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Wismut auf Siegeswoge?

Freitag, 07. Oktober 2011, 07:42 Uhr
Die BSG Wismut Gera deklassierte den Mit-Staffelfavoriten SV SCHOTT Jena am vergangenen Spieltag mit 4:0. Auch der FSV Wacker 90 Nordhausen bekam beim K. o. im Landespokal die Stärke der Ostthüringer zu spüren. Und jetzt kommen die Geraer nach Nordhausen...

Wacker will Revanche (Foto: Wacker Nordhausen) Wacker will Revanche (Foto: Wacker Nordhausen)

Wacker verlor die Partie zwar erst nach dem Lotteriespiel Elfmeterschießen, wurde demnach nicht nach 90 Minuten und auch in der Verlängerung nicht besiegt, ist aber trotzdem im Pokal ausgeschieden. Jena, und das ist einer der Meisterschaftsfavoriten, dagegen hatte im Punktekampf keine Chance gegen Gera.


Auf der Wismut-Homepage wurde sogar bemerkt: „Nach der klaren Führung gönnte der Wismut-Trainer den Dauerläufern Wezel, Lange und Helbig auch im Hinblick auf den Pokalfight am Montag eine Pause. Wismut nahm verständlicherweise das Tempo aus dem Spiel, geriet aber nie in ernsthafte Bedrängnis. Daran änderten auch Schmolkes Gelegenheiten (80., 86.) kurz vor dem Schlusspfiff des überzeugenden Schiedsrichters Leinhos nichts.“

Weiter heißt es dort: „Seit ich bei Schott Trainer bin, habe ich noch nie so hoch verloren", anerkannte auch Steffen Geisendorf, der einst für Wismut-Vorgänger 1. SV spielte, nach Spielende. Verständliche Freude im Wismut-Lager. Trainer David Kwiatkowski kommentierte das Spielgeschehen so: " Wir haben heute eine geschlossene Mannschaftsleistung gezeigt. Die Mannschaft hat in der Defensive gut gearbeitet, Schott keine Chance gelassen. Die schnellen Tore passten natürlich in unser taktisches Konzept. Das Selbstbewusstsein der Spieler wird immer größer.“

Wacker bekam das in jeder Hinsicht zu spüren. Nun bietet sich sehr schnell die Möglichkeit, den Tabellenzweiten am Sonntag ab 14.00 Uhr in die Schranken zu weisen. Trainer und Mannschaft wissen selbst, dass sie dafür aber noch eine Schippe drauflegen müssen. Das kompakte Wismut-Abwehrverhalten hatte schon am Montag relativ wenig anbrennen lassen.

Vielleicht versuchen die Gäste wieder ihre Überrumpelungstaktik mit einem forschen Beginn wie gegen Jena.

Egal – Wacker muss das Spiel machen, weil gewonnen werden soll und die sicherlich nur wenigen Chancen nutzen. Auch darf nicht im Hinterkopf herumspuken, dass man Wismut in den letzten vier Spielen nicht besiegen konnte. 5:6 n. E.; 3:4, 1:2 und 1:1 lauteten die Spielstände am Ende gegen die Neunziger.
Wismuttrainer Kwiatkowski äußerte sich zum Pokalspiel so: "Der Sieg war angesichts unserer Chancen absolut gerecht. Ich muss vor der Mannschaft den Hut ziehen, was sie binnen zwei Tagen geleistet hat. Kein Verständnis habe ich für das Auftreten des Gäste-Trainers, der neunzig Minuten am Reklamieren war. So etwas finde ich einfach unsportlich.“

Nun, das ist eine Meinung von vielen Augenzeugen des Geschehens. Als sonntägliche Gastgeber wollen wir das nicht weiter kommentieren und uns auf das Sportliche konzentrieren.

Das kommende Punktspiel beider Mannschaften ist das 64. gegeneinander seit 1953. Noch je drei Pokal- und Freundschaftsspiele sowie zwei Hallenpartien kommen hinzu. Damit ist Gera neben dem SC Weimar (68) zweithäufigster Punktspielpartner der Nordhäuser. In den bisherigen Meisterschaftsspielen spricht die Bilanz eindeutig für Wismut (26 Siege, 16 Niederlagen, 21 Unentschieden). Dass bei einem eventuellen Wacker-Erfolg diese Bilanz leicht aufgebessert werden könnte, ist völlig unwesentlich. Wesentlich dagegen ist, dass ein weiterer Kontrahent vorerst auf Distanz gehalten würde.

Warten wir es ab, ob die Wünsche der Wackerfans erfüllt werden. Denn da muss auch Gera „mitspielen“ und eventuell mit viel Geduld bezwungen werden. Die anderen in der Tabelle hinter Nordhausen liegenden Mannschaften haben vergleichsweise leichtere Aufgaben zu lösen und könnten bei einem Ausrutscher Wackers den Abstand zum Spitzenreiter verkürzen. Es steht also einiges auf dem Spiel. Das Präsidium erwartet, dass sich alle Zuschauer – auch die hitzigen – fair verhalten. Ein Szenario wie „Am Steg“ in Gera mit Platzerstürmung will und darf der Verein im Albert-Kuntz-Sportpark nicht erleben.

Wackers Reserve hat sich die Tabellenspitze am letzten Wochenende zurückerobert. Am Sonnabend, den 08.10.2011 um 15.00 Uhr gilt es, diesen Platz an der Sonne beim SV Kleinfurra zu verteidigen, was gegen den Vorletzten der Regionalklasse-Staffel 5 möglich sein sollte.
Autor: nnz

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