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Sa, 08:39 Uhr
19.10.2024
Was das für Versicherte bedeutet

Zusatzbeiträge der Krankenkassen steigen

Für viele Versicherte wird die Krankenversicherung im nächsten Jahr deutlich teurer: Der durchschnittliche Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) soll von 1,7 auf 2,5 Prozent steigen...

Zu dem Ergebnis kommt der Schätzerkreis für die gesetzliche Krankenversicherung. Eine Bestätigung durch das Bundesgesundheitsministerium gilt als wahrscheinlich.

Der Geldratgeber berechnet, welche Mehrkosten voraussichtlich auf die Versicherten zukommen. Statement von Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztip.

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„Ohne politisches Eingreifen drohen die Beiträge zur Krankenversicherung ins Unermessliche zu steigen. Schon jetzt sind Millionen Menschen von spürbaren Erhöhungen betroffen. Mehr als 20 bundesweit zugängliche Krankenkassen mussten in den vergangenen Monaten ihre Beiträge erhöhen. Die jüngste Prognose des Schätzerkreises zeigt, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Gesetzlich Versicherte müssen sich darauf einstellen, dass ihre Beiträge zum Jahreswechsel weiter steigen.

Für Angestellte mit einem Bruttogehalt von 5.000 Euro bedeutet das ab nächstem Jahr voraussichtlich eine monatliche Mehrbelastung von 20 Euro. Bei einem Gehalt von 4.000 Euro sind es 16 Euro mehr im Monat, bei 3.000 Euro Gehalt zwölf Euro mehr. Auf das Jahr gerechnet sind diese Mehrkosten eine spürbare Belastung, die in Zeiten hoher Inflation und wachsender Lebenshaltungskosten besonders weh tun.”

Teure Reformen auf Kosten der gesetzlich Versicherten
„Die steigenden Zusatzbeiträge sind ein direktes Ergebnis der wachsenden Finanzierungslücke bei den gesetzlichen Krankenkassen. Einerseits steigen die Kosten im Gesundheitswesen stetig. Andererseits machen dem System strukturelle Probleme wie eine alternde Gesellschaft zu schaffen.

Vor allem sind die steigenden Kosten aber ein Problem der Politik. Denn bislang gibt es keinerlei Gegenmaßnahmen, die zu einer finanziellen Erleichterung führen könnten. Im Gegenteil: Weitere kostspielige Reformen werden auf den Schultern der gesetzlich Versicherten geplant und vollzogen. Darunter auch die umstrittene Krankenhaus-Reform, die zwar langfristig die Krankenkassen entlasten, aber gleichzeitig von den Beitragszahlern finanziert werden soll.“

Was Versicherte nun tun können: Einfach wechseln
„Wir empfehlen allen gesetzlich Versicherten, den Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse im Blick zu behalten. Bei einer Erhöhung des Zusatzbeitrags können Versicherte zu einer günstigeren Krankenkasse wechseln. Die Kündigung ist mit einer Frist von zwei Monaten zum Monatsende möglich. Ein Wechsel ist denkbar einfach: Versicherte müssen sich einfach bei der neuen Krankenkasse anmelden, die erledigt den Rest.

Bei Finanztip beobachten wir die Entwicklung der Zusatzbeiträge sehr genau und empfehlen jedes Jahr Krankenkassen mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn wer neben dem Zusatzbeitrag auch noch auf attraktive Zusatzleistungen und guten Service achtet, spart nicht nur beim Beitrag, sondern bekommt auch mehr von seiner Krankenkasse erstattet.”

Hintergrund:
Jedes Jahr im Herbst trifft sich der Schätzerkreis, um eine Prognose für die Finanzen der gesetzlichen Krankenversicherung im kommenden Jahr zu erstellen. Der Schätzerkreis setzt sich aus Vertretern des Bundesgesundheitsministeriums, des Bundesamtes für Soziale Sicherung sowie des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung zusammen. Dabei analysiert der Schätzerkreis die Entwicklung der Ausgaben und Einnahmen der GKV, um festzustellen, ob die Beitragssätze ausreichen, um die Kosten im Gesundheitssystem zu decken. Der Schätzerkreis gibt dabei auch eine Empfehlung für den Zusatzbeitrag im nächsten Jahr, die als Grundlage für die Entscheidung des Bundesgesundheitsministeriums dient. In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) besteht ein milliardenschweres Defizit. Daher muss der Zusatzbeitrag erneut steigen.
Autor: red

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Kommentare
Jäger53
20.10.2024, 10:16 Uhr
Krankenkassen
Das in den Krankenkassen große Summen an Geld fehlen ist kein Wunder. eine falsche Politik der Regierung ( Ampel ) trägt die meiste Schuld. Und es wird noch schlimmer werden wenn das große Krankenhaus sterben durch das neue Gesetz richtig in gang kommt. Ein weiterer Grund für fehlende Gelder in den Krankenkassen sind die zu vielen Flüchtlinge die nie etwas in die Kassen einbezahlt haben und werden, aber wie Private Patzienten bei den Kassen abgerechnet werden.
diskobolos
20.10.2024, 11:45 Uhr
Es ist gerade entgegengesetzt, Jäger53
Schon heute schließen Kliniken, weil sie praktisch pleite sind. Die vorhandene Klinikstruktur ist nicht effektiv und kostet wahnsinnig viel. Eine Reform ist nötig um auch in Zukunft eine gute Versorgung zu gewährleisten. Die finanziellen Mittel sind begrenzt, da es auch noch viele andere Probleme gibt: Wohnungsbau, Renten, Pflege, Verteidigung, Klima, Migration werden viel Geld kosten.

Widerstände gegen Veränderungen gibt es an allen Ecken. Vielen wäre es am liebsten, alles könnte so bleiben und das Geld, um das alles zu bezahlen fiele vom Himmel.

Man kann der Reform der Krankenhausfinanzierung nur viel Erfolg wünschen. Die meisten Experten scheinen sie jedenfalls zu begrüßen . . .
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