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Zum zweitbesten Heimteam

Freitag, 25. November 2011, 06:30 Uhr
Es könnte für den FSV Wacker 90 Nordhausen am Sonnabend möglicherweise das schwerste Auswärtsspiel der ersten Halbserie werden. Als feststehender Herbstmeister reist man nach Arnstadt. Der Vorbericht von Klaus Verkouter...


Dort besteht ab 13.30 Uhr für den SV 09 selbst die wohl letzte Chance, noch etwas für eigene Ambitionen nach oben zu reißen und er würde mit einem Sieg gleichzeitig auch die Wackerverfolger unterstützen. Im Vorjahr gingen die Nordhäuser in beiden Partien gegen Arnstadt fast leer aus. Auswärts setzte es eine enttäuschende 0:2-Niederlage, für die die Trübenbach-Brüder mit ihren Treffern jeweils in der Schlussminute beider Halbzeiten sorgten. Der Bericht über die letzten Minuten las sich auf der Arnstädter Homepage so:

„In der Schlussviertelstunde passierte dann nicht mehr viel, in der Nachspielzeit jedoch überschlugen sich die Ereignisse. Der in den Strafraum der Heimelf eilende Wacker-Keeper Greschke kam zu Fall, reklamierte vehement Elfmeter, doch Schiri Östreich ließ weiterspielen. Arnstadt spielte den Konter aus und Andy Trübenbach hatte keine Mühe, den Ball ins verlassene Tor zum Endstand zu schieben (90. +4). Wegen Schiedsrichterbeleidigung erhielt Greschke im Anschluss die rote Karte.“ Sechs Verwarnungen für Wacker und eine für den SV 09 kamen hinzu.

Hoffentlich kommt Schiedsrichter Carsten Östreich dieses Mal ohne die Karten mit den Herbstfarben aus. Für anreisende Wackerfans sei erwähnt: Das Spiel findet auf dem Kunstrasenplatz „Am Obertunk“ statt.

Zu Hause trennten sich Wacker und Arnstadt in der Rückrunde der Vorsaison in einem guten Spiel 1:1 (Torschützen Marcus Vopel und A. Trübenbach).

Diesen Andy Trübenbach mit bisher acht Saisontreffern und auch Jens Lippert (schon neun Tore) darf die Wackermannschaft keine Sekunde aus den Augen verlieren, weil sie jederzeit für höchste Gefahr sorgen können. Mit neun verschiedenen Torschützen bei 32 erzielten Toren ist der SV 09 fast so erfolgreich wie die Nordhäuser (35). 22-mal konnten die Arnstädter Fans zu Hause jubeln, also mehr als drei Mal pro Begegnung. Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen und Wacker muss sich darauf einstellen.

Im letzten Heimspiel ging der SV 09 Arnstadt gegen den SV SCHOTT Jena zwar beim 0:3 ohne Tor und ohne Punkt vom Feld und er wird allein schon deshalb für einen versöhnlichen Abschluss des Jahres vor eigenem Publikum sorgen wollen. Außerdem gibt es viele alte Rechnungen zu begleichen, was vor allem die etwas reifere Generation noch gut im Gedächtnis haben wird.

Endspiel 1968 (Foto: Archiv Verkouter) Endspiel 1968 (Foto: Archiv Verkouter) Schließlich war viele lange Jahre nicht Kreisnachbar Sondershausen fußballerischer Konkurrent Nr. 1, sondern eben Arnstadt (einst Motor Rudisleben) und man stritt sich oft um den Aufstieg in die DDR-Liga, wie z. B. „Das Volk“ von 1968 beweist (Zeitungsausschnitt).

Entsprechend eng sieht auch die Bilanz zwischen beiden Vereinen aus: In 34 Punktspielen gelangen Wacker nur 13 Siege (12 Unentschieden, 9 Niederlagen) und nur zwei in Arnstadt (1981, 2008). Trainerfuchs Jürgen Heun, ehemals einer der gefürchtetsten DDR-Oberliga-Stürmer, kennt den Nordhäuser Fußball als Spieler beim FC Rot-Weiß Erfurt und langjähriger Verantwortlicher für die Nullneuner. Jörg Goslar, Wackertrainer seit dieser Saison, hat seine Mannschaft aber bisher auch auswärts immer richtig eingestellt und blieb in sechs Spielen noch ohne Niederlage. So soll es möglichst auch am Wochenende bleiben.

Pascal Biank (Foto: Wacker Nordhausen) Pascal Biank (Foto: Wacker Nordhausen) Auch Mittelfeldakteur Pascal Biank (Bild), der den Trainer schon länger kennt, verdeutlicht die aktuelle Situation: „Wir liegen absolut im Soll. Wir haben acht Punkte Vorsprung auf den Zweiten, haben noch kein Spiel verloren und wollen auch am Sonnabend gegen Arnstadt nicht verlieren.“ In die gleiche Kerbe haut auch Alexander „Alu“ Töpfer (Bild), der wieder auf gutem Weg zu alter Form ist.

Zwei Spiele des dann folgenden 15. Spieltages finden zu anderen Terminen statt. Während Jena gegen Altenburg auf den Vormittag verlegt wurde, trifft Wacker bereits am Sonnabend, den 03.12.2011 um 13.30 Uhr im AKS auf den ZFC Meuselwitz II. Die Neuansetzungen erfolgten laut offizieller Mitteilung des TFV "nach Rücksprache mit den betroffenen Teams, unter Berücksichtigung sicherheitsrelevanter Vorgaben und auch in Bezug auf die Festlegungen des Spielausschusses des TFV der entgegengesetzten Ansetzungen der II. Mannschaften."

Heißt auf neuhochthüringischfußballdeutsch: Da die Erste von Meuselwitz am Sonntag, dem eigentlich festgesetzten Termin, ebenfalls ein Pflichtspiel austrägt, muss deren zweite Mannschaft ausweichen. Schade, dass durch diese Entscheidung der geplante und zuschauerfreundlichere Spiel-Sonntag für Wacker entfällt - und damit auch Einnahmen, denn gleichzeitig findet die stets gut besuchte Nordhäuser Turngala statt. Wer sich nicht entscheiden kann, hat ja noch die Möglichkeit, dem Nordhäuser Weihnachtsmarkt einen Besuch abzustatten. Doch zuvor geht die Reise hoffentlich vieler Fans nach Arnstadt.
Klaus Verkouter
Autor: nnz

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