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Mo, 12:44 Uhr
11.08.2008

Große Kluft in Nordthüringen

Über 420 Millionen Euro sind im vergangenen Jahr an Sozialhilfe in Thüringen gezahlt worden. Dabei spiegeln sich durchaus Unterschiede in den einzelnen Regionen wider. Vor allem in Nordthüringen...


Im Jahr 2007 wurden 421,4 Millionen Euro von den Sozialhilfeträgern Thüringens für Leistungen der Sozialhilfe nach dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII) brutto gezahlt. Das waren nach Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 22,5 Millionen Euro bzw. 5,6 Prozent mehr als im Jahr 2006. Für die Hilfe zum Lebensunterhalt wurden 24,6 Millionen Euro ausgegeben und damit 4,8 Millionen Euro bzw. 24,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung betrugen die Bruttoausgaben 46,7 Millionen Euro. Das entspricht einem Anstieg von 6,4 Millionen Euro bzw. 15,9 Prozent.

Die Sozialhilfeleistung mit den größten Bruttoausgaben war die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen. Im Jahr 2007 wurden dafür 301,0 Millionen Euro gezahlt. Das waren fast drei Viertel (71,4 Prozent) der Gesamtbruttoausgaben. Gegenüber dem Vorjahr betrug die Steigerung 9,5 Millionen Euro bzw. 3,3 Prozent. Hauptbestandteil der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen waren mit 186,5 Millionen Euro (61,9 Prozent) Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft, wie z.B. Hilfen zu selbst bestimmtem Leben in betreuten Wohnmöglichkeiten oder heilpädagogische Leistungen für Kinder. Der zweite große Bestandteil waren mit 98,3 Millionen Euro Leistungen in anerkannten Werkstätten für behinderte Menschen.

Ein weiterer Ausgabenschwerpunkt der Sozialhilfeleistungen war die Hilfe zur Pflege. Diese Ausgaben stiegen im Jahr 2007 im Vergleich mit dem Jahr zuvor um 1,2 Millionen Euro bzw. 3,8 Prozent auf 33,0 Millionen Euro.

Im Jahr 2007 standen den Bruttoausgaben 56,4 Millionen Euro Einnahmen, wie z.B. Kostenbeiträge und Kostenersatz, Leistungen Dritter oder Rückzahlungen gegenüber. Nach Abzug der Einnahmen, betrugen die Nettoausgaben 365,0 Millionen Euro. Das waren 25,8 Millionen Euro bzw. 7,6 Prozent mehr als im Jahr 2006. Im Jahr 2007 wurden somit rein rechnerisch 158,68 Euro je Einwohner für Sozialhilfe ausgegeben (2006: 146,02 Euro).

Bei der Betrachtung der kreisfreien Städte und Landkreise ergibt sich ein breit gefächertes Bild (siehe Grafik). In acht der insgesamt 23 kreisfreien Städte und Landkreise des Freistaats lag dieser Betrag über dem Landesdurchschnitt. Betroffen waren fünf von sechs kreisfreien Städten, wobei für die Stadt Eisenach mit 229,52 Euro je Einwohner der höchste Wert ermittelt wurde.

Bei den drei Landkreisen handelte es sich um Nordhausen (184,47 Euro), Unstrut-Hainich-Kreis (177,16 Euro) und Weimarer Land (164,02 Euro). Der Kyffhäuserkreis liegt mit 153,76 ebenfalls unter dem Landesdurchschnitt. Der niedrigste Wert wurde für den Landkreis Eichsfeld mit 123,39 Euro je Einwohner ermittelt.
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