Nur Verschönerungskur?
Donnerstag, 18. September 2003, 09:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Am Samstag findet auf dem Bahnhof Nordhausen ein großes Bahnhofsfest statt. Doch wie ernst ist es der Deutschen Bahn wirklich mit der Aufwertung des Nordhäuser Bahnhofs? Dazu Anmerkungen der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz.
Bei der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz ist man diesbezüglich sehr skeptisch. Nach den uns vorliegenden Informationen wird der ohnehin schon sehr bummelige RegionalExpreß Halle – Nordhausen – Kassel und zurück nochmals um einige Minuten langsamer. Und um die Durchbindung des RegionalExpreß Northeim – Nordhausen – Erfurt nach Saalfeld steht es auch nicht zum Besten meint Michael Reinboth, Sprecher der Initiative.
Eine wirkliche Verbesserungen der letzten Jahre war die ab Dezember 2002 erfolgte Beschleunigung der Züge nach und von Northeim um knapp 10 Minuten. Aber auch hier gibt es einen Wermutstropfen, denn der für 100 km/h ausgebaute Abschnitt Woffleben – Ellrich wird weiterhin nur mit 70 km/h befahren. Die für viel Geld geschaffene Infrastruktur wird nur unzureichend genutzt. Und die zweite Verbesserung, der InterConnex, geht nicht auf das Konto der DB AG merkt Reinboth an, der sich auch um den geplanten Ausbau des Abschnitts Ellrich – Walkenried der Südharzstrecke Sorge macht. Immerhin wurde dieser von 2003 schon einmal auf 2004 verschoben und fällt damit – wenn überhaupt gebaut wird – voll in das Jahr der Landesgartenschau in Nordhausen.
Busverkehr zur Gartenschau sind eine Horrorvision und könnten Gäste aus Südniedersachsen fernhalten. Bauen muss man demzufolge entweder im zeitigen Frühjahr oder im Spätherbst. Wir wissen aber nicht, ob die DB AG dieses Thema auf der Tagesordnung hat.
Langsamer und mit schlechteren Anschlüssen
Ein Trauerspiel ist laut Reinboth die seit Jahren anhaltende schleichende Verlangsamung des RE Kassel – Halle und zurück. Nun sollen offenbar auf einer Ausbaustrecke Deutsche Einheit wegen schlechter Infrastruktur weitere Minuten drangegeben werden. Obendrein geht in Kassel der Anschluss an den Mitte Deutschland-IC in das Ruhrgebiet verloren und wird durch einen deutlich langsameren Regionalanschluss über die obere Ruhrtalbahn nach Hagen ersetzt.
Ein unerfüllter Wunsch?
Nicht allzu gut scheint es auch um die vom Land Thüringen gewünschte Durchbindung des bisherigen RegionalExpreß Northeim – Erfurt bis nach Saalfeld zu stehen. Im Jahr der Landesgartenschau hätte es gut getan, eine zusätzliche Verbindung nach Südthüringen mit Anschluss an den ICE nach Nürnberg zu bekommen. Es scheinen sich jedoch Sachzwänge aufzutürmen, die man bei Höchste Eisenbahn nicht nachvollziehen kann. In Anbetracht der Bahnsteigsituation in Erfurt müsste man dort doch um jeden Zug froh sein, der durchgebunden wird und nicht rangieren muss wundert sich Michael Reinboth. Der Ausgang der Überlegungen ist wohl noch offen. Aus Nordhausen muss jetzt Druck gemacht werden, damit diese Durchbindung kommt.
Knoten oder Drehscheibe in Nordthüringen?
Nach Meinung der Initiative wird sich bald entscheiden müssen, ob Nordhausen ein rein regionaler Knoten mit wenigen weit laufenden Zügen oder aber eine Drehscheibe in Nordthüringen wird. Man kann sich durchaus vorstellen, dass in Nordhausen Züge mit den Fahrtzielen Saalfeld und Braunschweig verkehren und Verkehrsströme zwischen Erfurt und Ostniedersachsen hier entlang anstatt zwar schnell, doch umwegig und teuer über Göttingen oder gar Kassel geführt werden.
Der Regionalexpress Kassel – Halle muss zusätzlich deutlich beschleunigt werden, um diesen Verkehrsstrom am Südharzrand zu halten und nicht an den Weg über Erfurt zu verlieren. Wenn es nicht gelingt, Durchläufer zu bekommen und vorhandene Züge zu beschleunigen, dann treffen sich in Nordhausen dereinst nur noch Regionalbahnen befürchtet Michael Reinboth. Das Bahnhofsfest bietet sicher Gelegenheit, diese Fragen mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn zu erörtern.
Autor: nnzBei der Initiative Höchste Eisenbahn für den Südharz ist man diesbezüglich sehr skeptisch. Nach den uns vorliegenden Informationen wird der ohnehin schon sehr bummelige RegionalExpreß Halle – Nordhausen – Kassel und zurück nochmals um einige Minuten langsamer. Und um die Durchbindung des RegionalExpreß Northeim – Nordhausen – Erfurt nach Saalfeld steht es auch nicht zum Besten meint Michael Reinboth, Sprecher der Initiative.
Eine wirkliche Verbesserungen der letzten Jahre war die ab Dezember 2002 erfolgte Beschleunigung der Züge nach und von Northeim um knapp 10 Minuten. Aber auch hier gibt es einen Wermutstropfen, denn der für 100 km/h ausgebaute Abschnitt Woffleben – Ellrich wird weiterhin nur mit 70 km/h befahren. Die für viel Geld geschaffene Infrastruktur wird nur unzureichend genutzt. Und die zweite Verbesserung, der InterConnex, geht nicht auf das Konto der DB AG merkt Reinboth an, der sich auch um den geplanten Ausbau des Abschnitts Ellrich – Walkenried der Südharzstrecke Sorge macht. Immerhin wurde dieser von 2003 schon einmal auf 2004 verschoben und fällt damit – wenn überhaupt gebaut wird – voll in das Jahr der Landesgartenschau in Nordhausen.
Busverkehr zur Gartenschau sind eine Horrorvision und könnten Gäste aus Südniedersachsen fernhalten. Bauen muss man demzufolge entweder im zeitigen Frühjahr oder im Spätherbst. Wir wissen aber nicht, ob die DB AG dieses Thema auf der Tagesordnung hat.
Langsamer und mit schlechteren Anschlüssen
Ein Trauerspiel ist laut Reinboth die seit Jahren anhaltende schleichende Verlangsamung des RE Kassel – Halle und zurück. Nun sollen offenbar auf einer Ausbaustrecke Deutsche Einheit wegen schlechter Infrastruktur weitere Minuten drangegeben werden. Obendrein geht in Kassel der Anschluss an den Mitte Deutschland-IC in das Ruhrgebiet verloren und wird durch einen deutlich langsameren Regionalanschluss über die obere Ruhrtalbahn nach Hagen ersetzt.
Ein unerfüllter Wunsch?
Nicht allzu gut scheint es auch um die vom Land Thüringen gewünschte Durchbindung des bisherigen RegionalExpreß Northeim – Erfurt bis nach Saalfeld zu stehen. Im Jahr der Landesgartenschau hätte es gut getan, eine zusätzliche Verbindung nach Südthüringen mit Anschluss an den ICE nach Nürnberg zu bekommen. Es scheinen sich jedoch Sachzwänge aufzutürmen, die man bei Höchste Eisenbahn nicht nachvollziehen kann. In Anbetracht der Bahnsteigsituation in Erfurt müsste man dort doch um jeden Zug froh sein, der durchgebunden wird und nicht rangieren muss wundert sich Michael Reinboth. Der Ausgang der Überlegungen ist wohl noch offen. Aus Nordhausen muss jetzt Druck gemacht werden, damit diese Durchbindung kommt.
Knoten oder Drehscheibe in Nordthüringen?
Nach Meinung der Initiative wird sich bald entscheiden müssen, ob Nordhausen ein rein regionaler Knoten mit wenigen weit laufenden Zügen oder aber eine Drehscheibe in Nordthüringen wird. Man kann sich durchaus vorstellen, dass in Nordhausen Züge mit den Fahrtzielen Saalfeld und Braunschweig verkehren und Verkehrsströme zwischen Erfurt und Ostniedersachsen hier entlang anstatt zwar schnell, doch umwegig und teuer über Göttingen oder gar Kassel geführt werden.
Der Regionalexpress Kassel – Halle muss zusätzlich deutlich beschleunigt werden, um diesen Verkehrsstrom am Südharzrand zu halten und nicht an den Weg über Erfurt zu verlieren. Wenn es nicht gelingt, Durchläufer zu bekommen und vorhandene Züge zu beschleunigen, dann treffen sich in Nordhausen dereinst nur noch Regionalbahnen befürchtet Michael Reinboth. Das Bahnhofsfest bietet sicher Gelegenheit, diese Fragen mit Verantwortlichen der Deutschen Bahn zu erörtern.
