiche Firmenlenker treffen. Das war gestern einmal mehr der Fall, während des Besuches der Nordthüringer Wirtschaftsjunioren der Firma Schachtbau GmbH in Nordhausen...
Für den Besuch mit vorgesehenem Einblick in Unternehmensgeschichte, Auftrags- und Produktionsumfang und Betriebsbesichtigung waren zwei Stunden vorgesehen. Bei der Verabschiedung durch Thoralf Wilke, Prokurist im Unternehmen, waren mehr als drei Stunden vergangen. Während der den jungen Unternehmern Eindrücke über Entwicklung und aktuelles Geschehen im engeren und weiteren strategischen, betriebswirtschaftlichen aber auch räumlichen Sinne des Unternehmens vermittelt wurden.
Zunächst war es Jürgen Stäter, Geschäftsführer des Unternehmens, der einen Überblick zu dessen Struktur vermittelte, das nach der Wende (in 1992) privatisiert wurde und seitdem zur Bauer-Gruppe – einer Familien-AG – in Schrobenhausen (bei Augsburg) gehört. Stäter hielt sich nicht lange bei der Entwicklung des Unternehmens unter seiner Leitung auf, also seit 1993. Obwohl gerade diese Phase von einem Bergbauspezialdienstleister zu DDR-Zeiten zu einem ausgesprochenen modernen, international ausgerichteten Technologieunternehmen hochinteressant ist. Das Archiv der nnz enthält zahlreiche Artikel der jüngeren Geschichte, die von Jürgen Stäter geprägt sind. Zunächst allerdings hörten die jungen Unternehmer wesentliches über die Bauer-Gruppe, die als Holding seit 7 Jahren Börsen-notiert ist und mit seinen 8 – 10 000 Beschäftigten führend im recht stark fragmentierten Inlandmarkt im Spezialtiefbau tätig ist. Und weltweit eines der größten Unternehmen darstellt. Weltweit gehören mehr als 110 Tochterfirmen in rund 70 Ländern zum Konzern, der über zwei Drittel seiner Leistungen im Ausland erwirtschaftet. Die Geschäftstätigkeit gliedert sich in die drei Bereiche Bau, Maschinen und Resources. Der Konzern weist einen jährlichen Umsatz von ca. 1,4 Mrd. Euro aus, hatte allerdings in 2009 durch die Wirtschaftsflaute einen Einbruch zu verzeichnen, von der er sich aber schon im Folgejahr wieder erholte.
Daran anschließend beschrieb Stäter in sachlich-jovialer Weise die Struktur des von ihm geführten Unternehmen, soweit das zum besseren Verständnis der unternehmerischen Aufgaben nötig schien. Schachtbau beschäftigt annähernd 900 MitarbeiterInnen, kooperiert seit 2003 mit der Hochschule Nordhausen und ist als Ausbildungsbetrieb absolut anerkannt. Von den Beschäftigten sind etwa 80 im Lehrverhältnis. Stäter relativiert übrigens den vielfach behaupteten allgemeinen Fachkräftemangel: er zeichne sich wohl in bestimmten einzelnen Bereichen ab, insgesamt aber sei ein solcher bei vorausschauender Fachkräfteplanung und -ausbildung jedenfalls noch nicht wirklich so dramatisch, wie er vielfach behauptet wird.
Auch Schachtbau verfügt nach den Ausführungen Stäters über unternehmerische Verbindungen und Beteiligungen im In- und Ausland, die bis Kasachstan und Übersee reichen, machte dabei aber gleichzeitig auf den mitunter komplizierten oder auch schwierigen Aufbau von Verbindungen und Verhandlungsführungen aufmerksam, die oft in der völlig anderen Mentalität und wirtschaftlichen Auffassung der potentiellen Partner ihre Begründung haben.
Nach dieser Übersicht zeigte Stäter die wesentlichen Ingenieurbaufelder seines Unternehmens auf: Im Infrastrukturbau realisiert Schachtbau für öffentliche und private Kunden des In- und Auslads im Ingenieurbau und Rekonstruktionen. Dazu gehören zum Beispiel Brückenbauwerke, deren Montage, Verschub, aber auch Instandsetzungen, sowie Verstärkung und Ertüchtigung von Stahltragwerken. Stäter zeigte in dem computergestützten Vortrag jeweils Beispiele.
Im Maschinen- und Anlagenbau fertigt und montiert Schachtbau für nationale und internationale Auftraggeber unter modernsten Bedingungen Produkte des Spezialtiefbaus, Bergbaus und Brückenbaus. Zum Angebotsumfang im Maschinenbau gehört dabei Montage, Schweißen und mechanische Bearbeitung für Unterwagen. Das Portfolio (Auftragsangebot) wird ergänzt durch Aktivitäten im Bereich Umwelttechnik mit den Abteilungen Biogas und Wasserwirtschaft. Deren Umfang rasant zunimmt und inzwischen einen breiten Bereich der Angebotspalette einnimmt.
Im angestammten Bereich des Bergbaus konzentriert sich Schachtbau auf die Planung und Ausführung von Bergbauspezialleistungen aller Art für vertikalen und horizontalen Grubenbau weltweit. Das Unternehmen ist aber auch tätig im Bereich der Auffahrung untertägiger Strecken im Bereich der Lagerung schwach- und mittel-radioaktiven Abfalls. Schacht Konrad oder auch Gorleben sind Beispiele für die Ausführung derartige Aufträge.
Nachdem Jürgen Stäter seinen Vortrag beendet und ihm gestellte Fragen beantwortet hatte, lud Prokurist Thoralf Wilke zur Führung durch das ausgedehnte Gelände und die riesigen Produktionshallen ein. Im Folgenden sahen und erfuhren die Wirtschaftsjunioren eine Menge über die Fertigung von Einzelteilen, Montage – etwa mobiler Bohraggregate und -wägen – sowie der Verladung bzw. Bereitstellung von Brückenteilen zum Straßentransport. Dabei fielen die außerordentlich anschaulich vermittelten Informationen Wilkes auf, die das zuvor von Stäter Gehörte verdeutlichten. Und für die Wirtschaftsjunioren (und den Berichterstatter) eine enorme Wissensbereicherung über das größte Industrieunternehmen dieser Region mit seiner umfangreichen Angebots- und Produktionspalette mit sich gebracht haben dürfte.
Autor: nnzFür den Besuch mit vorgesehenem Einblick in Unternehmensgeschichte, Auftrags- und Produktionsumfang und Betriebsbesichtigung waren zwei Stunden vorgesehen. Bei der Verabschiedung durch Thoralf Wilke, Prokurist im Unternehmen, waren mehr als drei Stunden vergangen. Während der den jungen Unternehmern Eindrücke über Entwicklung und aktuelles Geschehen im engeren und weiteren strategischen, betriebswirtschaftlichen aber auch räumlichen Sinne des Unternehmens vermittelt wurden.
Zunächst war es Jürgen Stäter, Geschäftsführer des Unternehmens, der einen Überblick zu dessen Struktur vermittelte, das nach der Wende (in 1992) privatisiert wurde und seitdem zur Bauer-Gruppe – einer Familien-AG – in Schrobenhausen (bei Augsburg) gehört. Stäter hielt sich nicht lange bei der Entwicklung des Unternehmens unter seiner Leitung auf, also seit 1993. Obwohl gerade diese Phase von einem Bergbauspezialdienstleister zu DDR-Zeiten zu einem ausgesprochenen modernen, international ausgerichteten Technologieunternehmen hochinteressant ist. Das Archiv der nnz enthält zahlreiche Artikel der jüngeren Geschichte, die von Jürgen Stäter geprägt sind. Zunächst allerdings hörten die jungen Unternehmer wesentliches über die Bauer-Gruppe, die als Holding seit 7 Jahren Börsen-notiert ist und mit seinen 8 – 10 000 Beschäftigten führend im recht stark fragmentierten Inlandmarkt im Spezialtiefbau tätig ist. Und weltweit eines der größten Unternehmen darstellt. Weltweit gehören mehr als 110 Tochterfirmen in rund 70 Ländern zum Konzern, der über zwei Drittel seiner Leistungen im Ausland erwirtschaftet. Die Geschäftstätigkeit gliedert sich in die drei Bereiche Bau, Maschinen und Resources. Der Konzern weist einen jährlichen Umsatz von ca. 1,4 Mrd. Euro aus, hatte allerdings in 2009 durch die Wirtschaftsflaute einen Einbruch zu verzeichnen, von der er sich aber schon im Folgejahr wieder erholte.
Daran anschließend beschrieb Stäter in sachlich-jovialer Weise die Struktur des von ihm geführten Unternehmen, soweit das zum besseren Verständnis der unternehmerischen Aufgaben nötig schien. Schachtbau beschäftigt annähernd 900 MitarbeiterInnen, kooperiert seit 2003 mit der Hochschule Nordhausen und ist als Ausbildungsbetrieb absolut anerkannt. Von den Beschäftigten sind etwa 80 im Lehrverhältnis. Stäter relativiert übrigens den vielfach behaupteten allgemeinen Fachkräftemangel: er zeichne sich wohl in bestimmten einzelnen Bereichen ab, insgesamt aber sei ein solcher bei vorausschauender Fachkräfteplanung und -ausbildung jedenfalls noch nicht wirklich so dramatisch, wie er vielfach behauptet wird.
Auch Schachtbau verfügt nach den Ausführungen Stäters über unternehmerische Verbindungen und Beteiligungen im In- und Ausland, die bis Kasachstan und Übersee reichen, machte dabei aber gleichzeitig auf den mitunter komplizierten oder auch schwierigen Aufbau von Verbindungen und Verhandlungsführungen aufmerksam, die oft in der völlig anderen Mentalität und wirtschaftlichen Auffassung der potentiellen Partner ihre Begründung haben.
Nach dieser Übersicht zeigte Stäter die wesentlichen Ingenieurbaufelder seines Unternehmens auf: Im Infrastrukturbau realisiert Schachtbau für öffentliche und private Kunden des In- und Auslads im Ingenieurbau und Rekonstruktionen. Dazu gehören zum Beispiel Brückenbauwerke, deren Montage, Verschub, aber auch Instandsetzungen, sowie Verstärkung und Ertüchtigung von Stahltragwerken. Stäter zeigte in dem computergestützten Vortrag jeweils Beispiele.
Im Maschinen- und Anlagenbau fertigt und montiert Schachtbau für nationale und internationale Auftraggeber unter modernsten Bedingungen Produkte des Spezialtiefbaus, Bergbaus und Brückenbaus. Zum Angebotsumfang im Maschinenbau gehört dabei Montage, Schweißen und mechanische Bearbeitung für Unterwagen. Das Portfolio (Auftragsangebot) wird ergänzt durch Aktivitäten im Bereich Umwelttechnik mit den Abteilungen Biogas und Wasserwirtschaft. Deren Umfang rasant zunimmt und inzwischen einen breiten Bereich der Angebotspalette einnimmt.
Im angestammten Bereich des Bergbaus konzentriert sich Schachtbau auf die Planung und Ausführung von Bergbauspezialleistungen aller Art für vertikalen und horizontalen Grubenbau weltweit. Das Unternehmen ist aber auch tätig im Bereich der Auffahrung untertägiger Strecken im Bereich der Lagerung schwach- und mittel-radioaktiven Abfalls. Schacht Konrad oder auch Gorleben sind Beispiele für die Ausführung derartige Aufträge.
Nachdem Jürgen Stäter seinen Vortrag beendet und ihm gestellte Fragen beantwortet hatte, lud Prokurist Thoralf Wilke zur Führung durch das ausgedehnte Gelände und die riesigen Produktionshallen ein. Im Folgenden sahen und erfuhren die Wirtschaftsjunioren eine Menge über die Fertigung von Einzelteilen, Montage – etwa mobiler Bohraggregate und -wägen – sowie der Verladung bzw. Bereitstellung von Brückenteilen zum Straßentransport. Dabei fielen die außerordentlich anschaulich vermittelten Informationen Wilkes auf, die das zuvor von Stäter Gehörte verdeutlichten. Und für die Wirtschaftsjunioren (und den Berichterstatter) eine enorme Wissensbereicherung über das größte Industrieunternehmen dieser Region mit seiner umfangreichen Angebots- und Produktionspalette mit sich gebracht haben dürfte.










