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Fast 300 ohne Ausbildung

Freitag, 05. September 2003, 06:56 Uhr
Nordhausen (nnz). Letztlich ist der Markt der Ausbildungsstellen nur das Spiegelbild des Arbeitsmarktes. Da sieht es – trotz leichter Entspannung – keinesfalls rosig aus. Auch die Situation der Azubis muß in diesem Jahr Sorgen wecken. Fast 300 junge Menschen im Landkreis Nordhausen haben noch keine Lehrstelle.


Im August meldeten sich nochmals 126 Schulabgänger, die bisher noch nicht die Beratung im Arbeitsamt in Anspruch genommen hatten. Diese Jugendlichen haben selbst noch keinen Ausbildungsplatz gefunden oder während der ersten Wochen in der Ausbildung ihren Lehrvertrag aus den verschiedensten Gründen gekündigt. Im August des Vorjahres sprachen 119 Schulabgänger bei den Berufsberatern neu vor. Die Zahl der zu betreuenden Jugendlichen ist damit seit Beginn des Berufsberatungsjahres auf 4.696 angestiegen, und ist um 15 höher als vor einem Jahr.


Bewerber nach Schulausbildung
Die neuen 126 Bewerber haben die verschiedensten Schulabschlüsse, 15 können keinen Schulabschluss nachweisen, 13 beendeten eine Sonderschule, 39 wiesen einen Hauptschulabschluss nach, und über 39 haben die mittlere Reife sowie 17 die Fachhochschul- oder Hochschulreife abgelegt. Ein Vergleich aller Bewerber zeigt zum Vorjahr weniger Bewerber mit mittlerer Reife oder Hauptschulabschluss auf, dagegen ist eine leichte Zunahme der Sonderschüler und der Jugendlichen ohne Schulabschluss zu verzeichnen.


1.624 betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet
Seit Beginn des Berufsberatungsjahres konnten die Berufsberater 1.624 betriebliche Ausbildungsstellen zur Vermittlung Jugendlicher akquirieren. Damit standen 45 Lehrstellen mehr zur Verfügung als im Vorjahreszeitraum. Zusätzlich zu den betrieblichen Ausbildungsstellen wurden im August 710 geförderte Ausbildungsstellen eingerichtet und besetzt. 397 dieser Stellen werden nach dem Dritten Buch, Sozialgesetzbuch, SGB III gefördert und stehen für die Ausbildung von Jugendlichen mit Abschluss einer Sonderschule zur Verfügung. Aus dem Sonderprogramm Zukunftsinitiative des Bundes und der Länder konnten 257 Bewerber im August versorgt werden, und 24 junge Arbeitslose ohne Berufsabschluss erhielten eine Chance für eine Ausbildung über die Förderung des Jugendsofortprogramms. Im August haben bereits zwei Schwerbehinderte eine geförderte Ausbildung begonnen, die meisten Betroffenen haben erst Ende September Ausbildungsbeginn.

Unter Berücksichtigung der geförderten Ausbildungsmöglichkeiten standen aus Handwerksbetrieben nur 18 Stellen weniger zur Verfügung und aus Betrieben, die zur Industrie- und Handelskammer gehören, sogar 43 mehr. Steuerberatungsunternehmen haben für 118 Auszubildende einen Platz dem Arbeitsamt gemeldet, vor einem Jahr waren die Angebote doppelt so hoch. Die zugehörigen Unternehmen der Landwirtschaftskammer haben einschließlich der geförderten Lehrstellen 135 Ausbildungsplätze angeboten, 35 mehr als vor einem Jahr. Ende August waren 43 Ausbildungsplätze für Metallberufe, insgesamt 65 für Ernährungsberufe und 57 in der Berufsgruppe der Körperpfleger, Gästebetreuer und anderen hauswirtschaftlichen Berufen noch nicht besetzt. Für Interessenten an Bauberufen standen noch 65 Lehrstellen bereit und 39 Angebote für Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe.


705 Schulabgänger noch nicht vermittelt
705 der im Arbeitsamt registrierten Bewerber um eine betriebliche Ausbildung waren entsprechend der Kenntnis der Berufsberater Ende August noch ohne einen Ausbildungsplatz, 150 mehr als vor einem Jahr. Von diesen Ausbildungsplatzsuchenden waren 388 junge Männer, 86 mehr als vor einem Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 68 noch nicht versorgte Bewerberinnen, insgesamt suchen noch 317 eine betriebliche Ausbildung.

Auf der Suche nach einem Ausbildungsbetrieb sind insgesamt 300 Realschüler, 200 Hauptschüler und fast 128 Jugendliche aus einer Sonderschule oder ohne Schulabschluss. Auch 68 Abiturienten streben noch eine Ausbildung an. Von den nicht versorgten Jugendlichen suchen noch 112 eine Ausbildung als Waren- und Dienstleistungskaufmann/frau und fast 100 noch in Metallberufen. Am Monatsende August interessierten sich 98 Jugendliche für Berufe im Baugewerbe, und 90 streben eine Stelle für Organisations-, Verwaltungs- und Büroberufe an.
Autor: nnz

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