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Apfelbäume im Hospiz

Montag, 17. Oktober 2011, 09:34 Uhr
Haus Geborgenheit (Foto: privat) Haus Geborgenheit (Foto: privat)
„Und wenn morgen die Welt unterginge, so würde ich heute noch einen Apfelbaum pflanzen“. So oder so ähnlich soll es Martin Luther zum Ausdruck gebracht haben, was ihm das Leben und sein Enden bedeutet. Der Apfel ist ein Zeichen für den Willen des Menschen angesichts der größten Not und Bedrängnis trotzdem zu leben...

Aktion im Hospiz (Foto: privat) Aktion im Hospiz (Foto: privat)

Das ist die Situation von Menschen, die die letzte Lebenszeit in einer Hospiz- und Palliativeinrichtung in Deutschland verleben. Deshalb pflanzt die Bundes-Hospiz-Akademie als Ausdruck dieses Lebenszeichens gemeinsam mit den Hospizen Apfelbäume. Hospiz- und Palliativeinrichtungen verfügen oftmals über spezifisch angelegte Gärten. Auffällig ist, dass Apfelbäume dabei bislang so gut wie gar nicht vorkommen.

Das Apfelbaumprojekt der Bundes-Hospiz-Akademie will dieses ändern und sie hatte Mitte 2010 alle Hospiz- und Palliativeinrichtungen in Deutschland gebeten, sich für eine gemeinsame Apfelbaumpflanzung im Garten der Einrichtung zu bewerben. Beworben haben sich fast 50 stationäre und ambulante Einrichtungen und seit Anfang 2011 wurden in gemeinsamen Pflanzaktionen hochstämmige Apfelsorten alter Sorten bereits in sieben Einrichtungen gepflanzt – so die Erläuterungen der Bundes-Hospiz-Akademie zu dem Projekt.


Das Christliche Hospiz „Haus Geborgenheit“ hatte sich ebenfalls beworben und wurde von der Bundes-Hospiz-Akademie mit ausgewählt. Am Freitag, dem 28. Oktober 2011 um 14:00 Uhr wird in Neustadt im Christlichen Hospiz „Haus Geborgenheit“ eine weitere alte Apfelsorte, ein Grafensteiner, in einem Hospiz gepflanzt.

Dieses geschieht in einer gemeinsamen Aktion mit der örtlichen Kirchengemeinde St. Georg aus Neustadt, den Hortkindern des ökumenischen Kindergartens aus Nordhausen, die im Frühjahr bereits die Hospizwand gestaltet haben, dem Hospiz-und Palliativverein von Nordhausen sowie der Palliativstation des Südharz-Krankenhauses in Nordhausen.

Diese gemeinsame Apfelbaumpflanzung „Zeichen des trotzdem Lebens“ verbindet die Hospizarbeit und die örtliche Kirchengemeinde und ist darüber hinaus ein generationsübergreifendes Projekt.

Auf dem Programm stehen weiter ein geistlicher Impuls, die musikalische Umrahmung durch die Posaunenbläser des Kirchenkreises, ein Beitrag der Hortkinder sowie einem abschließenden Kaffeetrinken mit Apfelkuchen.
Matthias Schüler
Autor: nnz

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