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nnz-Forum: Wetter, Klima, Zukunft und wir

Montag, 12. September 2011, 09:40 Uhr
Im Vergleich zu den Hurrikans Katrina & Co. aber selbst zum Orkan Kyrill, der Mitteldeutschland im Januar 2007 überquerte,nehmen sich unsere kleinen Unwetterchen harmlos aus. Natürlich nur im Vergleich, weiß nnz-Leser Bodo Schwarzberg zu berichten...


Im Kreis Mansfeld-Südharz wurden Menschen mit Kopfverletzungen durch faustgroße Hageleisbrocken ins Krankenhaus gebracht, Bäume auf der Straße können selbst von den Feuerwehren nicht beseitigt werden, Tiere wurden erschlagen und Riestedt wird abermals von Schlammassen heimgesucht.

Das ist nun schon das zweite Mal innerhalb weniger Tage. Zwar ist vom Wetter nicht direkt auf das Klima zu schließen, aber bekannt ist, dass im Zuge des climate changes, auf Grund der stärkeren Verdunstung aus den immer wärmerren Meeren, mit mehr Unwettern zu rechnen ist.
Erst im vergangenen Jahr erreichten Ausläufer eines Hurikans erstmals Europa.

Das sollte uns zu denken geben, zumal unsere vergleichseise noch kleinen Unwetter nach Prognosen der Wissenschaft (z.B. vom PIK Potsdam) nur die Vorboten von Extrem-Wetterereignissen in den folgenden Jahren und Jahrzehnten sein werden, von extremer, lang anhaltender Dürre, über starke Stürme und extreme Niederschläge. Das Eis der Arktis erreicht in diesen Tagen nach jüngsten Meldungen die geringste Ausdehnung seit Beginn der Messungen. Letztlich haben wir alle, vor allem in den reichen Ländern diese Entwicklungen zu verantworten.

Umsteuern tut Not. Eine Konferenz hierzu löst die andere ab. Sinnloserweise, wie es scheint, denn statt weniger, pustet die Menschheit immer mehr klimarelevante Gase in die Atmosphäre. Die zaghaften Innovationen auf technischem Gebiet scheinen zu langsam in Fahrt zu kommen. Das 2-Grad-Ziel rückt in weite, offenbar katastrophale Ferne.

Ich schreibe das, weil es immer viel Kritik "hagelt", wenn ich mich oder andere für ein Umdenken, für eine andere, nachhaltigere wirtschaftliche Entwicklung, für mehr Weitblick im alltäglichen Handeln und für Maßhalten einsetzen. - Übrigens beginnen mittlerweile schon einige Konzerne umzudenken. Handeln sie auch schnell genug?

Der Zukunftsforscher Prof. Dr. Hoimar v. Ditfurth (1921-1989), der besonders durch seine ZDF-Senderreihe Querschnitte und mehrere Bestseller bekannt wurde schrieb in der Einleitung zu seinem Buch "So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen. Es ist soweit" (Verlag Lingen 1985): "Das eigentümlichste an der Situation ist die Tatsache, dass fast niemand die Gefahr wahrhaben will. Wir werden daher, aller Voraussicht nach, als die Generation in die Geschichte eingehen, die sich über den Ernst der Lage hätte inm Klaren sein müssen, in deren Händen auch die Möglichkeit gelegen hätte, das Blatt noch in letzter Minute zu wenden, und die vor dieser Aufgabe versagt hat. Darum werden unsere Kinder die Zeitgenossen der Katastrophe sein und unsere Enkel uns verfluchen - soweit sie dazu noch alt genug werden."
Bodo Schwarzberg
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Autor: nnz

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