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Mi, 14:00 Uhr
07.12.2022
Rechtsextremismus damals und heute

Die Sorge vor dem neuen, rechten Terror

Großrazzia in Deutschland, Ermittler wollen eine rechtsextreme Terrorzelle ausgehoben haben, die gewalttätige Umsturzpläne geschmiedet haben soll. Auch in Thüringen schlugen die Beamten heute zu, wohl aber nicht im Norden. Verbindungen zum rechten Terror hat es in der Vergangenheit aber auch hier gegeben…

Aufzüge offen rechtsextremer Organisationen wie dem "III. Weg" 2018 in Nordhausen scheinen selten geworden, die Szene hat sich gewandelt (Foto: nnz-Archiv, Symbolbild) Aufzüge offen rechtsextremer Organisationen wie dem "III. Weg" 2018 in Nordhausen scheinen selten geworden, die Szene hat sich gewandelt (Foto: nnz-Archiv, Symbolbild)


Rund 3.000 Beamte gingen heute in mehreren Bundesländern gegen eine mutmaßliche, rechtsextreme Terrorzelle vor. Die Gruppe soll laut Medienberichten aus rund 50 Personen bestehen. Durchsuchungen gab es auch in Thüringen. Im Norden des Freistaates gab es nach aktuellem Kenntnisstand aber keine Einsätze in Zusammenhang mit den Ermittlungen.

Das Bild, das sich den ersten Berichten nach zeigt ist erschütternd: die Umsturzpläne scheinen umfangreich und detailliert gewesen zu sein, von einer zu etablierenden Machtstruktur samt Postenvergabe und einem „bewaffneten Arm“, bestehend aus ehemaligen NVA Soldaten und aktiven Kräften der Bundeswehr, bis hin zu Mitgliedern des Kommando Spezialkräfte, ist die Rede.

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Die Schlagzeilen des heutigen Morgens lassen unangenehme Erinnerungen an den „Nationalsozialistischen Untergrund“ wach werden. Das Trio aus Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe, war von Thüringen aus jahrelang ungestört mordend durch die Republik gezogen. Der „NSU“ bestand aus drei Personen und einem bis heute teils nebulösem Unterstützerfeld, nicht auszudenken was 50 Personen mit ausgebildeten Soldaten an ihrer Seite hätten anrichten können, wenn der Staat heute auf dem rechten Auge so blind gewesen wäre, wie es beim NSU der Fall zu sein schien.

Die Baseballschlägerjahre
"Blind sei man nie gewesen, im Gegenteil", meint Dirk Laabs. Der Journalist und Autor hat sich eingehend mit den Ermittlungen zum NSU und den Hintergründen der rechten Szene in Thüringen befasst, unter anderem ist dabei in Zusammenarbeit mit Stefan Aust das Buch „Heimatschutz - Der Staat und die Mordserie des NSU“ entstanden.

Vergangene Woche war Laabs zu Gast in Nordhausen und sprach im Ratssaal über eine kalte Novembernacht im November 1991, die im Gehege blutig enden sollte und über einen der Täter, der später als V-Mann „Tarif“ in den NSU-Akten auftauchen wird.

Der heißt mit bürgerlichem Namen damals Michael S., ist 17 Jahre alt, in der rechten Szene unter dem Spitznamen „Adolf“ bekannt und gilt als gewalttätig. In der besagten Nacht bekommen das zwei Opfer zu spüren. Mike B. und sein Vater werden im Gehege von S. und zwei weiteren Neonazis attackiert und schwer verletzt.

Volles Haus: im Ratssaal referierte Dirk Laabs vergangenen Montag über die NSU Ermittlungen, den V-Mann "Tarif" und die Neonazi Szene in Thüringen in den 90er Jahren (Foto: agl) Volles Haus: im Ratssaal referierte Dirk Laabs vergangenen Montag über die NSU Ermittlungen, den V-Mann "Tarif" und die Neonazi Szene in Thüringen in den 90er Jahren (Foto: agl)


Für die Bluttat geht S. ins Gefängnis, dreieinhalb Jahre soll er absitzen, wird aber vorzeitig entlassen. Er bleibt überzeugter Neonazi und wird zu einer der Größen in der Szene. Und bis in die frühen 2000er Jahre wird unter dem Namen „Tarif" als Zuträger des Verfassungschutzes arbeiten.

Die Sorge vor neuem Terror
Über die Nacht im November 1991, den Werdegang des jungen Neonazis und seine Verbindungen zu Staatsschutz und NSU und die Ungereimtheiten in den Ermittlungen hatte die nnz vor sechs Jahren schon einmal ausführlich berichtet. Damals sei die Sorge innerhalb des Sicherheitsapparates groß gewesen, dass die „Spontangewalt“ in organisierten Terror umschlagen könnte und eine Art rechte „RAF“ entsteht, sagt Laabs und das sei heute nicht anders.

Die Szene hat sich derweil gewandelt, Bomberjacke, Glatze und Springerstiefel gehören der Vergangenheit an. Die geistigen Kinder der „Baseballschlägerjahre“ sind nicht mehr auf den ersten Blick zu erkennen. Vielfach agiere man heute „unterhalb der Sichtschwelle“, erklärt der Journalist, die erste Radikalisierung finde häufiger über das Internet „im Kinderzimmer“ statt. Über das Web sei man zudem international vernetzt. Der junge Attentäter, der in München 2016 neun Menschen erschießt, war so ein Fall. In der gemeinsamen Chatgruppe im Netz fabulierte man über die „Überlegenheit der arischen Rasse“ und ließ den Mörder nach der Tat als Held hochleben. Ein Forumsteilnehmer aus den USA, mit denen der Münchner in Kontakt steht, wird 2017 selber zur Waffe greifen und in New Mexico um sich schießen.

Der Journalist und Autor Dirk Laabs in Nordhausen (Foto: agl) Der Journalist und Autor Dirk Laabs in Nordhausen (Foto: agl) 2018 fliegt die Gruppe „Nordkreuz“ und in der Folge auch das „Hannibal“ - Netzwerk auf. In deren Reihen finden sich auch Soldaten, Polizisten und sogenannte „Prepper“. Man will geheime Munitionsdepots anlegen und führt „Feindeslisten“ mit rund 25.000 Namen. Bei der Bundeswehr verschwindet derweil reichlich Munition. 2019 wird der Politiker Werner Lübke von einem rechtsextremen aus Hessen ermordet, 2020 wird gegen 20 Mitglieder des Kommando Spezialkräfte wegen rechtsextremistischer Vorfälle ermittelt, weitere Ermittlungen folgen im Jahr darauf. Und immer wieder sorgen rechte Chatgruppen für Wirbel, zuletzt im Mai diesen Jahres, als gleich 67 solcher Gruppen bei der hessischen Polizei bekannt werden, Ausmaß und Umfang seien „besorgniserregend“ hieß es aus der Politik.

Déjà vu
Für die Schlagzeilen des heutigen Tages passe die Überschrift „Déjà vu“, schreibt Laabs am morgen auf Twitter. Die Bilder gleichen sich, wieder einmal. Wieder führten die Spuren zur KSK-Kaserne nach Calw, wieder waren Verdächtige in „Vorläufereinheiten“ des KSK aktiv. Und wie schon beim „Hannibal“ Netzwerk gibt es Kontakte und Überschneidungen zur Reichsbürgerszene, Verbindungen zu Mitgliedern der AfD und den Versuch, zivile Mitverschwörer zu finden.

„Wir haben in den letzten Jahren eine klare Verschiebung des Diskurses gesehen, aber es passiert einfach nichts. Kritik wird schlicht abgekanzelt.“, sagte der Autor vergangene Woche in Nordhausen. Nach all den Vorfällen sei man „abgestumpft gegen das Mögliche“, die Vorstellung dass es bei Polizei, Bundeswehr und Behörden Neonazis gibt und das eine Einheit wie die KSK im Verdacht steht, von Rechtsextremen durchsetzt zu sein, habe sich „normalisiert“. „Aber es gibt in der Szene Verschwörungserzählungen vom „Tag X“ und das ist gefährlich. Es geht hier klar gegen die freie Gesellschaft und das sollte alle angehen“, mahnt der Journalist in Nordhausen. Die Szene sei groß und habe sich über die Jahre in der Gesellschaft verästelt.

Die Gefahr werde auf Seiten der Behörden durchaus gesehen, man habe hier große Sorgen das „einer der Spinner durchrutscht“, sagt Laabs. Das V-Männer wie „Tarif“ weiter Mittel zum Zweck sein werden, darf vermutet werden, es liegt aber in der Natur der Sache, dass man hier nichts genaueres weiß. Für Laabs ist das Handeln der Behörden, insbesondere der Geheimdienste, ein zweischneidiges Schwert. Grundsätzlich müsse man innerhalb der rechten Szene davon ausgehen, dass jeder zweite ein potentieller Verräter sei, was abschreckend wirke.

Auf der anderen Seite seien die Ermittlungen zum NSU letztlich ein „deprimierender Tiefpunkt“ und eine „Niederlage für die Demokratie“ gewesen. „Es wurde wirklich viel Aufwand betrieben, um die Verflechtungen aufzuklären aber die Exekutive hat sich am Ende durchgesetzt und ihrer Verantwortung entzogen. Der V-Mann Michael S., alias „Tarif“ sei immer noch „ein vom Staat gedeckter Gewalttäter, der sich nie ernsthaft mit seinen Taten auseinandersetzen musste“ und sich stattdessen mit Steuermitteln in Schweden ein Leben habe aufbauen können.

Der Verfassungsschutz müsse mindestens durch die Staatsanwaltschaft, besser noch durch das Parlament effektiv kontrolliert werden. Für Laabs bedeutet das: anlasslose Kontrolle, ohne das Informationen zurückgehalten werden. Gänzlich ohne klandestine Dienste werde man aber nicht auskommen.

Dass Wachsamkeit nötig ist, haben die heutigen Durchsuchungen erneut gezeigt. Im Ratssaal schloss Dirk Laabs mit einem Lichtblick: nach all den Jahren, vielen Recherchen und manchen Rückschlägen sei er doch der Überzeugung, dass die Gesellschaft stärker ist, als wir ahnen.
Angelo Glashagel
Autor: red

Kommentare
politicallyincorrect
07.12.2022, 15.25 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
politicallyincorrect
07.12.2022, 15.31 Uhr
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politicallyincorrect
07.12.2022, 15.42 Uhr
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Romikon
07.12.2022, 15.57 Uhr
Wenn man den eigenen "Wortsinn Reichsbürger" dieser
Gruppe Reichsbürger rechergiert und zwar durch deren eigene Vorstellungen findet man erstmal keinen offenen Terrorgedanken.
Für die hat rein Völkerrechtlich das "Deutsche Reich" nie aufgehört zu existieren.Durch die Zerschlagung Hitlerdeutschlands und keinen bindenden Friedensvertrag durch die Siegermächte existiert in deren Augen ein rechtfreier Raum über Deutschland .Deutschland ist für sie kein völkerrechtlicher Staat sondern eine GmbH.Rein nach dem Völkerrecht.
Eine gesamtdeutsche Verfassung steht ja auch noch aus.Das Grundgesetz sollte nur bis zur Wiedervereinigung gelten.
Soweit ich weiss forden die Reichsbürger eine Verfassungsgebende Versammlung für das gesamte Deutsche Volk.
Der Verfassungsschutz scheint ja da grobe Verstösse festgestellt zu haben !
Herr Schröder
07.12.2022, 16.03 Uhr
Zusammenfassend kann man sagen:
"Sowas kommt von Sowas"
Als politisch führende Kraft sollte man ganz genau aufpassen was man dem Volk zumutet und wo man das Volk überfordert.
Stichwort: unkontrollierte Einwanderung, Billiglohnregion Neue Bundesländer oder die Klimakriese usw. ...
Das Volk sucht sich schon seine Kanäle, ...
Leser X
07.12.2022, 16.08 Uhr
Zulauf für Rechtsextremisten
Da lohnt mal ein Blick in die Geschichtsbücher, wodurch solche Ereignisse erzeugt werden. Nämlich immer dann, wenn die Politik am Volk vorbei regiert.

Da auch eine im Bundestag vertretene Partei verstrickt scheint, sollten doch langsam auch bei den Unbedarftesten die Alarmglocken angehen.

Die Putschisten gehören bestraft. Ich persönlich jedenfalls möchte nicht unsern alten Kaiser Wilhelm wiederhaben...
Bodo Bagger
07.12.2022, 17.11 Uhr
Sind das noch Neonazis, oder...
...sind das schon, im besten Fall wildgewordene Verfassungsschützer, oder gar Verfassungsschützer, die im Auftrag entsprechende Straftaten verübern um ein entsprechendes Meinungsbild in der Bevölkerung zu erzeugen und zu unterhalten?

Von der Stasi lernen, heisst da siegen lernen, dort nannte man das glaube ich Subversion. Da gab es dann auch die Stasis, die vermeintlich einen auf Klassenfeind machten, in Wirklichkeit aber die eifrigsten Informationsbienen waren.
murmeltier
07.12.2022, 17.23 Uhr
Wiederholung
Was ich nicht verstehe: warum wird hier ein Artikel mit nahezu gleichem Inhalt von 2016 wiedrholt. Funktioniert so die linke Geldverdien-maschiene? Und übrigens: einen vollen Bürgersaal habe ich anders in Erinnerung. Ist wohl eher ein Treff der linken, woken Zivilgesellschaft, die gerade mal ihre Jugendweihe hinter sich haben.
HisMastersVoise
07.12.2022, 17.45 Uhr
Schluss mit lustig !
Selbstverständlich hat jeder das Recht, sich in den Staat zu begeben, welcher seinem wie auch immer gearteten Gedankengut und Verständnis entspricht. Wir leben hier aber in Deutschland. Und es war mehr als überfällig, daß der Rechtsstaat endlich auf demokratiezesetzende Strömungen reagiert. Denn unsere Staatsorgane haben das Volk und unsere Demokratie zu schützen. Natürlich haben wir hier Meinungsfreiheit. Aber damit ist nicht verbunden, daß hier jeder tun kann, was er will. Denn wie immer, wenn der Diskurs verweigert wird, radikalisieren sich diese Gruppen zum gewaltsamen Rechthabenwollen. Die übergroße Mehrheit der Deutschen hat lange genug diese Auswüchse der Antidemokratie ertragen. Nun ist das Maß voll und endlich zeigt der Rechtsstaat Flagge und Faust. Ich sehe das als Signal an alle, welche noch nicht in der Realität angekommen sind. Es reicht....endgültig !!
Kobold2
07.12.2022, 18.42 Uhr
Bedenklich,
aber nicht überraschend sind hier einige Kommentare und Reaktionen.....
In der Demokratie leider noch immer nicht angekommen.....
henry12
07.12.2022, 19.40 Uhr
Rechter Terror
25 Mann planen also einen Putschversuch ? In einem 80 Mio Land ?
Dann müssten eigentlich Psychologen den Fall übernehmen.
Oder waren das Iron-Man, The Flash, Aquaman und Co. , Spiderman, Batman und Superman ? Dann reicht auch die Bürgerkriegspolizei nicht
mehr aus. Nettes Arrangement, so kurz vor Weihnachten.
Ein Glück, das die Nancy so wachsam ist !
Romikon
07.12.2022, 20.07 Uhr
bedenklich und bedauerlich Kobold2 haben wir uns
seit 1989 in unserer (Nachkriegs) Demokratie zurückentwickelt.
Ich hatte den Eindruck,dass wir in den Jahren nach 1989 mehr Demokratie und Bürgernähe hatten als jetzt in diesem haltlosen Chaosstaat mit mutwillig herbeigeführtem ""Zuständen"".
Ich muss ihnen recht geben .Wir sind von einer richtigen Demokratie meilenweit entfernt.
Wie heisst es so schön? hat mal ein bekannter Mann übrigens gesagt:
Demokratie ist die Freiheit von Andersdenkenden.
Und was ist los??
Kobold2
07.12.2022, 20.49 Uhr
Den gesellschaftlichen
Rückschritt beschreibe ich seit Jahren.
Sinkendes gesellschaftlichens Niveau fehlendes Unrechtsbewußtsein, betreutes Denken, hinterherlaufen von Märchenrzählern und Populisten,
Verdrehen von Tatsachen, oder in ihrem Fall von Geschichtszitaten, damit nur die eigene Blase genährt wird.
Dazu gehört auch das hämische reduzieren auf 25 derzeit Festgenommene, wohlwissend das es noch unzählige Sympathisanten und Mitläufer gibt.. Dazu finden sich schon reichlich Anzeichen, selbst in dieser Kommentarspalte. Da wird man nicht mal müde, nach meinem ersten Kommetar noch reichlich weitere Bestätigungen zu liefern.
Berserkertom63
07.12.2022, 21.00 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert.
H.Freidenker
07.12.2022, 21.39 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Wenn es »verwirrend« ist, muss es gesperrt werden. Es ist »verwirrend«. :-)
Komiron
07.12.2022, 22.45 Uhr
@ Romikon
Der berühmte Mann
hörte übrigens auf den bürgerlichen Namen
Rosa Luxemburg
grobschmied56
07.12.2022, 23.13 Uhr
Man darf gespannt sein ...
... welche konkreten TATSACHEN die hochnotpeinlichen Verhöre und Untersuchungen ans Licht bringen. Natürlich kann man in paar Dutzend politischer Wirrköpfe eine gefährliche 'Putschisten-Partei' sehen. Worauf es ankommt, ist allerdings die MÖGLICHKEIT, tatsächlich nennenswerte Gewalt auszuüben. Dazu gehört eine erhebliche Menge an wirksamen und schlagkräftigen Waffen und eine gute Ausbildung, um auch damit umgehen zu können.
Bin gespannt, was man uns da präsentiert. Wahrscheinlich nur mal wieder den üblichen Krimskrams und Klimbim. Ein paar Jagdgewehre (zweischüssig), ein paar Druckluftwaffen, Messer, Knüppel pi pa po...
Sollte mich wundern, wenn was anderes bei rauskommt.
Natürlich werden sich ein paar Leute ganz schrecklich fürchten. Hauptsächlich solche, die ein harmloses Luftgewehr nicht von einem Ak 47 oder M 16 unterscheiden können und alles für gleich tödlich und gefährlich halten.
Putschisten, die einen Umsturz geplant haben?
Solche armen Hascherln...
Selbst wenn unsere Bundeswehr und Polizei inzwischen auf einem beklagenswerten Stand sind, vor solchen Heinis brauchen sie sich kaum zu fürchten.
Rein juristisch gesehen, mag der Plan eines Umsturzes erkennbar und nachweisbar sein.
Rein juristisch gesehen mache ich mich auch schuldig des versuchten Bankraubes, wenn ich mit einem Gas-Feuerzeug oder einem Dosenöffner an einem Banksafe herumhantiere. Da das Ganze natürlich überhaupt keine Aussicht auf Erfolg hat, mache ich mich eigentlich nur lächerlich. Ein vernünftiger Richter würde mich also nicht wegen versuchten Bankraubes, sondern wegen Sachbeschädigung oder grobem Unfug verurteilen.
JackDaddel
08.12.2022, 07.11 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bezug zum Artikel?
Mitternacht
08.12.2022, 07.23 Uhr
@romikon
Das Zitat lautet nicht "Demokratie ist..." sondern Freiheit ist..." und stammt von keinem Mann, sondern von einer Frau.
Ihr übliches Halbwissen, und Halbwissen ist auch gefährlich.
Marco Müller-John
08.12.2022, 07.24 Uhr
......kein Terror, nur widerliche Schmarotzer
Reichsbürgers sind, neben ihrem romantischen Interesse an alternativen realitätsfernen Geschichtsdeutungen , vor allem eines, geizig und gierig. Sie nutzen die Vorteile dieser Gesellschaft mit allem Zip und Zapp. Sollen Sie der Gesellschaft Geld bezahlen, ziehen Sie sich in ihre Blase zurück, teilweise extrem radikalisiert, was die Sache gefährlich macht.

Also statt diese Menschen mit zu viel Aufwand , wegen dieser Masche zu verfolgen und zu kontrollieren , würde ich Sie bei Ihrer Überzeugung packen und sie Ernst nehmen. Wenn also alles nach deren Meinung ungesetzlich ist, dann sollten Sie auch auf alles verzichten, was sie von der Gesellschaft bekommen.

Keine Leistungen und keine Dienstverhältnisse mehr vom Staat. Entzug der Ausweispapiere und Führerscheine, Aberkennung der bürgerlichen Rechte. Entzug der gesetzlichen Krankenversicherung. Entzug gesellschaftlicher Rechtsansprüche, wie Renten, Pensionen u.s.w.

Eine Recherche in den Landratsämtern und den Kommunen zu dem Gebahren solcher Reichsbürger , würde so manchem Leser hier die Augen öffnen.
diddi72
08.12.2022, 08.19 Uhr
Verharmlosung
Herr grobschmied,

haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?

Ich zitiere mal:
"Das Bild, dass sich den ersten Berichten nach zeigt ist erschütternd: die Umsturzpläne scheinen umfangreich und detailliert gewesen zu sein, von einer zu etablierenden Machtstruktur samt Postenvergabe und einem „bewaffneten Arm“, bestehend aus ehemaligen NVA Soldaten und aktiven Kräften der Bundeswehr bis hin zu Mitgliedern des Kommando Spezialkräfte, ist die Rede."

Das ist schon etwas mehr als Ihr "Ein paar Jagdgewehre (zweischüssig), ein paar Druckluftwaffen, Messer, Knüppel pi pa po..."


Gruß
Diddi
Gehard Gösebrecht
08.12.2022, 08.23 Uhr
Das ist ja mal ganz was Neues
Ein Thüringer Adliger, ein Herr von....
will die BRD in seinen Festen erschüttern.
Was will dieser Herr von, eigentlich?
Den Adel wieder einführen, damit man wieder auf den Burgen und Schlössern rauschende Feste feiern kann und das Gemeine Volk unten im Tal um Almosen bettelt?
Ich bin wahrlich kein Freund dieser Scheindemokratie.
Wenn sich aber der deutsche Adel mit Umsturz Gedanken beschäftigt, dann wird es mir warm unter der Jacke.
Selbst bei winterlichen Temperaturen.
Gehard Gösebrecht
08.12.2022, 08.58 Uhr
Nachtrag zum Vortrag
Es wird wohl diesmal der Paragraph 81 StGB herauskommen. Herr grobschmied56
Die Art der Waffen wird wohl eine untergeordnete Rolle spielen.
10 Jahre oder Lebenslang wird wohl auf der Tagesordnung stehen.
Die Berliner Politikelite wird diesmal alle Register ziehen.
Kobold2
08.12.2022, 11.10 Uhr
Und was ist los??
fragt sich Romikon und sicher einige Mitstreiter.....
Das sieht man deutlich an den Reaktionen zu den Kommentaren, die sein verdrehtes Zitat hier korrigiert haben.
Ein weiterer beschämender Hinweis auf den gesellschaftlichen Niedergang....
Aber es liegt ja an den "Anderen"..... oder den Flüchtlingen, oder den Grünen, oder den USA.....
Hauptsache die Welt bleibt schön einfach.
Da versteht man schon das Interesse an den neuen Aufbau einer Diktatur nach altem Vorbild, wo von Oben der Großteil vorgegeben wird.
nur_mal_so
08.12.2022, 11.16 Uhr
Ich verstehe den Versuch der Verharmlosung nicht.
"Haha, 25 Hanseln, haha, die gehören eher in die Psychiatrie, haha, wie soll das denn gehen, haha, da wird von der Bundesregierung mal wieder ein Luftdruckgewehr zu gefährlichen Waffe erklärt, haha"

Ich muss weder übertrieben ängstlich noch Anhängerin von Verschwörungsmythen sein, um mir vorstellen zu können, dass ein hochrangiger Bundeswehr- oder ehemalige NVA-Offiziere nicht allein stehen, sondern ganz sicher einen gleichgesinnten Freundeskreis haben, der wahrscheinlich auf ein entsprechendes Zeichen wortwörtlich "Gewehr bei Fuß" gestanden hätte.
Wer hält denn bei einer Anakonda nur den Kopf, nicht aber die folgenden zehn Meter Muskelmasse für gefährlich?

Und wenn ich solche Relativierungen lese wie "das ist ja eigentlich verständlich, was Reichsbürger sagen" oder "sowas kommt von sowas", dann wird mir erst recht schlecht.
nur_mal_so
08.12.2022, 11.42 Uhr
Auch ich habe einen Nachtrag:
Ich glaube nicht, dass Waffen, an die Bundeswehr- und ehemalige NVA-Offiziere herankommen, Luftdruckgewehre sind. Dafür darf es gern einen "Daumen runter" geben.
Mir macht nicht nur die Relativierung bis Verharmlosung, sondern die gewisse unterschwellige Akzeptanz bis Zustimmung Angst, welche in einigen Kommentaren hier mitschwingt. In diesem Zusammenhang macht mir Sorge, für welche Seite eines Putschversuches jemand Partei ergreifen würde, der für die berechtigte Korrektur eines falschen UND falsch zugeordneten Zitats den "Daumen runter" gibt.
Die Vergangenheit falsch zitieren, aber zu wissen glauben, wie die Zukunft auszusehen habe. Ja, sowas macht mir Sorgen.
BerndLuky
08.12.2022, 12.00 Uhr
Erstaunlich...
(Schein-)Asylant ermordet 14jährige und verletzt ein weiteres Mädchen! Einzelfall Nr:121104322! Und nicht mal 48 Stunden später, ist davon nichts mehr zu lesen, da ja die BRD (husthust) hier einen gefährlichen (husthust) Nazi-Reichsbürger Ring sprengt!
Ich kann nicht mehr vor Lachen!
Und dann noch diese dahergelaufenen pseudo Rechtsextremismus-Experten! Diese gab es schon damals in Nordhausen, heute sitzen diese Menschen in Berlin auf Kosten des Steuerzahlers und labern irgendwas von Nazis hier und Nazis da! Alles Nazis außer Mutti!
Es erweckt den Anschein, dass die BRD langsam aber sicher den Sprung über die Klippe macht! Ich würde diesem möchtegern Staat nicht hinerher trauern!
Undine
08.12.2022, 12.46 Uhr
Ein Sturm im Wasserglas,
kam genau zur richtigen Zeit, alle Medien waren schon vor Ort. Aber scheint ja bei Einigen trotzdem die gewünschte Wirkung zu erzielen.
Axel S.
08.12.2022, 13.20 Uhr
Ja, Undine...
...in der Tat wurden die Medien wohl zuvor über die Razzia informiert.

Ich finde das zum Einen bedenklich, da solche Aktionen auf den Überraschungseffekt angewiesen sind, was eine gewisse Verschwiegenheit im Vorfeld bedingt.

Andererseits finde ich es gut ! Zu mal hier ein Zeichen gesetzt wird: Demokratiefeinde jedweder Art, Reichsbürger und Anhänger seht her, wir sind bereit unsere Demokratie vor euch zu schützen.

Ohne den Medienrummel hätte die Razzia auch stattgefunden und es hätte hinterher eine Pressemeldung gegeben... die dann von den immer gleichen wieder angezweifelt wurden wäre....

Je nachdem, wo man sich selbst einsortiert, findet man die Aktion eben gut oder nicht... Wichtig ist, dass hier Rädelsführer aus dem Verkehr gezogen wurden.
Bodo Bagger
08.12.2022, 13.29 Uhr
Es wurden wohl 52 Personen während des Einsatzes in Gewahrsam genommen....
von denen derzeit 25 noch in Haft sind.

Wenn man sich die Bilder der Inhaftierten so anschaut, weiss man nicht, ob die 27 derzeit nicht mehr Inhaftierten Mitverschwörer oder doch eher gesundheitlilches Pflegepersonal waren, die man fälschlicherweise festgenommen hat.
BerndLuky
08.12.2022, 14.15 Uhr
Nachtrag..
Laut Videos (die auch bei Bild und Stern kurz gezeigt wurden) wurde zb. die Wohnung eines Greis von den harten Herren des SEK gestürmt! Die harten Herren vom SEK haben die Fensterscheibe mittels Sprengung zerstört und der ältere Herr hat danach das kapute Fenster geöffnet und wusste nicht mal was los war, als ihm zwei harte Herren vom SEK mit Maschinenpistolen im Anschlag von der Straße aus zugerufen haben, er solle die Hände hoch nehmen! Was für harte Typen! Einen Greis so zu verhaften, zeigt, welches geistes Kind in den harten Herren vom SEK steckt! Ein Staat der Angst vor einem Greis hat und seine Bluthunde schickt, brauch mir nichts von Demokratie erzählen! Dieser Staat hat schon lange versagt!
Paulinchen
08.12.2022, 14.18 Uhr
Warum hat man die selbsternannten...
... Reichsbürger nicht gleich zu Beginn richtig ernst genommen? Als der erste Polizeibeamte bei einem Einsatz ums Leben gekommen ist, wo bitte war da die Erkenntnis, diese Menschen gehen über Leichen.
Gleich zu Beginn nach dem Bekanntwerden dieser Staatsfeinde, hätte man deren Grundstücke von allen Ver-u. Entsorgungsleitungen trennen müssen. Kein Strom, kein Wasser und das Grundstück eingezäunt. Wenn sie rauswollten, bräuchten sie ein Visum, welches sie im Außenministerium per Internet (ohne Strom?) beantragen müssten. Wenn das Toilettenbecken randvoll ist, sie ihre Vorräte an Lebensmitteln verbraucht haben, kämen sie mit Sicherheit ins Grübeln. Genau so stelle ich mir die Situation vor, wenn das Schloss des Thüringer Prinzen komplett abgeriegelt wäre. Mit wem bitte wollte er sich dann noch in Verbindung setzen? Er wäre genau wie seine Kumpanen zu einem NICHTS geworden.
Denn Fakt ist und das macht mir mit der Bekanntgabe der Mitglieder Angst, gefährlich wären sie auf jeden Fall. Und hier danke ich allen Beteiligten, welche seit fast einem Jahr daraufhin gearbeitet haben, dass es gestern sowohl in Deutschland als auch in Österreich und Italien, zu diesem erfolgreichen Zugriff gekommen ist.
Denn ein Überfall auf den Reichstag, hätte mit den Erfahrungen der ehemaligen Elitesoldaten, durchaus böse enden können.
Deshalb wäre es auch sinnvoll, die Aktionen der "Letzten Generation" nicht zu verharmlosen und endlich nach Recht und Gesetz gegen diese Menschen vorzugehen, wenn sie über die gesetzlichen Grenzen hinaus tätig werden. Hier sehe ich ebenfalls eine Art von Gewaltpotential gegen den Staat Bundesrepublik Deutschland.
Ich bin gespannt, wann die ersten, von den gestern festgenommen Personen wieder in die Freiheit entlassen werden. Weshalb darf bei den Demos überhaupt die Reichsfahne getragen werden? Haben jene vergessen, wohin die Deutschland einst geführt hat? Wie kann man mit, oder unter solchen Symbolen demonstrieren? Da hilft es später nicht, wenn man sagt, das habe ich doch nicht gewusst. Mit gegangen, mit gehangen ist dann das Urteil. Was hat das 9€ Ticket mit der Reichsfahne zu tun? Die Züge mit dem Symbol fuhren wo anders hin..... schon vergessen?
Mitternacht
08.12.2022, 14.22 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – kein chat, gehört auch nicht zum Beitrag,
grobschmied56
08.12.2022, 14.31 Uhr
Noch dünner als vermutet ...
... stellen sich inzwischen die Resultate der Großrazzia dar. Was haben 3000 (!) Polizeibeamte bei ihren Durchsuchungen gefunden?
Zitat (Welt):
'Nach Informationen von WELT wurden bislang eine scharfe Schusswaffe, Schreckschusswaffen, Prepper-Vorräte und Tausende Euro Bargeld gefunden. Ein Sprecher des Generalbundesanwaltes konnte zu beschlagnahmten Gegenständen am Mittwochnachmittag keine Auskünfte erteilen. Die Auswertung dauere an.'

Prepper-Vorräte und Tausende Euro Bargeld?
Muß ich mich jetzt vor einer Razzia fürchten? Zwar bin ich kein Reichsbürger - ich halte die für ausgemachte Spinner und Wirrköpfe - aber ein paar Dosen mit Suppe und 5 Packungen Nudeln in meinem Küchenschrank könnte man ja auch als 'Prepper-Vorrat' betrachten. Im ungünstigsten Fall findet man auch noch meine 300 Euro in bar - wie stehe ich dann da?
Andererseits - war es nicht gerade die Bundesregierung, welche die Leute ermahnt hat, für Krisenzeiten einen Notvorrat an Lebensmitteln und Bargeld anzulegen?
Fragen über Fragen.

Ich werde den Verdacht nicht los, hier soll mit viel Aufwand von anderen Problemen abgelenkt werden. Und bin damit nicht ganz allein. Selbst Frau Renner, MDB für die LINKE hat bei einem Interview die Meinung geäußert, das Ganze erinnere sehr an eine PR-Aktion.
Zitat:'Die Infos waren derart breit gestreut, dass es wie eine PR-Aktion wirkt. Die kann den zuständigen Behörden und Ministerien als Arbeitsnachweis dienen.'
(Quelle: n-tv)
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