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„Fantastische“ Ehe möglich

Donnerstag, 18. September 2003, 13:47 Uhr
Nordhausen (nnz). Eigentlich ist der Entwurf zum LEP das Papier nicht wert, auf dem er gedruckt wurde. Er war jüngst selbst von Neu-Ministerpräsident Dieter Althaus temporär in der Papierkorb gesteckt worden. Doch im Landkreis Nordhausen will man nun Tatsachen schaffen.


Man will schlicht und ergreifend heiraten. Zwei Einheitsgemeinden wollen sich verbünden. Doch erst einmal der Reihe nach:

Bereits mehrfach äußerte sich in der nnz Ellrichs Bürgermeister Gerald Schröder über künftige Strukturen im Landkreis Nordhausen und darüber hinaus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Ellricher schon vor längerem ihre Fühler in Richtung der Verwaltungsgemeinschaft Südharz-Hohnstein ausstreckten. Gespräche soll es gegeben haben, mehr aber auch nicht. Denn die Ellricher waren nicht davon überzeugt, allein in einer touristischen Ausrichtung die attraktive Mitgift zu sehen. Die Gespräche wurden also abgebrochen.

Nun gelang es der Nordhäuser Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) gestern wieder einmal, in Nebensätzen Wichtiges zu sagen. „Es gibt Gespräche mit Kommunen im Landkreis Nordhausen zur Gebietsreform“, verkündete sie dem Stadtrat. War es nun nichts Neues oder hörte man nicht zu? Unterstellen wir mal das Erste, dann muß es im Nordhäuser Hauptausschuß schon Diskussionen gegeben haben. Nach Informationen der nnz gab es die in Nordhausen genauso wie in Ellrich.

Und da sind wir bei den Vorbereitungen der kommunalen Ehe. Sie soll, da könnten sich die „Regierungschefs“ der Rolandstadt und der Südharzstadt weitgehend einig sein, sehr schnell vorangetrieben werden. In Ellrich will man sich noch einmal hinter verschlossenen Türen unterhalten, vielleicht auch in Nordhausen. Es muß ja nicht, so wird orakelt, zum sofortigen Ehevollzug kommen, eine Verlobung wäre auch möglich, vielleicht sogar angebracht. In Insiderkreisen wird von einer Kooperation zwischen Nordhausen und Ellrich gesprochen, bevor es dann bis zum Jahr 2006 oder 2007 richtig ernst wird. In politischen Grenzen gesehen könnte das sogar klappen. Die geografische Verbindung zwischen beiden „Hoheitsgebieten“ wird aus Nordhäuser Sicht in der Gemarkung von Hörningen hergestellt.

Und schließlich könnte die Einheitsgemeinde Ellrich als Gegenleistung ihre 6.500 Bürger mit einbringen. Das katapultiert dann den „Großraum“ Nordhausen wieder an die Grenze von 50.000 Einwohnern. Die Stadt wird erneut mächtiger, der Landkreis schwächer. Doch das ist eine Entwicklung, die kaum aufzuhalten ist, auch wenn Ministerpräsident Dieter Althaus mit Rücksicht auf die Landtagswahlen über den jetzigen Entwurf des LEP überhaupt nicht mehr amüsiert ist. Der LEP hätte nach Meinung des Kreisvorsitzenden des Gemeinde- und Städtebundes, Jürgen Hohberg, bereits am Beginn dieser Legislaturperiode beschlossen werden müssen. Dann hätte man auch eine Verwaltungs- und Gebietsreform durchziehen können.

Diese Reform wird kommen, sie wird im Herbst 2004 beginnen. Unbeschadet dessen können die Kommunen bereits jetzt damit beginnen, Fakten zu schaffen. Worbis und Leinefelde haben es vorgemacht und dem Landrat im Eichsfeld die Stirn geboten. Und der Eichsfelder Althaus hat diese Entwicklung begrüßt. Da war er bereits Ministerpräsident.
Autor: nnz

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