Freundlich zur Wirtschaft
Dienstag, 04. Oktober 2011, 18:08 Uhr
Das Landratsamt Nordhausen setzt für die Unternehmen der Region ein deutliches Signal in Sachen wirtschaftsfreundliches Verwaltungshandeln. Im Rahmen eines Projektes, initiiert von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, werden die Verwaltungsabläufe im Hinblick auf die Unternehmerfreundlichkeit untersucht und optimiert...
Zur heutigen Auftaktveranstaltung im Landratsamt Nordhausen unterstrich Dr. Cornelia Haase-Lerch, stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin, den Einfluss von Verwaltungen auf das wirtschaftspolitische Klima. Dabei sei es wichtig, entsprechend mit den Unternehmen zu kommunizieren, Verwaltungsprozesse transparent zu gestalten und Ermessensspielräume im Sinne der Unternehmen zu nutzen. Wir wollen als Verwaltung in einen konstruktiven Dialog mit der Unternehmerschaft treten, die Probleme in der Zusammenarbeit aufgreifen und Lösungen finden, wie wir die Belange und Erwartungshaltungen der Wirtschaft noch besser erfüllen können, sagte die 1. Beigeordnete des Landkreises, Jutta Krauth (SPD) bei dem heutigen Treffen mit Vertretern der Kammern und Verbände, mit Unternehmern und den Fachbereichsleitern des Landratsamtes.
Die Beratung des Landratsamtes in Fragen der Wirtschaftsfreundlichkeit durch die IHK ist Ergebnis der Bewerbung des Landkreises Nordhausen im Rahmen der Landesinitiative Wirtschaftsfreundliche Verwaltung Thüringen. Dabei wurde dargelegt, inwieweit die hiesige Landkreisverwaltung die bundesweit anerkannten 13 Kriterien des Gütezeichens für mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen, die Bedürfnisse der Unternehmen widerspiegeln, einhält. Zurzeit zeigen sich Unternehmen in Nordthüringen unzufrieden mit den Behörden, wie eine Befragung der IHK ergab.
Aus der Standortzufriedenheitsanalyse, bei der wir im letzten Jahr über 10.000 Unternehmer befragt hatten, leitete sich für uns ein eindeutiger Handlungsbedarf auf diesem Gebiet ab, informierte Dr. Cornelia Haase-Lerch. Nun soll die Wirtschaftsfreundlichkeit der Landkreisverwaltung konkret unter die Lupe genommen werden, um Verbesserungspotentiale aufzuzeigen Mit der Dr. Malcher Unternehmensberatung aus Potsdam stellen wir dem Landratsamt einen Partner zur Seite, der Experte auf dem Gebiet der Beratung öffentlicher Verwaltungen ist, so Dr. Cornelia Haase-Lerch. Mithilfe dieser Beratung soll es auch gelingen, die pauschalen Kritiken, die die Unternehmen in der Befragung geäußert haben, zu konkretisieren, um gezielt reagieren zu können.
Wir haben Wirtschaftsförderung immer als Querschnittsaufgabe mit einer Lotsenfunktion gesehen, sagte die Wirtschaftsförderin des Landkreises, Dr. Sabine Mehne und betonte die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhausen. Das Zusammenwirken der Stadt- und der Landkreisverwaltung im Allgemeinen war aber Kritikpunkte, den die Unternehmer heute äußerten. Dabei wies Jutta Krauth auf die besondere Situation hin, dass im Gegensatz zu anderen Regionen wie dem Eichsfeld die Stadt Nordhausen viele Verwaltungsaufgaben selbst übernehme, wie beispielsweise Bauanträge.
Doch diese Doppelstrukturen in beiden Verwaltungen erschwerten aus Sicht der Unternehmer in vielen Fällen die zügige Bearbeitung von Anfragen. Hans-Joachim Junker, Vorsitzender des Nordhäuser Unternehmerverbandes und Geschäftsführer von Nordbrand, forderte die Verwaltungen auf, Dienstleister zu werden. Wichtig seien feste Ansprechpartner, kurze Informationswege, frühzeitige Hinweise zum Verfahrensablauf, unternehmergerechte Besprechungstermine und das Eingehen auf Beschwerden, meinte Carina Schmidt, Vorsitzende des IHK-Wirtschaftsbeirates und Geschäftsführerin von HS Industrie Service Nordhausen. So könne das Vertrauen der Wirtschaftsakteure in die Verwaltung gestärkt werden.
Sabine Mehne betonte, dass dabei neben den Gütekriterien solche eigentlich selbstverständlichen Eigenschaften und Einstellungen wie Freundlichkeit, Engagement, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Prioritätensetzung und die Vermittlung des Gefühls gegenüber dem Unternehmer, dass seine Wünsche und Erwartungen ernst genommen werden, eine große Rolle spielen.
Die Landkreisverwaltung will nun mit der IHK, Wirtschaftsvertretern und dem externen Beraterteam bis Mitte 2012 bestehende Probleme bei der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung lösen und die Kommunikation zwischen Unternehmerschaft und Verwaltung als wichtiger Schritt zu mehr Wirtschaftsfreundlichkeit verbessern.
Zunächst sollen mit den wirtschaftsrelevanten Fachbereichen des Landratsamtes bis Mitte Oktober die Verwaltungsabläufe an den Gütekriterien gemessen und entsprechend angepasst sowie eingehender geprüft werden, inwieweit die Kriterien zur Wirtschaftsfreundlichkeit derzeit erfüllt werden. In der nächsten IHK-Wirtschaftsbeiratssitzung Anfang November wird auf dieser Grundlage mit den Unternehmensvertretern eine gemeinsame Diskussion der Erwartungen und Maßnahmen zur Umsetzung des Serviceversprechens geführt. Parallel wird ein fachbereichsbezogenes und kontrollfähiges Beschwerdemanagement vorbereitet.
Autor: nnzZur heutigen Auftaktveranstaltung im Landratsamt Nordhausen unterstrich Dr. Cornelia Haase-Lerch, stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführerin, den Einfluss von Verwaltungen auf das wirtschaftspolitische Klima. Dabei sei es wichtig, entsprechend mit den Unternehmen zu kommunizieren, Verwaltungsprozesse transparent zu gestalten und Ermessensspielräume im Sinne der Unternehmen zu nutzen. Wir wollen als Verwaltung in einen konstruktiven Dialog mit der Unternehmerschaft treten, die Probleme in der Zusammenarbeit aufgreifen und Lösungen finden, wie wir die Belange und Erwartungshaltungen der Wirtschaft noch besser erfüllen können, sagte die 1. Beigeordnete des Landkreises, Jutta Krauth (SPD) bei dem heutigen Treffen mit Vertretern der Kammern und Verbände, mit Unternehmern und den Fachbereichsleitern des Landratsamtes.
Die Beratung des Landratsamtes in Fragen der Wirtschaftsfreundlichkeit durch die IHK ist Ergebnis der Bewerbung des Landkreises Nordhausen im Rahmen der Landesinitiative Wirtschaftsfreundliche Verwaltung Thüringen. Dabei wurde dargelegt, inwieweit die hiesige Landkreisverwaltung die bundesweit anerkannten 13 Kriterien des Gütezeichens für mittelstandsorientierte Kommunalverwaltungen, die Bedürfnisse der Unternehmen widerspiegeln, einhält. Zurzeit zeigen sich Unternehmen in Nordthüringen unzufrieden mit den Behörden, wie eine Befragung der IHK ergab.
Aus der Standortzufriedenheitsanalyse, bei der wir im letzten Jahr über 10.000 Unternehmer befragt hatten, leitete sich für uns ein eindeutiger Handlungsbedarf auf diesem Gebiet ab, informierte Dr. Cornelia Haase-Lerch. Nun soll die Wirtschaftsfreundlichkeit der Landkreisverwaltung konkret unter die Lupe genommen werden, um Verbesserungspotentiale aufzuzeigen Mit der Dr. Malcher Unternehmensberatung aus Potsdam stellen wir dem Landratsamt einen Partner zur Seite, der Experte auf dem Gebiet der Beratung öffentlicher Verwaltungen ist, so Dr. Cornelia Haase-Lerch. Mithilfe dieser Beratung soll es auch gelingen, die pauschalen Kritiken, die die Unternehmen in der Befragung geäußert haben, zu konkretisieren, um gezielt reagieren zu können.
Wir haben Wirtschaftsförderung immer als Querschnittsaufgabe mit einer Lotsenfunktion gesehen, sagte die Wirtschaftsförderin des Landkreises, Dr. Sabine Mehne und betonte die gute Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Nordhausen. Das Zusammenwirken der Stadt- und der Landkreisverwaltung im Allgemeinen war aber Kritikpunkte, den die Unternehmer heute äußerten. Dabei wies Jutta Krauth auf die besondere Situation hin, dass im Gegensatz zu anderen Regionen wie dem Eichsfeld die Stadt Nordhausen viele Verwaltungsaufgaben selbst übernehme, wie beispielsweise Bauanträge.
Doch diese Doppelstrukturen in beiden Verwaltungen erschwerten aus Sicht der Unternehmer in vielen Fällen die zügige Bearbeitung von Anfragen. Hans-Joachim Junker, Vorsitzender des Nordhäuser Unternehmerverbandes und Geschäftsführer von Nordbrand, forderte die Verwaltungen auf, Dienstleister zu werden. Wichtig seien feste Ansprechpartner, kurze Informationswege, frühzeitige Hinweise zum Verfahrensablauf, unternehmergerechte Besprechungstermine und das Eingehen auf Beschwerden, meinte Carina Schmidt, Vorsitzende des IHK-Wirtschaftsbeirates und Geschäftsführerin von HS Industrie Service Nordhausen. So könne das Vertrauen der Wirtschaftsakteure in die Verwaltung gestärkt werden.
Sabine Mehne betonte, dass dabei neben den Gütekriterien solche eigentlich selbstverständlichen Eigenschaften und Einstellungen wie Freundlichkeit, Engagement, Verständnis, Hilfsbereitschaft, Prioritätensetzung und die Vermittlung des Gefühls gegenüber dem Unternehmer, dass seine Wünsche und Erwartungen ernst genommen werden, eine große Rolle spielen.
Die Landkreisverwaltung will nun mit der IHK, Wirtschaftsvertretern und dem externen Beraterteam bis Mitte 2012 bestehende Probleme bei der Zusammenarbeit von Wirtschaft und Verwaltung lösen und die Kommunikation zwischen Unternehmerschaft und Verwaltung als wichtiger Schritt zu mehr Wirtschaftsfreundlichkeit verbessern.
Zunächst sollen mit den wirtschaftsrelevanten Fachbereichen des Landratsamtes bis Mitte Oktober die Verwaltungsabläufe an den Gütekriterien gemessen und entsprechend angepasst sowie eingehender geprüft werden, inwieweit die Kriterien zur Wirtschaftsfreundlichkeit derzeit erfüllt werden. In der nächsten IHK-Wirtschaftsbeiratssitzung Anfang November wird auf dieser Grundlage mit den Unternehmensvertretern eine gemeinsame Diskussion der Erwartungen und Maßnahmen zur Umsetzung des Serviceversprechens geführt. Parallel wird ein fachbereichsbezogenes und kontrollfähiges Beschwerdemanagement vorbereitet.



