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Wer oder was ist verantwortlich?

Samstag, 13. September 2003, 07:31 Uhr
Nordhausen (nnz). Für die seit nunmehr drei Jahre andauernden Wirtschaftsflaute und die Massenarbeitslosigkeit, seien Arbeitszeit und zu hohe Gehälter verantwortlich, sagen die Arbeitgeber. Was aber sagen die Gewerkschaften?


Abgesehen davon, dass die Arbeitskosten gerade in der exportorientierten Industrie im Vergleich zu Materialeinsatz und Finanzierungskosten einen geringen Anteil einnehmen, zeige eine gründliche Analyse der Fakten, dass die Lohnentwicklung seit 1995 im internationalen Vergleich die deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit anderen Volkswirtschaften geradezu begünstigt hat. Diese Auffassung vertritt der Nordthüringer DGB-Chef Ulrich Hannemann. Denn nicht die absoluten Arbeitskosten seien entscheidend im Wettbewerb, sondern die Entwicklung der Lohnstückkosten, die Löhne und Gehälter ins Verhältnis zur Produktivität einer Volkswirtschaft stellen.

Nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Lohnstückkosten zwischen 1995 und dem ersten Quartal 2003 gerade um gut drei Prozent gestiegen. Die tatsächlichen Arbeitskosten in Deutschland blieben damit weitgehend stabil, so der Regionsvorsitzende Hannemann. Das Institut komme zu dem Ergebnis, dass der Arbeitsmarkt nicht unter Verkrustung leidet, sondern offentlich ist, dass die deutsche Wirtschaft am meisten unter einer für deutsche Verhältnisse zu restriktiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und einer ebenfalls wachstumsfeindlichen Finanzpolitik der öffentlichen Hand zu leiden hat.
Autor: nnz

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