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Schweinegeruch

Mittwoch, 03. September 2003, 13:23 Uhr
Nordhausen (nnz). Sicher geht es Ihnen auch so. Je nach Windrichtung weht von der Darre her ein Geruch, der durchaus penetrant sein kann. Dann lassen die Schweine aus der „van Asten Tierzucht“ grüßen. Das allerdings könnte bald der Vergangenheit angehören...


Das Landesverwaltungsamt Weimar soll nach Informationen der nnz die Betriebsgenehmigung für die Tierzucht aufgehoben haben. Hintergrund sei der Paragraph 16 des Bundesemissionsschutzgesetzes, erläuterte Rechtsanwalt Kriston, der das Unternehmen Sakret vertritt. Mit involviert laut Anwalt ist aber auch ein von der Stadt Nordhausen verhängter Baustopp. So soll die Tierzucht zwar einst als bestehende Anlage genehmigt worden sein (Bestandsschutz), doch nach der Übernahme habe der jetzige Eigentümer die Anlage entkernt, also „wesentlich verändert“. Die Arbeiten hätten schon begonnen, bevor der eigentliche Bauantrag gestellt worden sei. Der allerdings liegt rund anderthalb Jahre zurück.

Der Tierzucht van Asten bleibt nun noch übrig ein förmliches Genehmigungsverfahren nach dem Bundesemissionsschutzgesetz zu beantragen. Da allerdings hängen die „Genehmigungstrauben“ ein wenig höher, die Auflagen sind härter, vor allem in punkto Geruchsbelästigung. Und das genau ist der Knackpunkt. Der Geruch könnte minimiert, dazu müsste aber teure Anlagen beschafft und eingebaut werden. Und: bei einem derartigen Genehmigungsverfahren müssen unter anderem die Nachbarn des Betriebes einbezogen werden.

Gegen die Entscheidung des Landesverwaltungsamtes kann auch Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht werden, die aufschiebende Wirkung hat. Tierzucht-Geschäftsführer Dr. Etzold bestätigte die Informationen der nnz. Nach seinen Worten wird das Unternehmen des Klageweg beschreiten. Mehr noch. Die van Asten-Tierzucht könnte gegen das Land Thüringen Schadenersatz einklagen. Denn das hatte die Anlage einst genehmigt.
Autor: nnz

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