Nachwuchs entdeckt die Zukunft
Montag, 05. September 2011, 12:50 Uhr
Die Fachhochschule Nordhausen präsentiert sich derzeit von seiner ganz jungen Seite. Diese Woche findet das Zukunftsportal Wissenschaft und Technik für Gymnasien im August-Kramer-Institut statt. Gleichzeitig bekamen heute Vormittag auch die ganz Kleinen einen spielerischen Einblick.
Alle Blicke sind auf die leuchtenden Punkte mitten im Raum gelenkt. Wie die Punkte, leuchten auch die Augen der insgesamt 15 Kinder an einem so spannenden Tag. Nicht, dass sie sich auf einem Spielplatz oder im Kindergarten Am Frauenberg befinden würden. Sie sind auf Entdeckungstour in der Fachhochschule. Genauer, sie stehen in den Chemieräumen der Hochschule und schauen Chemikerin Christina Kloß über die Schultern.
Wir thematisieren verschiedene Berufsfelder in unserer Spatzengruppe. Neben der Feuerwehr und einem Masseur wollten wir den Kindern nun die Fachhochschule näher bringen, begründet Kindergärtnerin Annett Wyrwich den ungewöhnlichen Besuch. Da passte es gut, dass die Tochter von FH-Präsident Prof. Dr. Jörg Wagner zur Spatzengruppe gehört und er die Führung über das Gelände am Weinberg persönlich übernehmen konnte.
In der Führung, konnten die Kinder neben den Chemieräumen einen Einblick in einen Hörsaal und das Büro von Prof. Wagner bekommen. Wie kleine Studenten hörten sie aufmerksam zu und hatten sichtlich Spaß bei den Vorführungen. Besonderer Höhepunkt war die Präsentation eines Windkanals, durch den wissenschaftliche Mitarbeiter künstlichen Nebel schossen. Schließlich zeigten sie einen Roboter, der sich wie von Geisterhand selbstständig an einer schwarzen Linie entlang bewegt.
Dieser Roboter steht wiederum im Zentrum einer Gruppe von Schülern, die sich diese Woche im Zukunftsportal Wissenschaft und Technik für Gymnasien mit den vielfältigen Facetten der wissenschaftlichen Arbeit vertraut machen. Bereits seit 2007 nehmen Schüler zweimal im Jahr an dem Modellprojekt teil und erarbeiten in fünf Gruppen unterschiedliche Themengebiete. Dazu gehören die regenerative Energietechnik, technische Informatik, Alltagschemie, Umwelttechnik und die Arbeit mit dem Computerprogramm CAD.
Die Schüler der 10. Klasse befinden sich in ihrem Alter ja noch in der Orientierungsphase und so möchte die FH ihnen technische Berufe ans Herz legen, begründet Kerstin Apel als Projektbetreuerin die Idee dahinter. Dieses Jahr nehmen 53 Schüler von den Nordhäuser Gymnasien, der Staatlich Berufsschule 2, der Klosterschule Roßleben und dem Kyffhäusergymnasium Bad Frankenhausen daran teil. In den Schulen mussten die Teilnehmer im Vorfeld ein Anmeldeformular ausfüllen, das zwischen Lehrern und Eltern abgesprochen wurde. Wer sich für Technik interessiert und entsprechend gute schulische Leistungen erzielt, ist diese Woche dabei.
Die fünf Gruppen arbeiten völlig selbstständig an ihren Projekten. Sie erleben in Tagesexkursion die praktische Arbeit in verschiedenen Betrieben und müssen bis Freitag eine abschließende Präsentation erarbeiten, erklärt Kerstin Apel den Ablauf der Woche. Natürlich steckt dahinter auch das Kalkül, dass die Schüler nach ihrem Schulabschluss eventuell ein Studium an der Fachhochschule aufnehmen.
Mittlerweile haben 400 Schüler das Zukunftsportal besucht und sich ein Abschlußzertifikat verdient. Wie viele Schüler tatsächlich durch das Projekt ein Studium an der FH aufnehmen ist allerdings schwer zu überprüfen. Ich weiß, dass zehn unserer Studenten vorher an dem Zukunftsportal teilgenommen hatten. Allerdings denke ich, dass es insgesamt etwa 50 Studenten sein dürften, so die Diplom-Ingenieurin abschließend.
Sinnvoll sind derartige Initiativen allemal, helfen sie doch, den Schülern eine Orientierung zu vermitteln. Nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure steigt der Bedarf in technischen Berufen zudem immer stärker an. So gibt es 2011 bereits über 80.000 offenen Stellen deutschlandweit. Da technisches know-how für erneuerbare Energie und Umwelttechnik in Zukunft noch wichtiger werden dürfte, sollten Jugendliche rechtzeitig alle Zukunftsmöglichkeiten entdecken.
Tobias Wendehost
Autor: twAlle Blicke sind auf die leuchtenden Punkte mitten im Raum gelenkt. Wie die Punkte, leuchten auch die Augen der insgesamt 15 Kinder an einem so spannenden Tag. Nicht, dass sie sich auf einem Spielplatz oder im Kindergarten Am Frauenberg befinden würden. Sie sind auf Entdeckungstour in der Fachhochschule. Genauer, sie stehen in den Chemieräumen der Hochschule und schauen Chemikerin Christina Kloß über die Schultern.
Wir thematisieren verschiedene Berufsfelder in unserer Spatzengruppe. Neben der Feuerwehr und einem Masseur wollten wir den Kindern nun die Fachhochschule näher bringen, begründet Kindergärtnerin Annett Wyrwich den ungewöhnlichen Besuch. Da passte es gut, dass die Tochter von FH-Präsident Prof. Dr. Jörg Wagner zur Spatzengruppe gehört und er die Führung über das Gelände am Weinberg persönlich übernehmen konnte.
In der Führung, konnten die Kinder neben den Chemieräumen einen Einblick in einen Hörsaal und das Büro von Prof. Wagner bekommen. Wie kleine Studenten hörten sie aufmerksam zu und hatten sichtlich Spaß bei den Vorführungen. Besonderer Höhepunkt war die Präsentation eines Windkanals, durch den wissenschaftliche Mitarbeiter künstlichen Nebel schossen. Schließlich zeigten sie einen Roboter, der sich wie von Geisterhand selbstständig an einer schwarzen Linie entlang bewegt.
Dieser Roboter steht wiederum im Zentrum einer Gruppe von Schülern, die sich diese Woche im Zukunftsportal Wissenschaft und Technik für Gymnasien mit den vielfältigen Facetten der wissenschaftlichen Arbeit vertraut machen. Bereits seit 2007 nehmen Schüler zweimal im Jahr an dem Modellprojekt teil und erarbeiten in fünf Gruppen unterschiedliche Themengebiete. Dazu gehören die regenerative Energietechnik, technische Informatik, Alltagschemie, Umwelttechnik und die Arbeit mit dem Computerprogramm CAD.
Die Schüler der 10. Klasse befinden sich in ihrem Alter ja noch in der Orientierungsphase und so möchte die FH ihnen technische Berufe ans Herz legen, begründet Kerstin Apel als Projektbetreuerin die Idee dahinter. Dieses Jahr nehmen 53 Schüler von den Nordhäuser Gymnasien, der Staatlich Berufsschule 2, der Klosterschule Roßleben und dem Kyffhäusergymnasium Bad Frankenhausen daran teil. In den Schulen mussten die Teilnehmer im Vorfeld ein Anmeldeformular ausfüllen, das zwischen Lehrern und Eltern abgesprochen wurde. Wer sich für Technik interessiert und entsprechend gute schulische Leistungen erzielt, ist diese Woche dabei.
Die fünf Gruppen arbeiten völlig selbstständig an ihren Projekten. Sie erleben in Tagesexkursion die praktische Arbeit in verschiedenen Betrieben und müssen bis Freitag eine abschließende Präsentation erarbeiten, erklärt Kerstin Apel den Ablauf der Woche. Natürlich steckt dahinter auch das Kalkül, dass die Schüler nach ihrem Schulabschluss eventuell ein Studium an der Fachhochschule aufnehmen.
Mittlerweile haben 400 Schüler das Zukunftsportal besucht und sich ein Abschlußzertifikat verdient. Wie viele Schüler tatsächlich durch das Projekt ein Studium an der FH aufnehmen ist allerdings schwer zu überprüfen. Ich weiß, dass zehn unserer Studenten vorher an dem Zukunftsportal teilgenommen hatten. Allerdings denke ich, dass es insgesamt etwa 50 Studenten sein dürften, so die Diplom-Ingenieurin abschließend.
Sinnvoll sind derartige Initiativen allemal, helfen sie doch, den Schülern eine Orientierung zu vermitteln. Nach Angaben des Vereins Deutscher Ingenieure steigt der Bedarf in technischen Berufen zudem immer stärker an. So gibt es 2011 bereits über 80.000 offenen Stellen deutschlandweit. Da technisches know-how für erneuerbare Energie und Umwelttechnik in Zukunft noch wichtiger werden dürfte, sollten Jugendliche rechtzeitig alle Zukunftsmöglichkeiten entdecken.
Tobias Wendehost


