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35 Jahre im Dienst

Freitag, 25. November 2011, 08:33 Uhr
Mehr als drei Jahrzehnte bietet das Haus der Dienste in der Bochumer Straße in Nordhausen seine Dienste an. Viel hat sich in den 35 Jahren getan. Zeit für einen kurzen Rückblick...

Einladung zur Jubiläumsveranstaltung (Foto: privat) Einladung zur Jubiläumsveranstaltung (Foto: privat)

Schwerpunkte für die Etablierung des Hauses der Dienste aus damaliger Sicht waren die Verbesserung mit Dienstleistungen für die Bevölkerung (Damen- und Herrenmaßschneiderei), die Schaffung eines modernen Friseursalons mit Fußpflege und Kosmetik, die Schaffung eines Medizinischen Zentrums für das Neubaugebiet mit drei Praktischen Ärzten, einem Kinderarzt, einem Zahnarzt und einer Gemeindeschwester. Später kam noch eine Apotheke hinzu. Weiterhin wurde eine moderne Post (Telefon, Geld, Pakete) geschaffen und eine große Bedürfnisanstalt im Keller.

Klaus Vincenz erinnert sich: "Am 4. Januar 1979 war es dann soweit und mir wurde als junger amtierender Direktor von Herrn Beyse (damaliger Bauleiter) der Schlüssel als Rechtsträger übergeben. Es war eine schöne Zeit und einmalig im Bezirk Erfurt, da es das erste Haus dieser Art war. Stadtpark-Restaurant, Kinderkombination, Kaufhalle, Unterführung zum Wohngebiet, das waren täglich die Wege von tausenden Menschen, die uns letztendlich geprägt haben. Wo einst das Eldorado stand, war plötzlich das Haus der Dienste, was vom ersten Tage rege genutzt wurde.

So waren in der 2. Etage durch gezielte Lehrlingsausbildung bald 100 Frauen für Damen und Herrenmaßschneiderei, die keine Konkurrenz von Konsum oder HO scheuen mussten. Das bestätigten schon die vielen Modenschauen, wo meist die Köpfe der Damen in der Haarkosmetik gemacht wurden. Gern erinnere ich mich an die großen Steinbecken bei der Fußpflege in diesem Bereich. Viele kennen die Namen der Friseure heute noch. Gern traf man sich in der 2. Etage in der groß angelegten Kantine bei Frau Treptow.

Kennen Sie noch den Namen des ersten Hausmeisters? Es war der Herr Klare, der gleichzeitig den Schuhschnelldienst im Haus durchführte. Frau Klare war die Leiterin der Komplexannahmestelle im Erdgeschoß mit über 300 Leistungsarten.

Einladung zur Jubiläumsveranstaltung (Foto: privat) Einladung zur Jubiläumsveranstaltung (Foto: privat) Die Ärzte waren vom ersten Tag an stark vertreten. Oben drei Praktische Ärzte und ein Zahnarzt, unten ein Kinderarzt und eine Gemeindeschwester. Bald wurde Herr Backhaus mit ins Boot genommen und es entstand eine Apotheke im Haus. Frau Dr. Zeuner siedelte sich in der 1. Etage bei Reduzierung eines praktischen Arztes an.

Ärzten sagt man ja nach, dass sie besondere Menschen sind. Da wir dieses Privileg schnell gemeinsam ablegen konnten, darf ich sagen, dass sich aus unserer langen Zusammenarbeit eine kollegiale Freundschaft entwickelt hat. Nicht um sonst, haben Sie Ihre Kinder als Nachfolger in dieses Haus geschickt.

Dann kam die politische Wende. Herr Schymura war für die damalige Zeit ein Glücksfall! Über Nacht brach alles zusammen. Keiner wollte mehr Schneidereileistungen, in den Annahmestellen fehlten fast 300 Tonnen Wäsche auf Grund der Schließung von FDGB Heimen. Aus der 2. Etage und Erdgeschoss wurde ein Möbelladen. Die Mitarbeiter, Verkäufer und alle waren zufrieden. Bei den Ärzten hatte sich nicht viel geändert, außer dass sie jetzt Schulden hatten, aber wer hatte die nicht? Frau Bönisch wagte den Schritt in die Selbständigkeit. Bemerkenswert war dabei, wie sie aus einer Hausmeisterwohnung eine Stadtbekannte Kanzlei machte.

In Italien sah ich dann einen kleinen Fahrstuhl, der den statischen Problemen unseres Hauses entsprach. So ein Fahrstuhl wurde mit viel Unterstützung durch die Ämter eingebaut und die 2. Etage bekam Leben durch die Ansiedlung der Arztpraxis Reim. Auch schöne Objekte sind die Physiotherapie Brandner und die Praxis Dr. Klieme geworden. Es war ein Glücksfall für Mieter und Vermieter und rundet die Sache ab.

Aus dieser kleinen Erzählung kann man entnehmen, es war eine schöne, eine andere Zeit und wir waren 35 Jahre jünger."
Autor: nnz

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