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Das verflixte zweite Jahr

Montag, 14. November 2011, 15:59 Uhr
Mit dem Sonneberger HV gastierte eine ambitionierte Mannschaft der Handball-Thüringenliga am Samstag in der Ballspielhalle. Am Ende des Spieltages kletterten sie um drei Plätze auf Rang drei. Und der Nordhäuser Sportverein...


Eigentlich war Handball an diesem Tag nebensächlich. Zwei tragische Unfälle überschatteten das Wochenende. Durch einen tragischen Unfall verloren die Handballer des NSV unter der Woche Marcus Grimm. Am Freitag dann die nächste schreckliche Nachricht. Das Bundesliga-Schiedsrichtergespann Reiner und Bernd Methe verunglückten tödlich auf dem Weg zum Spielort. Zuschauer und Spieler nahmen mit einer Schweigeminute Anteil den Unglücksfällen.

Danach wurde die Partie von den ausgezeichnet agierenden Schiedsrichtergespann Thomas Näther und Matthias Mischinger aus dem Handball Verband Sachsen Anhalt wieder freigegeben.

Übervorsichtiges Abtasten in den ersten drei Minuten. Die Gäste erwischen den besseren Start und gingen durch einen Treffer von Martin Schmidt in Führung, ehe Steffan Fuhrmann den Ausgleich erzielte.

Für die Nordhäuser war die Begegnung gegen den Sonneberger HV eine echte Bewährungsprobe. Nach vier Niederlagen im Rücken und einer Mannschaft aus dem oberen Tabellendrittel auf dem Parkett, standen die Chancen für die Rolandstädter auf Sturm.

Schnell waren alle Hemmnisse des SHV abgestreift und ihr Angriffswirbel begann. Dem konnte die NSV Abwehr nicht lange stand halten. Bis zum 3:4 sah alles noch gut aus, doch das 3:7 nach 9 Minuten ein erstes Warnsignal. Was folgte war die beste Phase der Hausherren oder die schlechteste der Gäste.

In der 21. Spielminute glichen die Nordhäuser aus und gingen zugleich unter. Die Freude über den Ausgleich wurde durch sechs darauffolgende Treffer der Gäste getoppt. Der 10:15 Pausenstand bereits eine erste Vorentscheidung.

Entsetzen machte sich angesichts der letzten 10 Spielminuten der ersten Halbzeit breit. Bei den Hausherren lagen die Nerven blank. Anstatt den favorisierten SVH unter Druck zu setzten, unter dem Motto „mal sehen was rauskommt“, war ihr Spiel von Unsicherheit geprägt, bemerkenswert jedoch ihre Leidensfähigkeit. Trotz ihrer vornehmen Zurückhaltung bei der Chancenverwertung kämpften sie sich auf 19:21 heran.

Es kam aber wie es kommen musste, wenn man sich seinen Mittel nicht sicher ist. Die gastfreundlichen Hausherren schenkten den Gästen einen Zwischenspurt. Mit dem 19:25 in der 50. Spielminute war die Partie endgültig entschieden. Die verbleibenden Minuten spulte Sonneberg souverän runter, ehe sie sich nach dem Schlusspfiff beim 23:28 freudig in den Armen lagen.

Das verflixte zweite und von allen gefürchtete Jahr schlägt bei den Nordhäusern erbarmungslos zu. An Kampfgeist mangelt es ihnen nicht, ihre Chancenverwertung ist das Problem. Nach verheißungsvollem Auftakt ist ihnen die spielerische Linie abhanden gekommen. Hinzu kommt, dass die zurückliegenden Teams nicht unbedingt Federgewichte der Liga waren. Hätten sie an die Leistung von Goldbach und Werratal anknüpfen können, wären die Punkte nicht auf Reisen gegangen. Jetzt haben sie erst einmal zwei Wochen Zeit bis zur nächsten Begegnung, die es wieder in sich hat. In Mühlhausen wartet der Vfb TM auf die Nordhäuser im Duell der Nordlichter.
Frank Ollech

Sören Ahlert/ Kay Näther/ Stefan Fuhrmann 5/ Christian Müller/ Andreas Ramonat/ Thomas Riemekasten 3/ Martin Stritzel/ Sebastian Kreutz 2/ Christian Flötling 1/ Marc Phillip Tube/ Andre Elster 4/ Michael Spieß 1/ Marcel Effenberger 7
Autor: nnz

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