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Nordhausen „trifft“ Litauen

Dienstag, 09. September 2003, 14:42 Uhr
Nordhausen (nnz). Im künstlerischen Bereich ist vieles möglich. Selbst ein Aufeinandertreffen der Rolandstadt mit Litauen, wenn auch nur im virtuellen Sinn. Was sich dahinter verbirgt, das erläutert Heidelore Kneffel den Lesern der nnz mit einem Klick auf MEHR.


Am Sonnabend, dem 20. September 2003, ist der aus Litauen stammende Maler und Komponist Mikalogus Konstantinas Čiurlionis in der Dichterstätte in Limlingerode zu Gast. Er selbst kann nicht erscheinen, denn sein Leben währte von 1875 – 1911. Dass dieser zweifach begabte Mann vorgestellt wird, hat für die Mitglieder des Fördervereins mehrere Gründe. Der eine liegt darin, dass in der Dichterstätte neben der Kunst des Dichtens auch die Schwesternkünste beheimatet sind. Deshalb heißt der anheimelnde Veranstaltungsraum auch „Salong Musenbundt“. Čiurlionis, als Musiker und Komponist ausgebildet, schuf etwa 200 Musikwerke.

Seit 1904 beginnt er, sich autodidaktisch auch der Malerei zu nähern. Sie entsteht parallel zu seinem musikpädagogischen und kompositorischen Schaffen. Die Verflechtung der beiden Künste macht Čiurlionis unverwechselbar. Er ist bestrebt, die Zeit visuell zu erfassen und zu gestalten. Ulrike Müller aus Weimar stellt am 20.09. die Musik des Litauers mit improvisierten Beispielen am Klavier der Dichterstätte vor.

Der zweite Grund, Čiurlionis vorzustellen, ist begründet in den Kunstausstellungen, die es im Haus Lange Reihe 11 in Limlingerode seit Dezember 2002 gibt. In der Zwischenzeit kann die „4. HausART“ eröffnet werden. Die Künstlerin Karin Kisker begegnete den Malereien Čiurlionis bei einer Ausstellung in Köln, in der auch seine Musik zu hören war. Angeregt von Blättern in einer Mappe mit Kunstdrucken des Litauers schuf sie eine Serie farbiger Überzeichnungen. Darunter sind mehrere Porträts literarischer Persönlichkeiten, aber auch Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis wurden ins Bild gesetzt. Ihnen zugesellt ist eine stilisierte Engelsfigur, von mittelalterlicher Malerei inspiriert.

Es ist spannend zu beobachten, wie die künstlerische Handschrift Karin Kiskers mit der von Čiurlionis korrespondiert. Eigens für die Veranstaltung in der Dichterstätte Sarah Kirsch schuf sie auch einen „Brief von Lange Reihe 11“, in dem sie in ihrer kaligraphischen Handschrift festgehalten hat, was sie an dem Musiker und Maler aus Litauen fesselt und wie es zu ihren Überzeichnungen der Kunstdrucke kam . Selbstverständlich sind einige Kunstwerke im Brief abgedruckt. Wer bei dieser „Dichtung in Farbe und Klang“ dabeisein möchte, ist am 20.09.2003 um 14.30 Uhr herzlich willkommen.
Autor: nnz

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