Nobas steht kurz vor dem Aus
Donnerstag, 28. August 2003, 17:52 Uhr
Nordhausen (nnz). Schlimmer geht’s nimmer, hätten sich die Nobas-Mitarbeiter noch Ende Juli gedacht. Da wurden ihnen schon die Daumenschrauben angesetzt. Jetzt aber könnte das Ende des Nordhäuser Traditionsbetriebes gekommen sein.
Über den Zustand des Unternehmens hatte die nnz bereits in diesem Monat berichtet. Um den Standort überhaupt zu retten, sollten 30 bis 40 Kollegen die Kündigung erhalten und eventuell in eine Weiterbildung geführt werden, die Arbeitszeit des Restes sollte ohne Lohnausgleich reduziert, auf Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes verzichtet werden. Diesem Vorschlag von Unternehmensberatern hatte sich schließlich auch der Nobas-Betriebsrat angeschlossen, einen vernünftigen Sozialplan für die zu entlassenen Mitarbeiter vorausgesetzt.
Doch all das war dem Hauptgesellschafter des Unternehmens, Günther Papenburg, zu teuer, er soll die Berater gefeuert haben und mit einem neuen Vorschlag gekommen sein. Der sah einen derartigen Lohnverzicht vor, dass die Mitarbeiter nicht mehr Geld in der Tasche gehabt hätten, als sie Arbeitslosengeld bekommen würden. 45 Mitarbeiter sollten gar Aufhebungsverträge unterschreiben, verbunden mit der vagen Andeutung auf eine Übernahme in anderen Unternehmungen des Herrn Papenburg. Bei mir wird keiner entlassen!. Für Kenner der Szene heißt das im Klartext: billig loswerden. Und dann sollte auch noch das Arbeitsamt die Umschulungen finanzieren. Aus einem 59jährigen Meister solle ein Service-Mechaniker werden, der Maschinenbauingenieur zum Speditionskaufmann mutieren. Nach Angaben der Geschäftsführung und des Arbeitsamtes habe der Betriebsrat diese Version abgelehnt.
Geschäftsführer Aribert Kupsch verweist im nnz-Gespräch auf die derzeitige wirtschaftliche Situation. Im vergangenen Jahr ein Verlust von mehr als vier Millionen Euro, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres schlagen fast 1,7 Millionen zu Buche, die Prognosen gehen von 2,5 Millionen Euro aus. Für den Gesellschafter Grund genug, den Mitarbeitern die Pistole auf die Brust zu setzen: Entweder ihr folgt meinem Konzept oder Nordhausen wird dicht gemacht. So einfach ist die Rechnung. Was sagen die Mitarbeiter dazu? Die waren aufgefordert, anonym ihre Meinung abzugeben. Von mehr als 150 hätten 42 ihre Zettel abgegeben, 32 votierten für die Variante der Betriebsleitung. Doch Gewerkschaft und Betriebsrat seien stur geblieben.
Also schrieb Aribert Kupsch heute einen Brief an den Betriebsrat und an die Direktorin des Nordhäuser Arbeitsamtes. Darin kündigte er Eberhard Klaus und Dr. Simone Simon die beabsichtigte Betriebsschließung an. In einer Woche sollen die Verhandlungen zum Interessensausgleich aufgenommen werden, dann folgt das Schachern um den Sozialplan, dann kommen die Kündigungen, so kurz vor Weihnachten, dann ist die Nobas Geschichte – ein neues Exponat für den Tabakspeicher. Ich werde mich auf keinen Fall bewegen, ich habe alles getan, um den Standort zu retten, macht Aribert Kupsch seine Position deutlich. Für ihn ist jetzt der Betriebsrat am Zuge.
Autor: nnzÜber den Zustand des Unternehmens hatte die nnz bereits in diesem Monat berichtet. Um den Standort überhaupt zu retten, sollten 30 bis 40 Kollegen die Kündigung erhalten und eventuell in eine Weiterbildung geführt werden, die Arbeitszeit des Restes sollte ohne Lohnausgleich reduziert, auf Teile des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes verzichtet werden. Diesem Vorschlag von Unternehmensberatern hatte sich schließlich auch der Nobas-Betriebsrat angeschlossen, einen vernünftigen Sozialplan für die zu entlassenen Mitarbeiter vorausgesetzt.
Doch all das war dem Hauptgesellschafter des Unternehmens, Günther Papenburg, zu teuer, er soll die Berater gefeuert haben und mit einem neuen Vorschlag gekommen sein. Der sah einen derartigen Lohnverzicht vor, dass die Mitarbeiter nicht mehr Geld in der Tasche gehabt hätten, als sie Arbeitslosengeld bekommen würden. 45 Mitarbeiter sollten gar Aufhebungsverträge unterschreiben, verbunden mit der vagen Andeutung auf eine Übernahme in anderen Unternehmungen des Herrn Papenburg. Bei mir wird keiner entlassen!. Für Kenner der Szene heißt das im Klartext: billig loswerden. Und dann sollte auch noch das Arbeitsamt die Umschulungen finanzieren. Aus einem 59jährigen Meister solle ein Service-Mechaniker werden, der Maschinenbauingenieur zum Speditionskaufmann mutieren. Nach Angaben der Geschäftsführung und des Arbeitsamtes habe der Betriebsrat diese Version abgelehnt.
Geschäftsführer Aribert Kupsch verweist im nnz-Gespräch auf die derzeitige wirtschaftliche Situation. Im vergangenen Jahr ein Verlust von mehr als vier Millionen Euro, in den ersten sieben Monaten dieses Jahres schlagen fast 1,7 Millionen zu Buche, die Prognosen gehen von 2,5 Millionen Euro aus. Für den Gesellschafter Grund genug, den Mitarbeitern die Pistole auf die Brust zu setzen: Entweder ihr folgt meinem Konzept oder Nordhausen wird dicht gemacht. So einfach ist die Rechnung. Was sagen die Mitarbeiter dazu? Die waren aufgefordert, anonym ihre Meinung abzugeben. Von mehr als 150 hätten 42 ihre Zettel abgegeben, 32 votierten für die Variante der Betriebsleitung. Doch Gewerkschaft und Betriebsrat seien stur geblieben.
Also schrieb Aribert Kupsch heute einen Brief an den Betriebsrat und an die Direktorin des Nordhäuser Arbeitsamtes. Darin kündigte er Eberhard Klaus und Dr. Simone Simon die beabsichtigte Betriebsschließung an. In einer Woche sollen die Verhandlungen zum Interessensausgleich aufgenommen werden, dann folgt das Schachern um den Sozialplan, dann kommen die Kündigungen, so kurz vor Weihnachten, dann ist die Nobas Geschichte – ein neues Exponat für den Tabakspeicher. Ich werde mich auf keinen Fall bewegen, ich habe alles getan, um den Standort zu retten, macht Aribert Kupsch seine Position deutlich. Für ihn ist jetzt der Betriebsrat am Zuge.
