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Fr, 15:10 Uhr
02.12.2022
Nachgedacht:

Willkommen im Mittelmaß

Zugegeben, meine Affinität für das Fußballspiel war schon mal größer. Das gilt sowohl für den lokalen Fußball als auch für den nationalen. Denn das, was auf den Sportplätzen dieses Landes passiert, das ist symptomatisch für das ganze Land…

Abgeflogen (Foto: @Photographer: Oliver Roesler) Abgeflogen (Foto: @Photographer: Oliver Roesler)
Wacker Nordhausen, der Verein, dem ein Vierteljahrhundert meine “Fußball-Liebe” galt, ist mittlerweile dort angekommen, wo er hingehört: auf einem Abstiegsplatz in einer Liga, die eigentlich kein Verein bespielen will. Und “Die Mannschaft” ist nach dem gestrigen Tag endlich dort angelangt, wo sie eigentlich seit mehr als vier Jahren ebenfalls besser aufgehoben ist - im sportlichen und kämpferischen Mittelmaß.

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Die Spieler, die scheinbar sorglos die vier Sterne auf dem Trikot tragen, sind sich ihrer Verantwortung nicht bewusst. Noch schlimmer, sie sind sich nicht einmal über die Bedeutung der Sterne im Klaren, die auch was mit Tradition zu tun haben. Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft war viermal Weltmeister und dreimal Europameister. Den letzten WM-Titel gab es im Jahr 2014. Ein Jahr später wurde der Titel “Die Mannschaft” erfunden. Deutsch und Nation mussten verschwinden, es musste dem Mainstream angepasst werden. Andere Nationen mit echten Nationalmannschaften belächelten die Verwandlung. Nur keinem zu nahe treten, vielleicht fühlt man sich anderenorts auf dieser Welt durch die deutsche Nation bedrängt?

Fest steht, dass die Umbenennung der Sympathie zur Mannschaft sehr abträglich war. Europameistertitel wurden seit 1996 nicht mehr geholt und mit dem Weltmeister war es dann ganz und gar vorbei. Und ein wenig ging mit der Zeit auch die Identifizierung derjenigen mit der Nation verloren, die für die Nationalmannschaft auserkoren wurden. Da, wo Fußballer anderer Nation einen gewissen Stolz verbinden, da schien hierzulande die Summe der ausgehandelten Belohnung mit dem DFB wichtiger.

Der deutsche Fußball war im Mittelmaß angekommen und fühlt sich seitdem dort pudelwohl. Mitunter konnten oder wollten die Stars nicht einmal die Nationalhymne mitsingen. Jetzt bewegen sie wenigstens die Lippen, wenn die Kamera in Großaufnahme vorbei getragen wird. Es scheint so, als wenn es keine Identifizierung mit der Heimat gibt. Zumindest nicht beim Vergleich mit anderen Mannschaften, die sich „Squadra Azzurra“, „Three Lions“, „Oranje“ oder „Equipe Tricolore“ nennen. So richtig emotional ist mir von dieser WM ein Moment in Erinnerung, als der Multimillionär Robert Lewandowski nach seinem Tor Tränen der Freude in seinen Augen hatte. Er weinte, weil er für sein Heimatland Polen ein Tor bei dieser WM erzielt hatte.

Wann ich das je bei einer deutschen Mannschaft gesehen hatte, kann ich nicht sagen oder aufschreiben. Ist auch egal: es spielt in diesem …land keine Rolle mehr. Man könnte Minderheiten mit zu viel Stolz auf die eigene Nation in ihren Gefühlen verletzen. Also: Wir werden uns mit dem Mittelmaß begnügen müssen. In diesem Fall mit dem sportlichen Mittelmaß.

Dafür waren die Mitglieder der “Mannschaft” und vor allem die sportpolitischen Vorgesetzten schon Haltungs-Weltmeister, bevor zum ersten Spiel gegen Japan angepfiffen wurde. Man zeigte der FIFA, diesem obskuren Fußballladen, wo der Haltungshammer hängt. Frau Innenministerin provozierte mit einer Armbinde und die Mannschaft musste sich den Mund zuhalten. Selbst die ARD als Chefmeinungsmacher musste gestern im Interview mit dem Obergeschäftsführer “Olli” Bierhoff anführen, dass nicht alle Spieler anfänglich bereitgewesen seien, ihren Mund zu verdecken. Peinlicher geht es nicht und wenigstens sind die Deutschen nun die “Weltmeister der Ausgelachten”.

Der Schweizer Nationalspieler Xhaka sagte bei einer Pressekonferenz „Ich persönlich habe das Bild nicht gesehen, das die Deutschen gemacht haben. Ich habe nur mitbekommen, was sie gemacht haben. Eine Geste, die jetzt Deutschland entschieden hat, aber ich glaube nicht, dass wir als Schweiz irgendetwas machen müssen.”

Das Mittelmaß im Fußball ist symptomatisch für beinahe das ganze Land. Es will derweil die komplette Welt nicht nur retten, sondern nebenbei noch die gesamte Atmosphäre dieses Planeten reinigen, die Weltmeere von Plastikmüll und die eigenen Straßen von Autos befreien. Es will die alternativlose Demokratie anderen Systemen aufoktroyieren, provoziert Länder mit nunmal anderen Rechtssystemen und schließt Tage später Handelsabkommen mit denen ab, die man öffentlich belehren will. Soll am deutschen Wesen wirklich wieder die gesamte Welt genesen?

Das will vermutlich niemand, denn wer will schon ein Land des Mittelmaßes zu seinem Vorbild haben? Schauen wir in die Bildung, in die berufliche Ausbildung, in die Art und Weise, wie zwischen Greifswald, Bremen oder Hamburg im Norden und München, Dresden oder Heidelberg im Süden studiert wird. Kann für andere Nationen ein Land ein Vorbild sein, in das jeder ohne Ausweis reinkommt und bleiben darf, sofern er das Wort “Asyl” einigermaßen fehlerfrei über seine Lippen bekommt? Um anschließend in den Sozialsystemen einen angenehmen Aufenthalt zu genießen?

Ist das Land wirklich ein Vorbild, wenn bei Aufnahmeverfahren für eine Ausbildung im öffentlichen Dienst die Anforderungen der Bewerber immer weiter nach unten geschraubt werden, um wenigstens einen Teil der offenen Ausbildungsstellen besetzen zu können? Was nutzt die technische Ausbildung von jungen Menschen, wenn die vor der erfolgreichen Entlassung aus der 10. Klasse vier Jahre lang keinen Physikunterricht hatten?

Die deutsche Fußballnationalmannschaft kann jetzt das Weihnachtsfest in Ruhe vorbereiten und muss sich nicht in diesem Katar der Autokraten auf dem Fußballfeld aufreiben. Hauptsache Haltung gezeigt. Irgendeine Auszeichnung wird die Bundesministerin des Innern und für Heimat von Deutschland schon parat haben. Vielleicht ja eine Armbinde mit “One Love”-Spruch drauf und einer persönlichen Widmung von Frau Faeser.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

Kommentare
Envites
02.12.2022, 15.40 Uhr
Der Auto ist Fußballfan, er kann es nur nicht mehr recht zeigen,
frei ein Habeck :-), der deutsche Fußball hatte ganz gute Ansätze, ich denke es sind die Aufstellungen und die Hackordnung, das System stimmt nicht. Bemerkenswert im Beitrag ist der Satz zum Gasliefervertrag ab wann? Es gehört in Deutschland einiges korrigiert. Der Fußball sollte exemplarisch davon befreit werden, die armen kleinen Millionärsbubies, die!
Frank Tabatt
02.12.2022, 15.44 Uhr
Auf den Punkt getroffen
Peter ganz große Klasse, Deine Analyse unseres Landes hat nichts vergessen.
Wir werden von einer zwar lautstarken aber eigentlich unwissenden Minderheit gegängelt. Egal auf welchem Gebiet - es gibt immer einen moralisch scheinbar über uns stehenden Menschen , der uns erklärt was falsch ist wie es gefälligst sein soll. Das ist schon schlimm , aber noch schlimmer ist es wenn wir uns als Mehrheit solchen Unfug gefallen lassen.
Ein kleines Beispiel: ich habe gerade eine Abdichtungsbaustelle in Bad Sachsa in einer Schule- besorgte Eltern machen dem Bauamt und dem Hausmeister die Hölle heiß , das ihre Sprosse keine schädigenden Stäube und Chemikalien abbekommen. Ich hab den besorgten Helikoptereltern bestellen lassen, das sie mich gern persönlich anrufen dürfen. Ich würde es ihnen gern erklären, das keine Gefahr besteht , leider meldet sich bisher keiner bei mir.
Das selbe Muster wie bei allem Unfug , der hier jeden Tag verbrochen wird, von hinten schießen und selber ducken.
Klausi-NDH
02.12.2022, 15.51 Uhr
Gute Zusammenfassung
Dem gibt es fast nichts hinzuzufügen.
Falls mit dem Vertragsschluß der Gasliefervertrag mit Katar gemeint ist, der hat nur im Mainstream stattgefunden.
Katar hat einen Gasliefervertrag mit dem US-amerikanischen Konzern Conoco-Phillips abgeschlossen und dieser liefert das Gas, sicher zu einem "tollen" Preis, an Deutschland.
Paulinchen
02.12.2022, 15.55 Uhr
Es ist eine KATARstrophe...
.... geworden. Aber man hat sich zumindest um Aufmerksamkeit bemüht, indem man um das Tragen einer bescheuerten Armbinde mehr Bedeutung als um die eigentliche Aufgabe widmete.

Noch vor dem ersten Anstoss der WM habe ich gelesen, dass der Vorgänger des derzeitigen Bundestrainers, seine Hilfe angeboten hat, aber vom amtierenden Trainer eine eher abfällige Ablehnung erhielt.

Mein Fazit: Hochmut kommt vor dem Fall.....
Pe_rle
02.12.2022, 16.20 Uhr
Weltmeister
außer Spesen nix gewesen
bevor der DFB-Vorstand, der Trainer, sowie Bierhof nicht ausgewechselt werden , wird es mit einem WM Titel nichts mehr werden. An Arroganz nicht mehr zu überbieten.
Die sind ja nicht mal in der Lage Ihre Fehler einzusehen.
Bei den Spielern haben sich ja einige bemüht, aber das reicht eben heute nicht mehr für eine WM.
HisMastersVoise
02.12.2022, 16.39 Uhr
Brot und Spiele !
Was haben denn die Menschen da draußen gedacht, warum ein Infantilo die Landesverbände praktisch auf Bewährung laufen lässt wegen einer Armbinde. Hier geht es darum, den Spagat zwischen der Unberührtheit des Sportes und brutalen wirtschaftlichen Interessen zu meistern. Und die UEFA ist ein Wirtschaftsunternehmen. Ihr wollt fairen und ehrlichen Sport. Dann schaut Euch die Fußballspiele des Nachwuchses möglichst ohne Beteiligung von Bundeseltern an. Und wenn es Sinn machen soll, dann unterstützt die Trainer so gut es geht. Ich bin mir sicher, daß uns bei allen Krokodilstränen da draußen Spanien mit dieser brillianten Leistung des Ausschaltens eines Mitkonkurrenten durch Versagen einen Dienst erwiesen hat. Oder glaubt hier jemand an Zufälle. Ein Weltmeister sollte gegen jeden gewinnen können. Das hat unsere Mannschaft leider ein Spiel zu spät begriffen. Also sparen wir viel Geld für Kost und Logis. Und die Bundesliga und die Schnäppchen bein Discounter gehen ja weiter.
Jäger53
02.12.2022, 16.46 Uhr
Frühes Ende
Gott sei dank sind die Millionäre aus Deutschland ausgeschieden. Sie sollten sich mit Fußball beschäftigen, denn dafür zahlt der Steuerzahler, wird aber auch diesmal nicht zu teuer. Unsere zu hoch bezahlten Profis sollten sich nicht mit Politik beschäftigen, man sollte Sport und Politik trennen. Außerdem waren sie Gäste in diesem Land und dann hat man sich den Gesetzen und Geflogenheiten des Gastgebers anzupassen und nicht mit Armbinde und Mund zuhalten gegen irgendwas zu protestieren. Von Gästen die nach Deutschland kommen verlangt die Regierung das ja auch.
Kobold2
02.12.2022, 17.18 Uhr
Dieser Boykott
Hat ein bißchen lange gedauert......
Die Italiener habens besser und konsequenter gemacht. Die Kohle für die Anreise, wäre beim Nachwuchs besser angelegt.
Jetzt noch aus der FiFA austreten, dann haben sie meine vollen Respekt!
Kama99
02.12.2022, 17.20 Uhr
Sehr gelungener Beitrag ...
dem ist kaum etwas zuzufügen. Die Krönung war für mich im nachhinein, die Aussagen mancher Reporter, die Spanier seien Schuld am Ausscheiden unserer Gurkentruppe. Vielleicht sollten wir die nächsten großen Turniere von Haus aus erst mal freiwillig aussetzen. Vorher großkotzig loslegen, wir werden Weltmeister und dann kläglich versagen. Aber ich denke, die Spieler sitzen bequem im Flieger und schauen sich ihre Überweisungen vom DFB auf ihr Bankkonto an.
BerndLuky
02.12.2022, 17.22 Uhr
Oh ja...
Ich gebe es voller Stolz zu.. Ich habe gejubelt als ich den Punktestand von "der Diversity Wins Manschaft" gesehen habe. Und noch größer war mein Stolz, als ich gesehen habe, wie diese "Diversity Wins Manschaft" in den Flieger stieg und davon flog! Noch nie in meinen 35 Jahren Fussballbegeisterung habe ich mich so über den Rauswurf einer pseudo Nationalmanschaft gefreut! Ich hoffe bei der nächsten WM ist es wieder so! Wünschen tu ich es dieser falschen Nationalmanschaft!
icke58
02.12.2022, 17.25 Uhr
Zur WM
Mann gut das die Bayern Spieler nicht alles richten können. Der Trainer hat fest in die Fußstapfen getreten von Löw ich bestimme egal was die Deutschen sagen. Abwehrspieler aus Dortmund schwimmen in der Bundesliga werden mitgenommen der Beste noch wird Heim gelassen. Bierhoff weg und Flick gleich mit oder bekommt nochmal Verlängerung seines Vertrages und schönes Geld oben drauf.. Bei Löw war es doch auch so er freut sich immer noch. Hoch lebe der Deutsche Fußball!!
Psychoanalytiker
02.12.2022, 17.36 Uhr
Toller Artikel, tolles Resümee
Auch ich empfinde genau so, wie es P.-S. Greiner hier niederschrieb und wie es einige Kommentatoren auf den Punkt genau ergänzten.

Auch mein Empfinden bei der Entfernung des Wortteils "National"(Mannschaft) verstand ich von Anfang an nicht. Dies ist keine Deutsche Nationalmannschaft, kein einheitliches Team mehr, sondern ein zusammengewürfelter Haufen von überaus gut bezahlten Einzelspielern mit überdimensional hohen Einbildungsgrad und gehöriger Selbstdarstellung.

Deutsch(e)land war doch schon wieder in diversen Medien und dadurch auch im DFB der zukünftige Weltmeister, und das bevor die WM überhaupt begonnen hatte. Und dann entschied "der liebe Gott" mittels Videobeweis, dass wegen 2 Millimetern am Umfang des Balles dieser eben nicht im "Aus" war, Japan dadurch gegen Spanien 2:1 gewann und die immerwährende "große Klappe" zu einem massiven "Schweigen" mutierte.

"Mein" einstiger Vorzeigespieler Mesut Özil ist für mich das "Paradebeispiel", warum das "National" weggeschoben wurde. Wenn man die erworbene Nationalität nicht so lebt, wie es sein sollte und könnte, wenn man für Deutsch(e)land spielt und der Präsident eines anderen Landes als "mein Präsident" betrachtet wird, wenn der Bezug, der Idealismus, die Identität als Nationalspieler auflaufen zu dürfen fehlt, dann kann es nichts werden. Das gilt im Allgemeinen für mich auch bezüglich mehrerer Staatsbürgerschaften, wenn man nämlich potentiell die eine hat und die andere(n) lebt.

Und wenn man politische Gegebenheiten und Ideale über den Sport stellt, so mag das aus unserer europäischen Sicht ja völlig in Ordnung sein. Andere Länder sehen dies aber anders, haben ihre eigenen Anschauungen, lassen sich ihre Meinungen nicht ausreden und am Ende stört dieses Geplänkel um "Armbinden" und unterschiedliche Weltanschauungen den sportlichen Ablauf so, wie es jetzt geschehen ist.
Eckenblitz
02.12.2022, 17.39 Uhr
Ja, ja
Jeder bekommt das, was er verdient. Und in diesem Punkt haben Deutschlands Fußballer schon zu viel bekommen. Massen von Geld kassieren, aber keine Leistung bringen. Das spiegelt sich auch in der Politik der Nichtskönner wieder. (Hand vor Mund, Maulkorb das gilt in Deutschland schon lange) Nun gibt man den Japanern die Schuld. Aber das ist typisch für deutsches Versagen, Schuld haben immer andere, das ist den Deutschen Versagern eigen.
genau wie in der Politik. Jetzt kann man ja wieder gegen Katar ins Feld ziehen.
Geräte Müller
02.12.2022, 17.47 Uhr
Aus der Seele gesprochen
Stimmt wirklich alles! Die momentane Mentalität in Deutschland wurde schon einmal von Dostojewski vor langer Zeit beschrieben: "Die Tolleranz wird ein solches Ausmaß erreichen, dass intelligenten Menschen das Denken verboten wird, um die Schwachköpfe nicht zu beleidigen." Wie aktuell...
Jörg Wolf
emmerssen
02.12.2022, 18.03 Uhr
Daumen hoch Herr Greiner
Wem eine blöde Armbinde wichtiger ist als das eigene Spiel braucht hinterher nicht jammern, wenn man ausscheidet. Aber das Verhalten unserer ,, Mannschaft " ist ja nur ein Spiegelbild unserer verblödeten Gesellschaft.
Marino50
02.12.2022, 18.16 Uhr
Fußball-WM
...wenn man sich mehr auf den Sport konzentriert hätte, wäre vielleicht das Team auch weiter gekommen.
Sport sollte Sport bleiben. Politik sollte da außen vor sein. Jetzt kann die deutsche Mannschaft im Flugzeug die bunten Fahnen wehen lassen und Armbinden tragen.
Beim letzten Mal ging es auch um Politik, genau um ein Foto mit dem türkischen Staatschef von 2 Spielern.
Kein Wunder, dass so etwas in die Hose geht.
N. Baxter
02.12.2022, 18.29 Uhr
Futschland
wie auch bei der Bildung, Infrastruktur, Medizin- und Pflegewesen und vielen weiteren, alles nur noch unteres Mittelmaß...!
Willkommen im Abseits.
henry12
02.12.2022, 19.48 Uhr
Fußball-WM
Die Nationalmannschaft und ihr Verbandsclan um Bierhoff ist ein Spiegelbild dieser real existierenden Gesellschaft. Die besten Zeiten sind vorbei. Große Klappe, nichts dahinter. Unerträglich überhebliche Reporterkommentare bei den Spielen, Diverses Gelaber in den Expert*innenrunden. Vll. sollten sie beim nächsten CSD auftreten und werden Mannschaft der Herzen.
diskobolos
02.12.2022, 21.19 Uhr
Mir war es recht so
Das Ausscheiden aus dem Turnier verhindert Bilder der Arroganz, wie wir sie 2014 gesehen haben.

Nun kommen all die Millionen Nationaltrainer zum Zuge, die es besser gewusst haben.

Am Einsatzwillen hat es m. E. weniger gefehlt, auch nicht an Identifikation mit der Nation. Ich erinnere mich an eine Handball-WM, bei der die BRD-Mannschaft ihren Bus mit einem großen Banner "Die deutsche Handball-Nationalmannschaft" ausstaffiert hat. Die DDR fuhr einfach in dem vom Veranstalter gestellten Bus. Und wer hat das Spiel gewonnen?

In den heutigen Analysen liest es sich oder hört es sich so an, als wäre ein Weiterkommen sicher gewesen, wenn man diese oder jene Veränderung gemacht hätte. Das ist doch Unsinn. Man vergisst dabei völlig, dass Fußball ein Spiel ist, in dem Glück und Pech, anders ausgedrückt: der Zufall eine große Rolle spielen. Ob ein Schuss ins Tor geht, ist oft eine Zentimeter-Sache. Und solche Situationen gibt es manchmal 10 in einem Spiel. Wenn man Pech hat gehen die alle gegen einen aus. Aber das macht auch den Reiz des Spiels aus.
Nur dadurch kann auch mal eine an sich schwächere Mannschaft gewinnen. Oder wie der alte Herberger gesagt hat: Die Leute gehen zum Fußball, weil sie nicht wissen, wer gewinnt.

Ich freue mich auf den weiteren Verlauf der WM mit sicherlich vielen Klassespielen
Hayden 69
03.12.2022, 07.36 Uhr
Nationalmannschaft
Das hat doch mit einer deutschen Nationalmannschaft nichts mehr zu tun, die sollten stolz sein das sie für ihr Heimatland spielen dürfen, aber diese Legionäre spielen doch nur noch wegen den überzogen Gehältern.
tannhäuser
03.12.2022, 07.47 Uhr
Kleiner Nebeneffekt:
Vor 4 Jahren ist teilweise bis zum Ausscheiden nach der Vorrunde der Bierhoffschen "National-Verlustgänger" das Telekomnetz aus kapazitiven Überlastungsgründen zusammengebrochen.

Das dürfte diesmal nicht passiert sein, als Telekoms Magenta-TV auch für diese WM schon vor Jahren mit einer horrendenen Millionensumme dem ÖR die Rechte gemäß dem alten Sky-Slogan "Alle Spiele - Alle Tore" abluchste!

Ich wünsche allen Telekom-Kunden (Bin schon seit Jahren keiner mehr), dass nicht auf Ihre Kosten durch Vertragspreiserhöhung die zu erwarteten Verlust vom Magenta-Streaming abgemildert werden sollen!

Für mich ist der Fußball seit Monaten (Betrifft auch meine früheren Lieblinge Bundesliga und Premiere League) auch wegen der unverschämten Preiserhöhungen für Bestandskunden bei Sky und DAZN komplett gestorben.

Dies war die 1. und nicht letzte WM, bei der ich kein einziges Spiel live sah und mich nur im Internet für das peinliche Brimborium drumherum interessierte, aber nicht mal explizit über die Spielergebnisse informierte.

Danke an PSG an seinen höchstniveauvollen Artikel und alle Kommentatoren, die ausdrückten, was ich ebenso empfinde!

Schönen 3. Advent an alle Beteiligten und ihre Familien
Leser X
03.12.2022, 09.24 Uhr
Ich habe mich richtig gefreut
Schön, dass sie rausgeflogen sind. Ich habe kein Problem damit, meinen Patriotismus habe ich eh schon vor 33 Jahren bestattet. Seit Sport nur noch Kommerz ist, kann ich nichts damit anfangen. Und dass Millionäre, die schon in jungen Jahren für alle Zeiten ausgesorgt haben, keine sonderliche Motivation zu haben brauchen, ist doch nachvollziehbar. Schuld an diesem systemischen Fehler hat aber auch eine Gesellschaft, die solche Verwerfungen zulässt und fördert.
Psychoanalytiker
03.12.2022, 11.21 Uhr
Da schrieb mal ein SPD-Mitglied ...
... ein Buch namens "Deutschland schafft sich ab". Er scheint damit Recht zu haben.

Im Land der aktuellen Fußball-WM saßen gestern ein paar Katarer im Fernsehen und machten sich über Deutschland mehr als lustig. Sie winkten "bye bye" und hielten sich den Mund zu. Außerdem bedankten sie sich bei ihrem Gott, dass er dafür gesorgt hat, dass Deutschland "nach Hause fährt".

Muss man da noch etwas dazu sagen? Deutschlands Fußball, die Politiker und die Medien, denen die Armbinde überdurchnittlich wichtig ist, werden verhöhnt und nicht mehr ernst genommen.

Bilder bei denen Putin deutsche Spitzenpolitiker wie kleine Kinder behandelt, aber auch "Bücklinge" vor denen, die uns zukünftig mit Gas und Öl versorgen sollen, tun ein übriges im Weltbild derer, die sich von Deutschland nichts (mehr) sagen lassen (wollen).

Und wenn deutsche Politik 1000mal Recht hat, immer mehr Länder lassen sich nichts mehr von uns sagen, lassen sich nicht in ihre inneren Angelegenheiten reinreden. Beispiele sind diese WM, die Flüchtlingspolitik, die (berechtigte) Forderung zur Einhaltung der Menschenrechte, das Streben nach einer "Führungsposition" und nicht zuletzt die Klima-Politik, die beim letzten Gipfel trotz Annalena Baerbock und junge "Aktivisten" massiv und kläglich scheiterte.

Wer so, wie im Fernsehen von Katar zu sehen, "vorgeführt", "ausgelacht" und "verhöhnt" wird, sollte mal tiefgründig darüber nachdenken, warum dies so ist, und was man daraus für Lehren ziehen sollte. Deutschland ist weder (zukünftiger) Fußball-Weltmeister, noch alleiniger Retter dieser Erde, noch ... .
Marino50
03.12.2022, 11.50 Uhr
Tannhäuser...
...Es ist der 2. ADVENT morgen. Aber ich wünsche das auch allen Kommentatoren.
Kritiker2010
03.12.2022, 11.52 Uhr
Fußball ist die denkbar schlechteste Projektionsfläche für Regenbögen
Nach meinem Verständnis gehören zum Fußball ein Rund aus Leder oder PVC, zwei Tore, und zwei Mannschaften.
Das ganze funktioniert, weil sich alle an dieselben Regeln halten und sich der Ausdruck von Individualität im Spiel auf technische Feinheiten beschränkt.
Zum Verdruss der bunten Gesellschaft müssen sich die Spieler auch noch "uniformieren", um eindeutig der einen oder der anderen Mannschaft zugeordnet werden zu können.

Damit ist Fußball die denkbar schlechteste Projektionsfläche für die verdrehte "Vielfaltskultur". Diese Denkweise führt vielmehr erst zum Mittelmaß und dann zu Totalausfall. Die Kultivierung des Individualismus und das wilde Zusammenkaufen irgendwelcher menschlicher Einzelkunstwerke schadet bereits seit vielen Jahren dem Zusammenhalt vieler Mannschaften und der Identifikation zwischen Mannschaft und Nation (oder Region).

Doch das dicke Ende kommt erst noch, denn einige Register wurden noch gar nicht gezogen. Die Armbinde und das Verhalten der Träger, inklusive Fancy Näser, ist nur die Einleitung des letzten Kapitels. Es wird wohl nicht lange dauern, bis eine Frauenquote oder Quoten für andere eingebildete Identitäten in der (Mann?)schaft gefordert wird.

Über die kindischen Erwartungen der Bunt-kulturellen, fußend auf mangelndem Verstand und fehlenden Geschichtskenntnissen, muss ich auch immer wieder lachen. In diesem Zusammenhang las ich in einem anderen Medium "dass die Deutschen ja eine historische Beziehung zu Armbinden hätten".

Für zusätzliche Erheiterung sorgt zudem ein aktueller Fernsehspot, der für Qatar wirbt - sinngemäß mit den Worten: "Kein Fußball - keine Sorgen."

Mein Schlusssatz als Fußball-Verweigerer:
"Hätten sie doch einfach nur Fußball gespielt ..."
tannhäuser
03.12.2022, 15.17 Uhr
Marino50...
...ich könnte ja zugeben, mich einfach vertippt zu haben oder zu einer für Wochenenden relativ frühen Uhrzeit noch nicht das Hirnduchblutungsstimulanzium namens Koffein im Kaffee mitsamt viel Zuckergenossen zu haben..

Aber ich behaupte einfach mal frech, die Vorweihnachtszeit von ihrer Mitte her aus der Zukunft zu bedenken ;)

Was in den ÖR und bei Funke so ziemlich verschwiegenen wurde waren die Krawalle "Integrierter" in Belgien und Holland.

Wenn Siege oder Niederlagen zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen, hat sich Europa tatsächlich zu einer vorrömischen barbarischen Hassdekadenz entwickelt.

Denn in Rom blieb die Gewalt innerhalb des Kolosseums und der Gladiatorenschulen, bis die in der Arena direkt beteiligten Kämpfer rebellierten.

Aber nicht fanatische durch "Brot und Spiele" ursprünglich zu besänftigende "Bürger-" bzw. "Fanschaft".
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