nnz-Forum: Wie weiter in NSW?
Freitag, 05. September 2003, 17:28 Uhr
Nordhausen (nnz). Der Fall WICO in Niedersachswerfen beschäftigt auch die Leser der nnz. Die nnz-Redaktion hatte in den zurückliegenden Tagen über den beabsichtigten Verkauf von Maschinen und Anlagen berichtet. Jetzt dazu ein Beitrag im Forum.
Ein sehr großes Industriegebiet, erschlossen mit Schiene und neuer, mit viel Steuergeldern bezahlter Kohnstein Brücke in das Industriegebiet Niedersachswerfen / Kohnstein steht offenbar zur Disposition. Es deutet sich an, was seit einigen Jahren vermutet worden ist, eine industrielle Tradition geht mit dem Ende des ehemaligen Gipswerkes Niedersachswerfen, zuletzt Wildgruber Baustoffwerke in der Region Nordhausen einem unrühmlichen Ende entgegen. Einst übernahm die BASF als IG Farben die Rechte am Gips- und Anhydritvorkommen am Kohnstein von den Gips- und Gipsdielenwerken Süßmilch ( Leipzig), später gehörte das Werk zu den VEB Leuna-Werke bei Merseburg.
Im sog. Dritten Reich führten Wifo, IG Farben und die SS-Mittelwerke unter massivem Einsatz von Zwangsarbeit und KZ Mittelbau- Dora kriegswichtige Projekte durch, sicher klar ein sehr unrühmlicher Teil unserer jüngeren regionalen Geschichte. Zu DDR Zeiten war das Werk ein bedeutender Roh-, Zuschlagstoff- und Baustofflieferant.
Nach der Wende lag der Schwerpunkt im Baustoffsektor, die allg. Krise am Markt und glaubt man den Berichten von zuletzt Verantwortlichen, Fehler im Management, führten in die Insolvenz. Bedauerlich und offenbar nicht mehr zu ändern: Mehr als 100 Arbeits- und Ausbildungsplätze sind wieder verloren und das die Verantwortlichen insbesondere der Politik hierzu schweigen, ist ein erneuter Beweis für Inkompetenz und Unvermögen, schließlich lagen Ideen vor, die auch im Vorfeld durch die Insolvenzverwaltung, einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei, eher abweisend behandelt worden sind, wie der Autor bestätigen kann. Doch nun muss die Politik sich fragen lassen, was aus dem großen Industriegebiet wird und ob in der goldenen Aue in der Tat bei diesen großen zusammenhängenden Flächen ein neues Industriegebiet aus dem Boden gestampft wird, mit Fördermitteln- wie sich von selbst versteht.
Natürlich erscheinen hier auch Fragen der Nutzung des Gips- und Anhydritvorkommen am Kohnstein in neuem Licht, wozu bei Neustadt oder überhaupt neue Vorkommen erschließen? Was wird mit der Rekultivierung des Kohnstein, werden wir bald Hunderte von in die Sozialhilfe abgedrängten Menschen sehn, die mit Hacke und Schaufel den Kohnstein Tagebau rekultivieren, und kommt es in der Folge zu einem großen Gedächtnisort für Zwangsarbeit und Raketentechnik? Die Thüringer Landesregierung muss sich fragen lassen, warum Sie nicht ein innovatives Konzept in Forschung und Entwicklung für Innovationen rund um Gips und Anhydrit unterstützt, noch sind Fachwissen und Kompetenz im ehemaligen Gipswerk vorhanden. Nächstes Jahr sind Landtagswahlen, es gibt ja Minister mit zweifellos großem Einfluss in Erfurt, die mit Nordhausen verbunden sind, die Bürger erwarten Antworten und Krisenstrategien, die sofort in Taten umgesetzt werden müssen.
Tim Schäfer, Niedersachswerfen
Ein sehr großes Industriegebiet, erschlossen mit Schiene und neuer, mit viel Steuergeldern bezahlter Kohnstein Brücke in das Industriegebiet Niedersachswerfen / Kohnstein steht offenbar zur Disposition. Es deutet sich an, was seit einigen Jahren vermutet worden ist, eine industrielle Tradition geht mit dem Ende des ehemaligen Gipswerkes Niedersachswerfen, zuletzt Wildgruber Baustoffwerke in der Region Nordhausen einem unrühmlichen Ende entgegen. Einst übernahm die BASF als IG Farben die Rechte am Gips- und Anhydritvorkommen am Kohnstein von den Gips- und Gipsdielenwerken Süßmilch ( Leipzig), später gehörte das Werk zu den VEB Leuna-Werke bei Merseburg.
Im sog. Dritten Reich führten Wifo, IG Farben und die SS-Mittelwerke unter massivem Einsatz von Zwangsarbeit und KZ Mittelbau- Dora kriegswichtige Projekte durch, sicher klar ein sehr unrühmlicher Teil unserer jüngeren regionalen Geschichte. Zu DDR Zeiten war das Werk ein bedeutender Roh-, Zuschlagstoff- und Baustofflieferant.
Nach der Wende lag der Schwerpunkt im Baustoffsektor, die allg. Krise am Markt und glaubt man den Berichten von zuletzt Verantwortlichen, Fehler im Management, führten in die Insolvenz. Bedauerlich und offenbar nicht mehr zu ändern: Mehr als 100 Arbeits- und Ausbildungsplätze sind wieder verloren und das die Verantwortlichen insbesondere der Politik hierzu schweigen, ist ein erneuter Beweis für Inkompetenz und Unvermögen, schließlich lagen Ideen vor, die auch im Vorfeld durch die Insolvenzverwaltung, einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei, eher abweisend behandelt worden sind, wie der Autor bestätigen kann. Doch nun muss die Politik sich fragen lassen, was aus dem großen Industriegebiet wird und ob in der goldenen Aue in der Tat bei diesen großen zusammenhängenden Flächen ein neues Industriegebiet aus dem Boden gestampft wird, mit Fördermitteln- wie sich von selbst versteht.
Natürlich erscheinen hier auch Fragen der Nutzung des Gips- und Anhydritvorkommen am Kohnstein in neuem Licht, wozu bei Neustadt oder überhaupt neue Vorkommen erschließen? Was wird mit der Rekultivierung des Kohnstein, werden wir bald Hunderte von in die Sozialhilfe abgedrängten Menschen sehn, die mit Hacke und Schaufel den Kohnstein Tagebau rekultivieren, und kommt es in der Folge zu einem großen Gedächtnisort für Zwangsarbeit und Raketentechnik? Die Thüringer Landesregierung muss sich fragen lassen, warum Sie nicht ein innovatives Konzept in Forschung und Entwicklung für Innovationen rund um Gips und Anhydrit unterstützt, noch sind Fachwissen und Kompetenz im ehemaligen Gipswerk vorhanden. Nächstes Jahr sind Landtagswahlen, es gibt ja Minister mit zweifellos großem Einfluss in Erfurt, die mit Nordhausen verbunden sind, die Bürger erwarten Antworten und Krisenstrategien, die sofort in Taten umgesetzt werden müssen.
Tim Schäfer, Niedersachswerfen
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