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Intensive Verhandlungen aber keine Entscheidung

Donnerstag, 22. Februar 2001, 16:10 Uhr
Bleicherode (nnz). Erneut liegt fast eine Woche intensiver Verhandlungen hinter Carsten Bloss. Der Insolvenzverwalter für die Deusa GmbH will immer noch nicht aufgeben. Eine Lösung hat der trotzdem nicht präsentieren können. Noch nicht! Morgen wird er erneut nach Frankfurt am Main fahren. Seine Gesprächspartner sitzen in einem großen gläsernen Büro, verwalten Millionen, checken Bilanzen, sind nüchterne Zahlenstrategen der Deutschen Verkehrsbank (DBV). Die DVB ist es, die bislang einem Verkauf der Deusa an das Lübecker Handelhaus nicht zustimmte. Das Angebot der Lübecker sei der DBV als Hauptgläubigerin zu gering. Klar, daß nicht nur die Frankfurter, sondern auch die Lübecker hervorragend im Pokern sind. Die Lübecker sind der einzige Interessent für die Deusa. Waren sie es nicht schon immer? Sie wollen den Preis bestimmen, für sie wäre die untere Schmerzgrenze ideal, für die Banker in Frankfurt die obere. Ob zwischen diesen Grenzen noch ein Mittelwert gefunden werden kann, scheint fraglich. Bislang konnten auch die massiven Interventionen der Wirtschaftsministerien in Berlin und Erfurt, konnte selbst das Bundeskanzleramt nichts bewegen. Es wird für Carsten Bloss morgen vermutlich der letzte Gang nach Frankfurt. Am Wochenende ist dann entschieden, ob es in Bleicherode weitergeht. Vielleicht sollte alle beteiligten Seiten in Lübeck wie in Frankfurt in einer stillen Stunde auch darüber nachdenken, daß es neben den Zahlen, Strategien und Bilanzen um Menschen geht, die außer ihrem Job bei der Deusa kaum eine Alternative in dieser Region haben. Auch das ist das eigentlich Bedrückende.
Autor: psg

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