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Nordhäuser Heft mit Ilfelder Motiv

Donnerstag, 28. August 2003, 12:51 Uhr
Nordhausen (nnz). Eine Pastellzeichnung des Nordhäuser Künstlers Günter Groh "Kirche in Ilfeld-Wiegersdorf" ist die Titelseite der dritten diesjährigen Ausgabe der vom Stadtarchiv herausgegebenen "Nordhäuser Nachrichten", die jetzt erschienen ist. Was darin noch zu finden ist, das hat die nnz jetzt für Sie erfahren.


Neues Heft In das Nordhausen der 1860er Jahre führt der letzte Teil der Erinnerungen "Aus dem Wohnzimmer unseres Großvaters", eine anschauliche Schilderung des Alltagslebens einer "gutbürgerlichen" Familie (Firma Arand & Aderholdt, Bäckerstraße) aus der kindlichen Sicht der Zwillinge Anna und Emmy Bitter.

Der Beitrag "Der geheimnisvolle Oberst" befasst sich noch einmal mit dem Wirken des Obersten a.D. Walter Nicolai, legt das Schwergewicht aber auf dessen Tätigkeit in den Jahren 1935 bis 1940 in Berlin. Walter Nicolai, Chef des Nachrichtendienstes im Ersten Weltkrieg, lebte seit den 1920er Jahren in Nordhausen und begann 1935 in Berlin am "Reichsinstitut für Geschichte des neuen Deutschlands" eine neue Karriere, deren Einzelheiten hier ausführlich dargestellt werden.

An die Anfänge der Boelcke-Kaserne, die nach Oswald Boelcke benannt wurde, einem deutschen Jagdflieger aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, erinnert ein weiterer Beitrag. Die Boelcke-Kaserne ist heute als schreckliches Sterbelager des KZ Mittelbau-Dora bekannt. Weniger bekannt ist sie als Sitz einer Luftnachrichten-Ersatzabteilung bzw. einer Abteilung eines Luftgau-Nachrichtenregimentes vor und während des Krieges. Zitiert wird auch ein Befehl des Chefs der Verwaltung der Sowjetischen Militäradministration für das Land Thüringen, Garde-Generalmajor Kolesnitschenko, vom 7. August 1946 über das weitere Schicksal der Boelcke-Kaserne.

Erinnerungen von Zeitzeugen über den Feuerlöschteich am Neumarkt, Luftkämpfe über der Stadt, die Verteidigung des Kohnsteines und letzte Übungen des Volkssturmes lenken die Aufmerksamkeit des Lesers wieder stärker auf das Kriegsende 1945. "Keine Postkontrolle in Nordhausen!" - diese Aussage aus der Wendezeit 1989/90 wird anhand von Erinnerungen aus mehreren Jahrzehnten eigenen Erlebens des Autors eindeutig widerlegt. Karl-Heinz Bosses abschließender Bericht zur Geschichte des Flugsportes in Nordhausen behandelt den Zeitraum von 1956 bis zur Neugründung des Fliegerclubs Nordhausen und die Eröffnung des Flugbetriebes im Juni 1990.

Das Heft gibt es ab sofort in der Stadtinformation Nordhausen im Rathaus.
Autor: nnz

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