Wenn Steine erzählen...
Dienstag, 02. September 2003, 12:37 Uhr
Nordhausen (nnz). Sie stehen mitunter relativ unbeachtet an Wegen und Straßen: Die Grenzsteine. Doch sie können Geschichten erzählen. Zum Tag des offenen Denkmals sollen sie in das Licht der Öffentlichkeit geholt werden. Mehr Infos zu den stummen Zeugen mit einem Klick auf MEHR.
Aus Anlass des Tages des offenen Denkmals wird am Freitag, dem 12. September 2003, im Foyer des Historischen Landratsamtes eine neue Ausstellung eröffnet. Auf 31 Tafeln werden ab 11.00 Uhr die verschiedensten Grenzsteine im Bild und mit Hinweisen zu ihrer Geschichte und ihrem Standort vorgestellt. Die Ausstellung stammt von Susanne und Wolfgang Wegmann aus der Gemeinde Hohenstein, Ortsteil Limlingerode. Seit einigen Jahren beschäftigen sie sich intensiv mit diesen Bodendenkmalen. Folgendes haben sie zu diesen steinernen Zeugen zu sagen: Bereits vor ca. 5000 Jahren gab es in den Stadtstaaten im Vorderen Orient Grenzsäulen und dafür entsprechende Rechtsnormen, galt es doch, die Grenzen des Besitzes zu markieren. In Europa erfolgte die Vermalung der Grenzen erst ab dem 7. Jahrhundert u. Z. Zuerst wurden z. B. einzeln stehende Bäume (Eichen, Buchen) mit Einkerbungen versehen, sogenannte Malbäume, oder auch Pfähle gesetzt. Da diese dem natürlichen Verfall unterlagen, ersetzte man sie durch Steine.
Von besonderer Bedeutung waren Malsteine, die den Anfang und das Ende einer Grenze bzw. Grenzpunkte verschiedener Besitzungen oder Landesgrenzen durch entsprechende Symbole kennzeichneten, die Zwei- oder Dreiherrensteine. Malsteine wurden aber auch gesetzt, wenn sich die Richtung des Grenzverlaufs änderte. Besonders seit dem 16. Jahrhundert erfolgte eine verstärkte Versteinung der Grenzen, auch in den Grafschaften Hohnstein, Stolberg und Schwarzburg.
Als das Königreich Preußen nach dem Wiener Kongress 1815 seinen Einfluss in Thüringen verstärken konnte, entstanden umfangreiche von der Obrigkeit angeordnete Grenzmarkierungen zum Königreich Hannover und zum Herzogtum Braunschweig, wobei besonders im Eichsfeld und im Harz Steine umgezeichnet oder umgesetzt wurden.
Die preußische Separation (Gemeinheitsteilung) hatte zur Folge, dass Gemeindegrenzen und große Besitzungen von Ackerbauern durch Steine markiert wurden. So zog sich eine Spur von Steinen mit verschiedensten Symbolen kreuz und quer durch die Lande. Viele sind inzwischen verschwunden, aber es gibt sie noch und sie sind es wert, dass wir sie als Zeugen unserer bewegten Vergangenheit in ihrer Faszination schätzen und schützen, um sie als Kulturerbe an folgende Generationen weiterzugeben.
An dieser Stelle möchten wir allen uns bekannten und unbekannten Forstleuten, Jägern, Naturfreunden und Mitstreitern danken, die unsere Steinsuche unterstützt und erleichtert haben. Diese Ausstellung zeigt nur einen kleinen Teil unseres Fundes, aber wir hoffen, es reicht aus, um sich für diese Steinernen Wächter zu begeistern. Bürgerinnen und Bürger, die diese Zeugnisse menschlichen Lebens im Foyer des Historischen Landratsamtes, Grimmelallee 23, in Ruhe betrachten wollen, sind für den 12.09.2003, 11.00 Uhr, zur Eröffnung herzlich eingeladen. Die Ausstellung dauert dann bis zum Jahresende 2003.
Autor: nnzAus Anlass des Tages des offenen Denkmals wird am Freitag, dem 12. September 2003, im Foyer des Historischen Landratsamtes eine neue Ausstellung eröffnet. Auf 31 Tafeln werden ab 11.00 Uhr die verschiedensten Grenzsteine im Bild und mit Hinweisen zu ihrer Geschichte und ihrem Standort vorgestellt. Die Ausstellung stammt von Susanne und Wolfgang Wegmann aus der Gemeinde Hohenstein, Ortsteil Limlingerode. Seit einigen Jahren beschäftigen sie sich intensiv mit diesen Bodendenkmalen. Folgendes haben sie zu diesen steinernen Zeugen zu sagen: Bereits vor ca. 5000 Jahren gab es in den Stadtstaaten im Vorderen Orient Grenzsäulen und dafür entsprechende Rechtsnormen, galt es doch, die Grenzen des Besitzes zu markieren. In Europa erfolgte die Vermalung der Grenzen erst ab dem 7. Jahrhundert u. Z. Zuerst wurden z. B. einzeln stehende Bäume (Eichen, Buchen) mit Einkerbungen versehen, sogenannte Malbäume, oder auch Pfähle gesetzt. Da diese dem natürlichen Verfall unterlagen, ersetzte man sie durch Steine.
Von besonderer Bedeutung waren Malsteine, die den Anfang und das Ende einer Grenze bzw. Grenzpunkte verschiedener Besitzungen oder Landesgrenzen durch entsprechende Symbole kennzeichneten, die Zwei- oder Dreiherrensteine. Malsteine wurden aber auch gesetzt, wenn sich die Richtung des Grenzverlaufs änderte. Besonders seit dem 16. Jahrhundert erfolgte eine verstärkte Versteinung der Grenzen, auch in den Grafschaften Hohnstein, Stolberg und Schwarzburg.
Als das Königreich Preußen nach dem Wiener Kongress 1815 seinen Einfluss in Thüringen verstärken konnte, entstanden umfangreiche von der Obrigkeit angeordnete Grenzmarkierungen zum Königreich Hannover und zum Herzogtum Braunschweig, wobei besonders im Eichsfeld und im Harz Steine umgezeichnet oder umgesetzt wurden.
Die preußische Separation (Gemeinheitsteilung) hatte zur Folge, dass Gemeindegrenzen und große Besitzungen von Ackerbauern durch Steine markiert wurden. So zog sich eine Spur von Steinen mit verschiedensten Symbolen kreuz und quer durch die Lande. Viele sind inzwischen verschwunden, aber es gibt sie noch und sie sind es wert, dass wir sie als Zeugen unserer bewegten Vergangenheit in ihrer Faszination schätzen und schützen, um sie als Kulturerbe an folgende Generationen weiterzugeben.
An dieser Stelle möchten wir allen uns bekannten und unbekannten Forstleuten, Jägern, Naturfreunden und Mitstreitern danken, die unsere Steinsuche unterstützt und erleichtert haben. Diese Ausstellung zeigt nur einen kleinen Teil unseres Fundes, aber wir hoffen, es reicht aus, um sich für diese Steinernen Wächter zu begeistern. Bürgerinnen und Bürger, die diese Zeugnisse menschlichen Lebens im Foyer des Historischen Landratsamtes, Grimmelallee 23, in Ruhe betrachten wollen, sind für den 12.09.2003, 11.00 Uhr, zur Eröffnung herzlich eingeladen. Die Ausstellung dauert dann bis zum Jahresende 2003.
