Briefe aus Bad Füssing (1)
Samstag, 06. September 2003, 13:29 Uhr
Nordhausen/Bad Füssing (nnz). Der eine oder andere nnz-Leser kann sich vielleicht an die erste Auflage der Briefe aus Bad Füssing erinnern. Jetzt soll mit dem Abstand von einem Jahr eine zweite Staffel folgen. Sie beginnt mit interessanten Erscheinungen und Abläufen in der Nordhäuser Parteienszene.
Obwohl es viele kommunale Politikerfürsten in der Rolandstadt immer noch offiziell abstreiten, die Vorbereitung auf den Kampf um Stadt- oder Gemeinderat aber auch um den künftigen Kreistag hat schon längst begonnen. Erst einmal soll in trauter Gemeinsamkeit eine Selbstverpflichtung zur Plakatierung erfolgen (nnz berichtete), schließlich ist übertriebene Wahlwerbung dem Gesamtbild einer Landesgartenschau eher abträglich. Doch dann ist mit der Gemeinsamkeit auch schon Schluß, schließlich wird und muß im nächsten Jahr gekämpft werden.
Und es müssen die Kandidaten ins Rennen gebracht werden. Die SPD in Nordhausen will sich Ende September einen Kandidaten oder eine Kandidatin für den begehrten Sitz im Landtag küren. Für Insider ist allerdings das Geschlechtsproblem bereits gelöst. Sieht man auf Absender der jüngsten Pressemitteilungen der Sozialdemokraten, dann gibt es ihn bereits: Den Kandidaten! Sein Name: Andreas Wieninger! Der Mann mit Erfahrung im Stadtrat, als Ausschussvorsitzender, als Betriebsrat bei der Bahn, als ehrenamtlicher DGB-Vorsitzender der Region soll an der Seite von Dagmar Becker die Reihen der SPD-Landtagsfraktion stärken.
Die PDS in Nordhausen wird sich noch gedulden, erst muß der große Parteitag Klarheit schaffen und vor allem Matthias Mitteldorf muß noch ausharren. Auch der Direktkandidat der CDU scheint personell sicher: Dr. Klaus Zeh, jetziger Minister im Althaus-Kabinett, wird (muß) eine neue Runde wagen, ebenso gilt Egon Primas als gesetzt. Doch interessanter wird die Vorwahlangelegenheit für den Stadtrat, und das vor allem aus Sicht der Christdemokratie. Mehr als 30 Vorschläge kann der Nordhäuser Verband machen. Und die Gremien in diesem Verband haben da ein Wörtchen mitzureden. Junge Union, Frauen-Union, Senioren-Union und die Mittelstandsvereinigung der CDU. Die hatte ja erst kürzlich einen Kreisverband reaktiviert. Und der schickte denn auch mehr als zehn Vorschläge. Doch postwendend erhielten die kreislichen Mittelständler einen Brief, in dem mitgeteilt wurde, dass ein Kreisverband keine Kandidaten benennen könne. Also musste ein Ortsverband her, der blitzschnell ins politische Leben gerufen wurde. Dessen Vorsitzender ist der Stepel-Wirt Martin Höfer. Und so ist dieser Name denn auch auf der Vorschlagsliste zu finden. Insider dieser Stadt wissen schon lange, dass es Höfer wieder zurückzieht in den Stadtrat, dem er in er ersten Legislatur (damals noch Stadtverordnetenversammlung) bereits angehörte. Viele erinnern sich zum Teil schmerzhaft an seine Soli und an das Fraktionsende des Martin Höfer, als er mit zwei Liberalen eine eigene Fraktion für Nordhausen aufmachte.
Jetzt macht der Martin also mobil, ihm ist es egal, auf welchen Listenplatz er aufgestellt wird, die Menschen in Nordhausen kennen und wählen mich, ist sich Höfer ziemlich sicher. Und er plant schon. Eigene Plakate will er gestalten, bezahlen und aufhängen. Die sollen sich vom Markting-Einheitsbrei, auch seiner Partei, abheben. Und Martin Höfer hat ein klar formuliertes Ziel. Er hat es auf die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Ausschuß abgesehen. Der aber wird noch nicht verraten, denn dann würde die Aufgeregtheit in seiner eigenen (?) Partei und darüber hinaus ein zu hohes Maß annehmen.
Die kommunalen Wahlen in Nordhausen werden also recht amüsant, spannend und interessant. Wäre nicht Höfer, wie wollten sich SPD, CDU und PDS auch bei den Wählern empfehlen, schließlich haben sie die Politik in der Rolandstadt doch die letzten Jahre in oftmals trauter Gemeinsamkeit zelebriert.
Auch im bayerischen Bad Füssing ist gerade Wahlkampf angesagt. Es geht um den Landtag, doch da ist – im Gegensatz zu Thüringen oder Nordhausen - natürlich alles klar. Der Sieger steht fest, es geht nur noch um das Rekordergebnis für die CSU. Das bemerkt der interessierte Beobachter auch an der zurückhaltenden Art und Weise der Plakatierung, nicht nur in Bad Füssing.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnzObwohl es viele kommunale Politikerfürsten in der Rolandstadt immer noch offiziell abstreiten, die Vorbereitung auf den Kampf um Stadt- oder Gemeinderat aber auch um den künftigen Kreistag hat schon längst begonnen. Erst einmal soll in trauter Gemeinsamkeit eine Selbstverpflichtung zur Plakatierung erfolgen (nnz berichtete), schließlich ist übertriebene Wahlwerbung dem Gesamtbild einer Landesgartenschau eher abträglich. Doch dann ist mit der Gemeinsamkeit auch schon Schluß, schließlich wird und muß im nächsten Jahr gekämpft werden.
Und es müssen die Kandidaten ins Rennen gebracht werden. Die SPD in Nordhausen will sich Ende September einen Kandidaten oder eine Kandidatin für den begehrten Sitz im Landtag küren. Für Insider ist allerdings das Geschlechtsproblem bereits gelöst. Sieht man auf Absender der jüngsten Pressemitteilungen der Sozialdemokraten, dann gibt es ihn bereits: Den Kandidaten! Sein Name: Andreas Wieninger! Der Mann mit Erfahrung im Stadtrat, als Ausschussvorsitzender, als Betriebsrat bei der Bahn, als ehrenamtlicher DGB-Vorsitzender der Region soll an der Seite von Dagmar Becker die Reihen der SPD-Landtagsfraktion stärken.
Die PDS in Nordhausen wird sich noch gedulden, erst muß der große Parteitag Klarheit schaffen und vor allem Matthias Mitteldorf muß noch ausharren. Auch der Direktkandidat der CDU scheint personell sicher: Dr. Klaus Zeh, jetziger Minister im Althaus-Kabinett, wird (muß) eine neue Runde wagen, ebenso gilt Egon Primas als gesetzt. Doch interessanter wird die Vorwahlangelegenheit für den Stadtrat, und das vor allem aus Sicht der Christdemokratie. Mehr als 30 Vorschläge kann der Nordhäuser Verband machen. Und die Gremien in diesem Verband haben da ein Wörtchen mitzureden. Junge Union, Frauen-Union, Senioren-Union und die Mittelstandsvereinigung der CDU. Die hatte ja erst kürzlich einen Kreisverband reaktiviert. Und der schickte denn auch mehr als zehn Vorschläge. Doch postwendend erhielten die kreislichen Mittelständler einen Brief, in dem mitgeteilt wurde, dass ein Kreisverband keine Kandidaten benennen könne. Also musste ein Ortsverband her, der blitzschnell ins politische Leben gerufen wurde. Dessen Vorsitzender ist der Stepel-Wirt Martin Höfer. Und so ist dieser Name denn auch auf der Vorschlagsliste zu finden. Insider dieser Stadt wissen schon lange, dass es Höfer wieder zurückzieht in den Stadtrat, dem er in er ersten Legislatur (damals noch Stadtverordnetenversammlung) bereits angehörte. Viele erinnern sich zum Teil schmerzhaft an seine Soli und an das Fraktionsende des Martin Höfer, als er mit zwei Liberalen eine eigene Fraktion für Nordhausen aufmachte.
Jetzt macht der Martin also mobil, ihm ist es egal, auf welchen Listenplatz er aufgestellt wird, die Menschen in Nordhausen kennen und wählen mich, ist sich Höfer ziemlich sicher. Und er plant schon. Eigene Plakate will er gestalten, bezahlen und aufhängen. Die sollen sich vom Markting-Einheitsbrei, auch seiner Partei, abheben. Und Martin Höfer hat ein klar formuliertes Ziel. Er hat es auf die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Ausschuß abgesehen. Der aber wird noch nicht verraten, denn dann würde die Aufgeregtheit in seiner eigenen (?) Partei und darüber hinaus ein zu hohes Maß annehmen.
Die kommunalen Wahlen in Nordhausen werden also recht amüsant, spannend und interessant. Wäre nicht Höfer, wie wollten sich SPD, CDU und PDS auch bei den Wählern empfehlen, schließlich haben sie die Politik in der Rolandstadt doch die letzten Jahre in oftmals trauter Gemeinsamkeit zelebriert.
Auch im bayerischen Bad Füssing ist gerade Wahlkampf angesagt. Es geht um den Landtag, doch da ist – im Gegensatz zu Thüringen oder Nordhausen - natürlich alles klar. Der Sieger steht fest, es geht nur noch um das Rekordergebnis für die CSU. Das bemerkt der interessierte Beobachter auch an der zurückhaltenden Art und Weise der Plakatierung, nicht nur in Bad Füssing.
Peter-Stefan Greiner
