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Freispruch

Donnerstag, 11. September 2003, 08:45 Uhr
Frei Nordhausen (nnz). Werden sie in Thüringen bleiben, die 83 jungen Handwerksgesellen? Trotz schlechter Auftragslage in handwerklichen Berufen, hatten die jungen Männer und Frauen eine Lehrstelle bekommen. Jetzt gab´s die Gesellenbriefe.


Frei Die erste Stufe auf der Karriereleiter haben sie gestern erklommen, die 83 Junggesellen und Gesellinnen, welche freigesprochen wurden. Eine ganz zünftige Veranstaltung mit Blasmusik in einem Saal der renovierten der Finkenburg war das. Den zukünftigen Gesellen soll der Tag lange in Erinnerung bleiben. Die Kreishandwerkerschaft Nordthüringen überreichte 20 Malern, 17 Tischlern, 13 Friseuren, 11 Elektroinstallateuren, 8 Bäckern, 5 Maurern, 4 Fleischern, 3 Hochbaufacharbeitern und 2 Metallbauern die Gesellenbriefe.

In einer Ansprache des Hauptgeschäftsführers Dr. Bernhard Senft erfuhren die Handwerker, wie es weitergehen kann. Das Lernen dürfe auf keinen Fall aufhören, da die Entwicklung neuer Maschinen und Materialien wesentlich schneller voranschreite als noch vor 10 Jahren. Auch habe das Handwerk jetzt wieder einen viel höheren Stellenwert bekommen. Die Zeit des Improvisierens und der Basteleien aus Material minderwertiger Qualität wäre zum Glück vorbei. Wenn sich die neuen Gesellen die Freude an der Arbeit wachhalten, dann würde ihnen auch das Dazulernen Spaß bereiten und nicht als lästige Pflicht gesehen werden.

Text u. Fotos: Wiethoff Vielleicht finden sich ja einige Gesellen in ein paar Jahren zur Meisterschule in der Finkenburg ein. An der Pflicht zum Meisterbrief möchte die Handwerkerschaft aus Gründen der Qualitätssicherung festhalten. Nicht alle Handwerksberufe würden eine Zukunft haben, aber rund 60 können bestehen bleiben, und das am besten mit Meistern. In keinem anderen europäischen Land gibt es so einen strikten Meisterzwang wie in Deutschland. Dafür sei bei uns auch die Qualität der Ausbildung höher. Ein Geselle ist deswegen eine kreative, vielseitig ausgebildete Fachkraft und kein Hilfsarbeiter, der jeden Tag die selben Handgriffe verrichten muß.

Die Handwerker zeigten sich optimistisch, was ihre Zukunft angeht, mahnten aber auch die Unterstützung durch die Bundesregierung und den Freistaat Thüringen an. Nach der Übergabe der Gesellenbriefe bildete eine gemeinsame Feier in der Gaststätte der Finkenburg den Abschluß.
Autor: nnz

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