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Fr, 12:00 Uhr
01.05.2026
AvD: Höherer Bioethanol-Anteil in modernen Pkw unbedenklich

E20-Kraftstoff technisch unbedenklich

Die Europäische Kommission diskutiert die Einführung von E20-Kraftstoff mit 20 Prozent Bioethanol-Anteil. Der Automobilclub Deutschland sieht moderne Fahrzeuge als technisch geeignet an, warnt aber vor möglichen Risiken bei älteren Modellen...

Die Diskussion um die mögliche Einführung von E20-Kraftstoff in Europa gewinnt an Dynamik. Hintergrund sind aktuelle Überlegungen der Europäischen Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen (CDU), alternative Kraftstoffe stärker zu etablieren und Verbraucher gleichzeitig finanziell zu entlasten. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) bewertet diese Entwicklung sachlich und gibt Autofahrern nach Rücksprache mit einem unabhängigen Sachverständigen folgende Empfehlungen.

„Für Fahrzeuge, die vom Hersteller ohne Einschränkungen bereits als E10-verträglich freigegeben sind und moderne Kraftstoffsysteme besitzen, ist auch die Nutzung von E20 aus technischer Sicht sicher möglich“, sagt Carsten Bräuer vom Berliner Automobil-Club im AvD. Eine Liste aller Fahrzeuge, die laut Hersteller für den E10-Kraftstoff geeignet sind, wurde von der Deutschen Automobil Treuhand veröffentlicht.

Pro und Contra
Grundsätzlich ist zu beachten, dass Ethanol sowohl lösende als auch reinigende Eigenschaften besitzt und zudem Wasser anzieht. In der Praxis kann dies dazu führen, dass Ablagerungen im Kraftstoffsystem gelöst werden und es zu Verstopfungen kommen kann. Zudem können Elastomere (z. B. Kraftstoffschläuche) mit der Zeit porös werden, wodurch Undichtigkeiten auftreten oder Bauteile infolge von Aufquellen versagen. Die wasserbindende Eigenschaft von Ethanol begünstigt zudem Korrosion im Bereich des Kraftstoffsystems. Auf der ganz sicheren Seite ist man, wenn für den jeweiligen Fahrzeugtyp eine E20-Herstellerfreigabe existiert.

„Doch auch bei vielen modernen Pkw mit uneingeschränkter E10-Freigabe seitens des Herstellers bestehen keine materialbedingten Risiken mehr“, bestätigt Bräuer, der auch als DEKRA-Sachverständiger fungiert. Das war nicht immer so, da ältere Fahrzeuge (deutlich über 25 Jahre) teilweise noch Blechtanks verbaut hatten und diese besonders bei längerer Standzeit durch den Alkoholanteil im E10 anfälliger für Korrosion waren. Auch Kraftstoffschläuche und -pumpen waren nicht immer ethanolbeständig. Heutzutage werden jedoch häufig Kunststofftanks verwendet, wodurch dieses Risiko weitgehend entfällt.

Preisersparnis vs. höheren Verbrauch
Ein möglicher Aspekt ist der leicht erhöhte Kraftstoffverbrauch. Aufgrund des geringeren Energiegehalts von Ethanol liegt dieser bei E10 bereits rund drei Prozent über dem herkömmlicher Kraftstoffe und könnte bei E20 auf bis zu sechs Prozent ansteigen. Angesichts potenziell niedrigerer Kraftstoffpreise relativiert sich dieser Mehrverbrauch jedoch spürbar. Aus Sicht des AvD wäre es zudem sinnvoll, wenn die Bundesregierung in diesem Zusammenhang steuerliche Vergünstigungen prüft. Auf diese Weise ließe sich der Mehrverbrauch wirtschaftlich ausgleichen, gleichzeitig ein Beitrag zum Umweltschutz leisten und ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Klimaneutralität gehen.

Was ist E20?
Laut Umweltbundesamt gehört E20 zu den Ottokraftstoffen. Das E steht für Ethanol und die Zahl gibt den Maximalwert der Beimischung an. Dieser Anteil kann also variieren und bedeutet bei E20, dass bis zu 20 Prozent Bioethanol enthalten sein können. Bioethanol wird überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen wie Zucker oder Getreide hergestellt und dem fossilen Benzin beigemischt. Dieser Mix kann den Ausstoß fossiler CO₂-Emissionen um bis zu 16 Prozent reduzieren und eine signifikante Treibhausgasminderung ermöglichen.

AvD Präsident Lutz Leif Linden: „E20 ist ein sinnvoller nächster Schritt bei der Weiterentwicklung konventioneller Kraftstoffe. Für moderne Fahrzeuge besteht kaum Risiko, Autofahrer können hier gelassen bleiben und von möglichen Kostenvorteilen profitieren. Gleichzeitig sollte die Politik technologieoffen agieren und auch klimaneutrale Alternativen wie synthetische Kraftstoffe stärker vorantreiben. Diese E-Fuels lassen sich ebenfalls problemlos über die bestehende Tankstelleninfrastruktur nutzen und können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“
Autor: red

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