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Fr, 19:55 Uhr
22.09.2000

Nordhäuser Logenhaus wird feierlich übergeben

Nordhausen (nnz). Die vor über 200 Jahren gestiftete Johannisloge "Zur gekrönten Unschuld" in Nordhausen wird an diesem Samstag wiedereröffnet. Nach umfangreicher Renovierung und Sanierung feiern die Logenmitglieder offiziell die Rückübertragung ihres vor 65 Jahren durch die Nationalsozialisten enteigenten Logenhauses. Die Nordhäuser Loge wurde 1790 gegründet. Sie zählte bis zu ihrem Verbot 1935 über 200 Mitglieder. Das Nordhäuser Logenhaus war in dieser Zeit das mitteldeutsche Logenzentrum des Freimaurerordens und habe nach Berlin und Hamburg an dritter Stelle gestanden, hieß es. Im November 1991 ließen 16 Brüder der Patenloge "Zur Freundschaft" Kassel die Johannisloge "Zur gekrönten Unschuld" wieder aufleben und brachten das Freimauerlicht nach Nordthüringen zurück. Anders als in den drei westlichen Besatzungszonen und Westberlin wurden in der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR das Nazi-Verbot der Freimauererei nie aufgehoben. Nie aufgehoben wurden auch die Enteignungen. Das war erst nach 1990 möglich. Freimaurerei, aus der symbolträchtigen Welt der mittelalterlichen Bauhütten entstanden, ist die Idee des sinnvollen Bauens und Gestaltens von Zeit und Raum. Seit der Gründung der ersten Großloge der Welt im Jahre 1717 in London steht die freimaurerische Geisteshaltung nach eigener Einschätzung für Menschenwürde, Freiheit, Toleranz, Brüderlichkeit, soziale Gerechtigkeit und eine über alle Grenzen hinweg reichende Verständigung. Bundesweit gibt es derzeit rund 450 Logen.
International sind rund viereinhalb Millionen Menschen in 33.000 Logen vereint. Zu den Persönlichkeiten, die sich zur freimaurerischen Geisteshaltung bekannt haben, zählten Mozart, Lessing, Goethe, Schiller, Voltaire, Mark Twain, Schliemann, George Washington, Roosevelt, Stresemann, Henry Ford, Louis Armstrong und John Wayne, aber auch König Friedrich II. von Preußen und Kaiser Wilhelm I.
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