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Mi, 07:12 Uhr
17.09.2008

Kurzweiliges im Geschichtsverein

Nordhausen (nnz). Im Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein stand unlängst ein Vortrag zum Thema „Die Einverleibung der Reichsstädte Nordhausen, Mühlhausen und Goslar in das Königreich Preußen“ auf dem Programm. Näheres dazu mit einem Klick auf MEHR.


Als Referent für dieses Thema konnte der Leiter der Mühlhäuser Museen, Thomas T. Müller Bild), gewonnen werden. Im voll besetzten großen Saal des Vereinshauses „Thomas Mann“ schilderte Müller als profunder Kenner der Geschichte sehr bildhaft die geschichtlichen Zusammenhänge, die 1802 zum Verlust der Reichsfreiheit der Städte geführt haben. Mit dem einflechten von Begebenheiten aus jener Zeit gelang es dem Referenten, die historischen Abläufe etwas aufzulockern und somit kurzweilig und lebendig zu gestalten.

Bereits vor dem im Februar 1801 geschlossenen Frieden von Luneville hatte der Schacher der deutschen Fürsten um innerhalb der deutschen Grenzen gelegene Länder begonnen, bei dem Preußen die „besten Karten“ hatte. Da das Königreich mit einem Anschluss an Russland drohte und England noch immer im Krieg mit Frankreich stand, kam Napoleon Bonaparte dieser deutschen Großmacht weit entgegen. Am 23. Mai 1802 erhielt Preußen alle seine Wünsche erfüllt. Unter den Staaten aber, die damals das Königreich Preußen für die Abtretung von Landstrichen westlich des Rheins entschädigen sollte, befanden sich u. a. auch die Freien Reichsstädte Nordhausen, Mühlhausen und Goslar. Am 6. Juni 1802 unterschrieb König Friedrich Wilhelm III. von Preußen das Patent, das die Einverleibung Nordhausens in das Königreich Preußen beinhaltete. Am 2. August 1802 nahmen die Preußen von Nordhausen Besitz. Nordhausen verlor erheblichen Widerstand den Status der Freien Reichsstadt und wurde eine preußische Landstadt - seine fast neunhundertjährige Selbstständigkeit hatte aufgehört.

Thomas T. Müller zeichnete Vor- und Nachteile der Annexion für die Entwicklung der betroffenen Städte auf, berichtete vom teilweise erheblichen Widerstand der Bürgerschaft gegen den Verlust der Reichsfreiheit und schilderte, wie die Inbesitznahme in Mühlhausen, Nordhausen und Goslar vonstatten ging. Im Anschluss beantwortete er die zahlreichen Fragen der Gäste.
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