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Do, 13:22 Uhr
17.12.2009

258 Biografien

In der Schriftenreihe „Heimatgeschichtliche Forschungen des Stadtarchivs Nordhausen/Harz“ erscheint in Kürze als 10. Band die Publikation „Nordhäuser Persönlichkeiten aus elf Jahrhunderten“. Die nnz durfte schon vorab einen Blick hinein werfen…

Vor etwa drei Jahren fassten die Autoren Klaus-Jörg Barthel, Anne Beleitis, Rainer Hellberg, Jörg-Michael Junker, Heidelore Kneffel, Paul Lauerwald, Ulli Mallis, Peter Pohl Fritz Reinboth und Dr. Manfred Schröter sowie Stadtarchivar Hans-Jürgen Grönke, der auch die Leitung der Gruppe übernahm, den Entschluss, Leben und Wirken verdienstvoller Persönlichkeiten, die entweder in der Rolandstadt geboren sind oder hier bzw. darüber hinaus gewirkt haben, in einem Buch zu verewigen.
Viele laufende Meter Akten wälzten die Hobbyforscher seitdem, stets auf der Suche nach verwertbarem Material. Akribisch sammelten sie alle Daten und kontaktierten Nachkommen. Entstanden ist daraus ein interessantes Nachschlagewerk, in dem 258 prägnante Lebensläufe verdienstvoller Nordhäuser enthalten sind. Der Leser erfährt somit Wissenswertes über Menschen, die die Geschichte der Stadt im Wesentlichen mit prägten.

Die Idee war so neu nicht, denn vor knapp drei Jahrhunderten hatte der Pfarrer an St. Blasii, Johann Heinrich Kindervater, in einem Buch zahlreiche Biografien zusammengestellt. Auch bei Ernst Günther Förstemann, etwa 150 Jahre später, finden sich weitere Lebensbilder verdienstvoller Nordhäuser. Doch vor allem auch das 19. und 20. Jahrhundert brachte durch die fortschreitende Industrialisierung und der damit verbundenen kulturellen und kommunalen Entwicklung viele Persönlichkeiten hervor, die sich auf wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen, politischen und sportlichen Gebiet einen Namen gemacht und die Stadt nach außen würdevoll präsentiert haben. Viele davon sind in diesem Buch enthalten. Als Stichtag für die Aufnahme galt, das sie vor dem 31. Dezember 2007 verstorben sind.

Die Auswahl, die dabei getroffen wurde, kann natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es gibt noch zahlreiche andere Menschen, die es verdient gehabt hätten, in dieser Publikation aufgenommen zu werden. Den Autoren standen dafür jedoch kaum oder überhaupt keine Quellen zur Verfügung, um daraus eine aussagefähige Biografie zu erstellen. Vielleicht animiert das vorliegende Nachschlagewerk den einen oder anderen Leser mit beizutragen, das Leben und Wirken weiterer Personen zu erhellen bzw. zu erforschen, sei es durch Bereitstellung von Dokumenten, fundierte Hinweise oder Bildmaterial. Dies könnte in einem weiteren Ergänzungsband mit einfließen.

Die einzelnen Beiträge in alphabetischer Reihenfolge sind untergliedert in Lebensweg mit ausführlicher Biografie und der Würdigung der Lebensleistung, Veröffentlichungen (wenn vorhanden) und weiterführende Literatur sowie ein Foto der Person, bzw. eine Abbildung, die dieser zugeordnet werden kann. Unter dem Text befindet sich das Kürzel des jeweiligen Autors.

„Trotz aller Bemühungen um Objektivität ist die Auswahl letztlich immer auch eine subjektive Entscheidung, die der Leser beachten sollte. Nicht berücksichtigt wurden Personen, die in der NS-Zeit bewusst das System unterstützten bzw. die sich durch Antisemitismus hervortaten“, so Stadtarchivar Grönke im Vorwort des 360-seitigen Buches, ISBN 978-3-86595-336-9, das im Geiger-Verlag, Horb am Neckar, erscheint.
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