Do, 17:39 Uhr
02.12.2010
nnz-Jukebox: Baltische Urgewalten
Der Rezensent glaubt nicht, dass die hier vorgestellte Band im nächsten Jahr zum European Song Contest antreten wird. Nicht dass die lettische Kapelle "Auli" schlecht wäre, aber die singen so gar nicht, hat Olaf Schulze festgestellt.
Auli
Etnotranss
(Westpark Music)
Neun Letten und eine Estin, fünf Dudelsäcke und die größten Trommeln des Baltikums ergeben einen martialisch - archaischen Sound, wie er bisher unerhört war. Auli nennt sich das Bandprojekt, das ganz auf traditionelle Instrumente setzt und der baltischen Kultur des Mittelalters huldigt.
Dabei nutzen die Musikanten uralte Melodien, die schon im 18. Jh. das Volk so begeisterten, dass der Dudelsack verboten werden musste. Von wegen der ausbleibenden Arbeitsmoral und vermehrten Besuchen in den Wirtshäusern, wo die Musiker damals anzutreffen waren.
Das Wort Auli bezeichnet einerseits den Klang galoppierender Pferde und ist auch der lettische Name für die Biene. Passt irgendwie beides, wenn man auf den 12 Titeln des Albums die treibenden Paukenrhythmen und die kräftigen Dudelsackmelodien hört. Und der Albumtitel etnotranss verdeutlicht das Anliegen der Band, mit den tradierten Tunes in der Moderne anzukommen. Das tun sie mit Urgewalten, die musikalisch weit über das Mittelalter hinaus in die Vergangenheit reichen und mystische Stimmungen erzeugen, die von großer Magie sind.
So ähnlich könnten schon Schamanen und Völvas in grauer Vorzeit im Norden Europas musiziert haben. Spannend und kraftvoll unterhaltend erinnert Auli aber auch an die Anfänge von Bands wie In Extremo, falls sich noch jemand so weit zurück erinnern kann.
OLAF SCHULZE
Autor: nnzAuli
Etnotranss
(Westpark Music)
Neun Letten und eine Estin, fünf Dudelsäcke und die größten Trommeln des Baltikums ergeben einen martialisch - archaischen Sound, wie er bisher unerhört war. Auli nennt sich das Bandprojekt, das ganz auf traditionelle Instrumente setzt und der baltischen Kultur des Mittelalters huldigt.
Dabei nutzen die Musikanten uralte Melodien, die schon im 18. Jh. das Volk so begeisterten, dass der Dudelsack verboten werden musste. Von wegen der ausbleibenden Arbeitsmoral und vermehrten Besuchen in den Wirtshäusern, wo die Musiker damals anzutreffen waren.
Das Wort Auli bezeichnet einerseits den Klang galoppierender Pferde und ist auch der lettische Name für die Biene. Passt irgendwie beides, wenn man auf den 12 Titeln des Albums die treibenden Paukenrhythmen und die kräftigen Dudelsackmelodien hört. Und der Albumtitel etnotranss verdeutlicht das Anliegen der Band, mit den tradierten Tunes in der Moderne anzukommen. Das tun sie mit Urgewalten, die musikalisch weit über das Mittelalter hinaus in die Vergangenheit reichen und mystische Stimmungen erzeugen, die von großer Magie sind.
So ähnlich könnten schon Schamanen und Völvas in grauer Vorzeit im Norden Europas musiziert haben. Spannend und kraftvoll unterhaltend erinnert Auli aber auch an die Anfänge von Bands wie In Extremo, falls sich noch jemand so weit zurück erinnern kann.
OLAF SCHULZE


