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Di, 10:50 Uhr
15.08.2023
Senioren vor Problemen beim Wohnen

Baby-Boomer-Generation droht „Wohn-Altersarmut“

Problem der „grauen Wohnungsnot“: Im Landkreis Nordhausen gehören rund 23.490 Menschen zur Altersgruppe „65plus“. „Viele der älteren Menschen brauchen eine Seniorenwohnung – ohne Treppenstufen, dafür mit bodengleicher Dusche und genügend Platz für das Rangieren mit Rollator und Rollstuhl...

Mit dem Rollator zu Hause unterwegs (Foto: IG BAU) Mit dem Rollator zu Hause unterwegs (Foto: IG BAU)

Aber längst nicht alle haben die Chance auf ein altersgerechtes Wohnen mit wenig Barrieren“, so Matthias Lötzsch.

Der Vorsitzende der IG BAU Nordthüringen spricht von einer „grauen Wohnungsnot“ und nennt Zahlen: „Heute benötigen mehr als 3.450 Haushalte im Kreis Nordhausen eine Seniorenwohnung, weil in ihnen Menschen im Rentenalter leben, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Aber viele gehen leer aus und müssen sich behelfen.“ Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen, die das Pestel-Institut bundesweit für Städte und Kreise ermittelt hat. Die Wissenschaftler haben die Bevölkerungsentwicklung im Rahmen einer Studie zur künftigen Wohnsituation von Senioren für den Bundesverband des Deutschen Baustofffachhandels (BDB) untersucht.

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Neben einem akuten Mangel an altersgerechten Wohnungen befürchtet die IG BAU Nordthüringen auch eine zunehmende Altersarmut durchs Wohnen. Im Blick hat die Bau-Gewerkschaft dabei vor allem die geburtenstarken Jahrgänge, die demnächst in Rente gehen. Bei der Boomer-Generation drohten künftig zwei Dinge „fatal aufeinander zu treffen“: Erstens die Gefahr eines sinkenden Rentenniveaus. Und zweitens steigende Kosten fürs Wohnen. Mieter seien hier genauso betroffen wie Menschen mit Wohneigentum, wenn beim Einfamilienhaus oder bei der Eigentumswohnung Sanierungen fällig würden.

„Wenn die Wohnkosten weiter in dem Tempo der letzten Jahre steigen, werden viele Senioren, die damit heute längst noch nicht rechnen, ihren Konsum einschränken müssen. Ältere Menschen werden die hohen Mietpreise oft kaum noch bezahlen können. Für viele wird es dann finanziell richtig eng. Deshalb werden auch im Kreis Nordhausen künftig deutlich mehr Menschen als heute auf staatliche Unterstützung angewiesen sein, um überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben“, so Lötzsch.

Um den Wohnungsmarkt für die kommende Rentnergeneration besser vorzubereiten, fordert die IG BAU die Schaffung von mehr preiswertem, vor allem aber auch altersgerechtem Wohnraum. Der Bezirksvorsitzende der IG BAU Nordthüringen: „Deshalb brauchen wir auch für den heimischen Wohnungsmarkt klare finanzielle Anreize. Angesichts der drohenden ‚grauen Wohnungsnot‘ ist deutlich mehr Geld für den Neubau von Seniorenwohnungen, aber auch für die altersgerechte Sanierung bestehender Wohnungen erforderlich.“ Hier seien alle gefordert – Kommunen, Land und Bund.

Das Bundesbauministerium stelle in diesem Jahr einen Fördertopf von 75 Millionen Euro über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für den altersgerechten Umbau von Wohnungen zur Verfügung. „Das Geld wird dringend gebraucht. Aber es reicht bei Weitem nicht. Das hat das letzte Jahr gezeigt. Da gab es exakt die gleiche Fördersumme. Und der Topf war ruckzuck ‚leergefördert‘: Schon nach sechs Wochen war kein einziger Förder-Euro mehr da. Da muss mehr passieren“, fordert der IG BAU-Bezirksvorsitzende Matthias Lötzsch.
Autor: red

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Kommentare
Tinki
15.08.2023, 20:45 Uhr
Das stimmt und ist jetzt schon eine Katastrophe!
Rentner, die auf Grundsicherung angewiesen sind, weil die Rente nicht ausreicht, bekommen auch kein Wohngeld. Es gibt nur eine Sozialleistung. Dies bedeutet, wie beim Bürgergeld, die gleichen Richtlinien Kosten der Unterkunft (KdU) ! Diese Richtlinie ist von 2021 und somit schon längst veraltet, diese müsste umgehend überarbeitet werden und nach den jetzigen marktüblichen Wohnkosten angeglichen werden! Als Beispiel für 1 Person: 45m2 groß, Grundmiete 5,03€/m2, kalte BK 1,44€/m2, Brutto-Kaltmiete gesamt 6,47€/m2, also 291,15€ im Monat Kaltmiete + HK und Warmwasser nach Verbrauch, aber auch nicht mehr als 80€ im Monat. Diese Kosten und auch die Wohnungsgröße müssten angehoben werden, mein Vorschlag von 45m2 auf 52m2 und die Grundmiete von 5,03 € auf mindestens 6- 6,50€/m2! Für die jetzigen KdU bekommt man in NDH, noch nicht mal mehr eine Wohnung in den Brennpunkten, sofern man gewillt ist dort hinzuziehen.
Als Info, die letzten Richtlinien hat der LK NDH in Zusammenarbeit mit SWG und WBG erstellt! Ich habe keine Ahnung wie man auf solche KdU im Jahr 2021 gekommen ist, selbst zu diesem Zeitpunkt gab es in NDH keine vernünftige Wohnung für diesen Preis, eventuell im 6. Stock ohne Aufzug in den Brennpunkten! Ich selbst suche eine kleine, den Richtlinien KdU entsprechend, EG Wohnung mit barrierefreien Zugang und Balkon in NDH, aber nicht in den Brennpunkten, ich möchte mich auch mal auf deutsch mit meinem Nachbarn unterhalten können. Wer weiß wo es so eine Wohnung gibt einfach Texten!
Ja ,ich weiß ,muss auch lachen, aber wünschen kann man sich doch mal was! ;) ;)
Fienchen
16.08.2023, 09:27 Uhr
Liebe Tinki,
Ihr Kommentar bringt es genau auf den Punkt.Sehr, sehr gut geschrieben.Hoffentlich lesen es die richtigen Personen....
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