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Di, 17:26 Uhr
22.11.2022
Jens Cotta hält Forderungen der SPD für scheinheilig

"Steuerentlastungen gibt es nur mit der AfD"

Der Forderung des Thüringer Innenministers Georg Maier, den Spitzensteuersatz zur Finanzierung der Entlastungen für die Bürger in der Energiekrise zu erhöhen, widerspricht der finanzpolitische Sprecher der AfD-Fraktion Thüringen, Jens Cotta, entschieden...

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„Die Forderung ist entlarvend wie ideenlos, denn es ist die SPD, die gerne betont, dass sich Arbeit lohnen muss. Auf der einen Seite propagiert sie ein Bürgergeld, dass Menschen zum Nichtstun einlädt und dafür alimentiert und auf der anderen Seite will die SPD die Leistungserbringer unseres Staates steuerlich maximal belasten, nur um politisch selbst verursachte Krisen zu bewältigen. Fazit: Steuerentlastungen wird es nur mit der AfD geben.“
Autor: red

Kommentare
DonaldT
22.11.2022, 18.17 Uhr
Innenministers Georg Maier, den Spitzensteuersatz erhöhen
Steuern erhöhen - mehr kann die SPD nicht, aber Maier ist ganz vorn dabei.
Es muss endlich Neuwahlen in Thüringen geben,damit dieses unsägliche Komplott von RRG verschwindet.
HisMastersVoise
22.11.2022, 18.40 Uhr
Dagegen als Dogma !
Wie in dem Artikel recht deutlich steht, geht es um die Erhöhung des Spitzensteuersatzes also der Steuer für Höchsteinkommen in Deutschland. Das ist genau die Forderung, welche seit Jahren als dringend notwendig erachtet wird, um die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter wachsen zu lassen. Und wieder ist die AFD dagegen. Statt dessen will sie Steuerentlastungen beschließen, also den Wählervolk ein wenig Finanzstaub in die Augen blasen. Woher das Geld kommen soll oder wie das Ganze finanziert werden soll, wird wie immer nicht gesagt. Wie soll man so eine Partei noch ernst nehmen ausser bei der Organisation von Spaziergängen?
Gehard Gösebrecht
22.11.2022, 19.32 Uhr
Ich muss da vollkommen zustimmen DonaldT
Aber ich befürchte, dass die Andere Truppe es auch nicht besser macht.
Wer am Ruder sitzt, der macht sich die Taschen voll.
So ist das in Deutschland und auch im Rest der Welt.
Millionäre welche dem Bürger die letzten Kröten vorrechnen wollen.
Mehr kommt da nicht.
Franz 2018
22.11.2022, 19.42 Uhr
HisMasterVoice
hat vollkommen recht. Ich verstehe nicht, was an einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes - und darum ging es ausschließlich - unsozial oder so ist.....Hat da jemand von der AFD Angst um die eigene Kohle, weil man als Abgeordneter oder als sonstiger Spitzenverdiener selbst betroffen ist? Es gab letzte Woche bei ZDF History einen interessanten Bericht über die Antike, da betrug in Athen der Lohnunterschied das Dreifache zwischen Arm und Reich....heute wird vermutlich 100 nicht reichen. Ja, Arbeit soll sich lohnen, aber sozial bedeutet, zu teilen und nicht nur selbst immer mehr haben zu wollen....scheint bei der AFD noch nicht angekommen zu sein.......
Axel S.
22.11.2022, 20.17 Uhr
Steuern werden vom...
...zuversteuernden Einkommen bezahlt. Das Problem ist, dass es bei genügend hohem Einkommen genügend Möglichkeiten gibt, das Einkommen zu drücken und in Vermögen umzuwandeln.

Ein Beispiel: Das Einkommen ist hoch genug um eine Immobile zu erwerben und zu vermieten. Die Warmmiete ist mit dem Einkommenssteuersatz zu versteuern. Zinsen, Erhaltungsaufwendungen, Verwaltungskosten usw. Können steuermindernd angerechnet werden. Ist die Miete gering genug, senken die Kosten den Einkommenssteuersatz, während die Mieter den Kredit für den Immobilienkauf zurückzahlen und der Eigentümer an der Wertsteigerung der Immobilie verdient....der Verkauf der dann durch sanierten Immobilie ist nach 10 Jahren steuerfrei.

Das Problem ist also nicht der Steuersatz, sondern die Möglichkeit ihn zu senken.
JackDaddel
23.11.2022, 07.01 Uhr
Wie das die...
AfD finazieren will, ist doch bekannt und für mich plausibel. Nur will das keiner hören.
Trüffelschokolade
23.11.2022, 13.23 Uhr
Steuerentlastungen nur für Besserverdienende
Schaut man sich die vorgestellten Pläne der AfD in den letzten Jahren an, wird immer wieder eins deutlich: so gut wie sämtliche Vorstellungen was Steuerentlastungen angeht kommen nur den obersten Prozent zu Gute.

Was die AfD will, ist es nicht den Menschen in diesem Land zu helfen. Was sie immer wieder deutlich macht, ist dass sie nur die Bestgestellten noch besser stellen will, während ihr der Rest des Landes scheiß egal ist.

Gleichzeitig sollen zum Teil sogar noch Sachen für die große Mehrheit verschlechtert werden. Man denke nur an den Moment zurück als die AfD plante Sozialversicherungen zu privatisieren (hier würden in erster Linie die Besserverdienenden profitieren) und das Rentenalter zu erhöhen. Sprich, Menschen soll es schlechter gehen, aber dafür sollen sie wenn möglich auch noch länger schuften!
A-H-S
23.11.2022, 15.29 Uhr
Jaja, das "Höchsteinkommen"
Zitat HisMasterVoice: "geht es um die Erhöhung des Spitzensteuersatzes also der Steuer für Höchsteinkommen in Deutschland"
-> Na, was meinen Sie, wo liegt den der Betrag ab dem man "Höchsteinkommen" hat?
Bei exakt 58.597 Euro. Sie erkennen die Problematik?

Zitat HMV: "Woher das Geld kommen soll oder wie das Ganze finanziert werden soll"
-> Dieser Staat hat KEIN Einnahmeproblem, er hat ein Ausgabeproblem!

Zitat Franz 2018: " Es gab letzte Woche bei ZDF History einen interessanten Bericht über die Antike, da betrug in Athen der Lohnunterschied das Dreifache zwischen Arm und Reich....heute wird vermutlich 100 nicht reichen"
-> Einkommen mit Mindestlohn (12 Monatsgehälter plus 0,5Urlaubs- und 0,5 Weihnachtsgehalt): 26208 Euro. Das bedeutet zwischen Mindestlohn und eben erwähnten "Höchsteinkommen" liegt 2022 der Faktor bei 2,25!
diskobolos
23.11.2022, 18.06 Uhr
Zum Spitzensteuersatz
Ein Höchst-Einkommen in D ist natürlich gar nicht bekannt, da ist das Steuergeheimnis vor. Aus den eher bekannten Vermögensverhältnissen kann man folgern, dass es da durchaus Milliardeneinkommen geben kann. Da vieles davon aus Aktien besteht wird und Gewinne daraus mit 25Prozent(+ 1,375Prozent Soli) versteuert wird, dieser Teil VIEL zu niedrig besteuert. Würde man diesen Anteil höher besteuern, könnte man es sicher so einrichten, dass alle weniger zahlen müssten, die z. B. unter 100 000 € zvE haben.

Das Spiel, das A-H-S spielt ist seit Jahrzehnten das gleiche: Immer wenn es um Steuererhöhungen für richtig Reiche geht, versucht man den Normalverdienern Angst zu machen, die eigentlich davon profitieren würden.

Die Frage, die sich die Gesellschaft stellen muss, ist doch relativ einfach: Wieviel soll jemand mit 20 000, 100 000, 500 000, 1 000 000 oder 1 000 000 000 Euro Einkommen davon zur Finanzierung der gesellschaftlichen Aufgaben abgeben?
Axel S.
23.11.2022, 21.08 Uhr
nun, das ist einfach zu recherchieren @ Diskuswerfer
...wer bei welchem (zu versteuernden) Einkommen wieviel Steuern bezahlt. Der Grundgedanke der progressiven Besteuerung ist ja prinzipiell richtig - der Steuersatz steigt mit steigendem zu versteuerndem Einkommen. Sie haben absolut Recht - Einkünfte aus Kapitalvermögen (z.b. Aktien) sind mit 25Prozent geringer besteuert als das Einkommen aus unselbstständiger Arbeit - bis zu einer gewissen Größenordnung.

Das Problem jedoch sehe ich eher darin, dass jemand, der eigentlich sein Einkommen (unselbständig, selbständig, aus Vermietung und Verpachtung, aus Kapitalvermögen oder privaten Veräußerungsgeschäften) mit einem hohen Steuersatz versteuern müsste sehr einfach (ein bisschen Schmalz im Hirn vorausgesetzt) deutlich reduzieren kann.

Es gibt einfach zu viele Schlupflöcher, zu viele Möglichkeiten der Abschreibung, ...so kann z.B. ein Vermieter die komplette Handwerkerrechnung für seine vermietete Butze steuermindernd (Einkommenssteuersatz) anrechnen, während der Eigenheimbesitzer nur die reine Handwerkerleistung (Arbeitslohn) gegenrechnen kann (was genau betrachtet richtig ist - da sein Eigenheim nicht der Einkommenserzielung dient, jedoch insgesamt dazu führt, dass vermietetes Eigentum lukrativer ist als selbstgenutztes - i.S. Opportunität gesparter Miete).

Wir brauchen eine deutliche Vereinfachung des Steuerrechts... Progressive Steuer, aber pauschal über alle Einkunftsarten. Die Sätze als solche dürfen gerne niedriger sein als die aktuellen - sofern die ganzen einkunftsmindernden Faktoren entsprechend wegfallen. Wir hätten eine Win-Win-Win-Situation. Weniger Aufwand für Steuerbeamte und -zahler, bei gleichzeitig transparenterer Besteuerung und sehr wahrscheinlich höherer Steuereinnahmen und gerechterer Verteilung. Unternehmensbesteuerung ist ein ganz anderes Thema... (NEIN - ich bin kein Steuerberater - und btw...die brauchte dann auch kein Mensch mehr). Warum es nicht zu so einer offensichtlich gerechteren und einfacheren Besteuerung kommt... und das seit Jahrzehnten verdanken wir wohl den verschiedensten Lobbyisten

Für die AFD ist sowas natürlich viel zu kompliziert... die Jungs und Mädels und Diverse (rein statistisch gibts die auch in der AFD) stehen ja auf einfache Lösungen..
diskobolos
23.11.2022, 23.07 Uhr
Es gibt auch Gründe für das komplizierte Steuerrecht (und auch Sozialrecht)
Auf jede, auch noch so kleine Lücke stürzt sich eine Armee aus Steuerberatern, die zur Ausnutzung aufruft. Dadurch rechtfertigt sie nämlich ihre Existenz (Bsp: Cum-Ex)
Bisher ist noch jede Regierung daran gescheitert, Vereinfachungen zu schaffen.

Ein typisches Beispiel ist die Pendlerpauschale: Jetzt gibt es zwei Sätze: Für die ersten 20 km 35 ct, für alles weitere 38 ct. Ganz tolle Idee! Da man die Strecke ja zweimal zurücklegen muss werden also 17,5 bzw. 19 ct als Kosten für den Arbeitsweg berücksichtigt. Bei einem Grenzsteuersatz von 33,3Prozent (den die meisten gar nicht erreichen) bekommt man also 5,83 bzw. 6,33 ct/Fahr-km vom Finanzamt erstattet. Jeder, der seine realen KFZ-Kosten kennt (also nicht nur die laufenden, sondern auch die Anschaffungskosten) weiß, dass sie ca. 6-mal so hoch sind. Dieses eine Sechstel soll nun die Gerechtigkeit herstellen, 5/6 muss man sowieso aus dem Netto zahlen.

Das Fehlen einer Pendlerpauschale ist in der DDR niemandem aufgefallen. Die Leute sind trotzdem zur Arbeit gekommen, aber vielleicht nicht so weit. Man hat sich eine Arbeit in der Nähe der Wohnung gesucht oder umgekehrt. So führt die Pendlerpauschale dazu, dass die Leute heute Fahrtkosten haben, die sie sich eigentlich gar nicht leisten können. (Aber wenn man damit Steuern sparen kann, sind die Kosten scheinbar egal.)

Mein Vorschlag: Die Pendlerpauschale einfach streichen und das Geld dafür an alle AN ausschütten. Aber ich höre schon den Aufschrei der Heerscharen, die oben Gesagtes nicht kapieren wollen. Und deshalb bleibt das Steuerrecht, das Rentenrecht, das Krankenversicherungsrecht usw. wie es ist oder wird immer noch komplizierter . . .
Axel S.
24.11.2022, 09.06 Uhr
Da gibt's noch mehr kurioses:
Die Pendlerpauschale ist ein gutes Beispiel für den Steuervermeidungsirrsinn.Noch ein Beispiel: Ein Kollege von mir hat seinen Hauptwohnsitz in Bayern und bewohnt hier eine kleine 2 Zimmerwohnung. Fährt er Sonntagabend von Bayern in seine Zweitwohnung ist das sein Privatvergnügen, fährt er jedoch Montag früh direkt von Bayern ins Büro so ist das ein Arbeitsweg, für den er die Pendlerpauschale steuermindernd anrechnen kann, genauso wie die Warmmiete für die Zweitwohnung und eine Heimfahrt pro Woche, hinzu kommt noch eine Verpflegungspauschale pro Tag. Natürlich hat der Gute auch seine Ausgaben (Miete, Sprit, Reifen und Werkstatt), die steuerliche Entlastung ist ja gerechtfertigt... aber es ginge soviel einfacher. Alle Angaben, die der Kollege in seiner Steuerklärung macht müssen ja nachgeprüft und nachgerechnet werden... was für ein Wahnsinn !
A-H-S
24.11.2022, 11.52 Uhr
Expertentalk @Axel
@ Axel (Zitat) "Es gibt einfach zu viele Schlupflöcher, zu viele Möglichkeiten der Abschreibung, ...so kann z.B. ein Vermieter die komplette Handwerkerrechnung für seine vermietete Butze steuermindernd (Einkommenssteuersatz) anrechnen, während der Eigenheimbesitzer nur die reine Handwerkerleistung (Arbeitslohn) gegenrechnen kann (was genau betrachtet richtig ist - da sein Eigenheim nicht der Einkommenserzielung dient, jedoch insgesamt dazu führt, dass vermietetes Eigentum lukrativer ist als selbstgenutztes - i.S. Opportunität gesparter Miete)."

Ganz schön hahnebüchen, was Sie hier schreiben. Ein neugebautes oder saniertes Haus (Vermietung) ist über 50 Jahre abzuschreiben = 2Prozent per anno. Sie können auch die degressive Abschreibung wählen, aber am Ende sind es eben 50 Jahre. D.h. wenn Sie mit 40 Jahren endlich den Grundstock zusammengespart haben, um ein Mietshaus zu bauen, werden Sie das Ende der Abschreibung nicht mehr erleben.

Und natürlich kann der Vermieter die Handwerksrechnungen (Kosten) komplett seinen Erträgen (Miete) gegenüberstellen. Was denn sonst? Soll er nur die Erträge versteuern, aber die Kosten aus der Tasche bezahlen? Was eine irre Annahme.
Und der Vermieter kann die Kosten, die zu seinem Wohnbereich gehören natürlich genausowenig in Ansatz bringen wie der Mieter. Privat = keine Anrechnung/keine Abschreibung.

Zitat Axel: "Für die AFD ist sowas natürlich viel zu kompliziert... die Jungs und Mädels und Diverse (rein statistisch gibts die auch in der AFD) stehen ja auf einfache Lösungen..

-> Hier werden Vereinfachungen gefordert und zeitgleich wird jemanden vorgeworfen, auf einfache Lösungen zu stehen. Merken Sie selbst oder?

Davon abgesehen ist dem Verfasser dieser Zeilen (AfD-Mitglied) das deutsche Steuerrecht durchaus bekannt (Diplom Uni, Spezialisierung Steuerlehre/Wirtschaftsprüfung, Wirtschaftsrecht). Ich freue mich deshalb auf Diskussionen in der Sache, aber jenseits von "Für die AFD ist sowas natürlich viel zu kompliziert..."

PS: wer vermutet, dass Vermietung "easy-money" bedeutet, sollte ganz schnell investieren, sich mit Kevin Kühnert unterhalten oder mal einen Mietnomaden in seinem Eigentum beherbergen. Dann ändert sich die Meinung...
A-H-S
24.11.2022, 11.54 Uhr
Expertentalk @Disko
@disko und Axel

Experten unter sich.^^

Einkünfte aus Kapitalvermögen (ihre Gewinne aus Aktien) werden niedriger als Einkünfte aus Arbeit besteuert. Soweit richtig. Hintergrund: man kann derartige Gewinne natürlich auch außerhalb von Deutschland erzielen. Sprich: ich verlege meinen Wohnsitz in ein Niedrigsteuerland meiner Wahl und generiere dort die Gewinne. Oder einfacher, weil sonst wieder ein ganz Schlauer anfängt die Aufenthaltstage im Inland zu zählen: man gründet eine Firma im Ausland und thesauriert dort die Gewinne zu 2-5Prozent. Was würden Disko und Axel dann von den Gewinnen eintreiben können? Exakt 0Prozent.
Deutschland liegt mit seinen 25Prozent+ (Soli, Kirchen) im internationalen OBEREN Mittelfeld. Die 25Prozent+ sind nicht so schlecht gewählt. Man schöpft ab, aber der Fluchtreflex ist noch nicht unendlich stark ausgeprägt.

"Das Spiel, das Disko spielt ist seit Jahrzehnten das gleiche"^^, man propagiert einfache Lösungen, die es speziell in diesem Bereich nicht gibt. Das deutsche Steuersystem ist eines der komplexesten auf der Welt. Vereinfachen? Bin ich sofort dabei. Aber wir müssen wissen, dass mit jeder Vereinfachung auch eine höhere "Ungerechtigkeit" einhergeht. Nehmen wir Ihre Pendlerpauschale. Warum geht es? Der Staat möchte, dass jeder Bürger arbeitet (auch weiter entfernt). Um dieser Arbeit nachzugehen entstehen dem AN Kosten, diese kann er logischerweise seinen Gewinnen (Lohn) gegenübestellen. Schaffen wir das ab, ist derjenige, der einen langen Arbeitsweg hat, schlechtergestellt, so dass sich die Arbeit u.U. nicht mehr lohnt und er Bürgergeldempfänger wird und der AG eine weitere offene Stelle hat. Wollen wir das als Gesellschaft?

Zitat Disko "Mein Vorschlag: Die Pendlerpauschale einfach streichen und das Geld dafür an alle AN ausschütten."
-> Beispiel aus dem Leben: es gibt zwei Lehrer in SDH und zwei offene Stellen, eine in SDH, eine in Artern. Beide Lehrer werden dringend gebraucht. Einer hat 3min Schulweg, die er laufen kann, der andere muss jeden Tag 1,5h und 80km nach Artern u zurück fahren. Und jetzt will Disko den bestrafen, der jeden Tag krass Zeit und Kosten ans Bein bindet und den anderen noch besser stellen? Vereinfacht? Ja. Fair? Nein! Verschlimmverbessert.
diddi72
24.11.2022, 13.01 Uhr
Bestrafung
Diese "Bestrafung" gibt es doch längst. Nennt sich "Arbeitnehmer-Pauschbetrag" - einfacher, aber auch schon ungerecht.


Gruß
Diddi
diskobolos
24.11.2022, 13.15 Uhr
@ A-H-S
In einigen Punkten stimmen wir ja überein. Insgesamt scheitert der Versuch im Steuerrecht, dem Einzelfall gerecht zu werden. Dass kommt auch bei Ihren Ausführungen heraus: Den höchsten Steuersatz zahlt der gutverdienende Facharbeiter. Dem Einkommensmillionär hilft Ihre Berufsgruppe mit Verlegung des Wohnorts, Firmengründungen im Ausland usw.
Eigentlich im wahrsten Wortsinn asozial, aber legal.

Bei der Krankenversicherung das Gleiche: Der Facharbeiter kann über 900 € Beitrag für GKV und Pflege-V. zahlen. Falls er krank wird, erhält er die gleiche Leistung wie der Hartz 4- Empfänger, dessen Frau und seine 5 Kinder. Der Millionär ist natürlich privatversichert und zahlt nur für sich, der Hartzer muss ihn nicht kümmern.

Solche Ungerechtigkeiten zu ändern scheitert immer an bestimmten Parteien. Das sind zufällig auch die gleichen, die die dicksten Spenden erhalten.

Ihr Beispiel mit den Lehrern sehe ich anders: Falls der angenommene Sondershäuser dauerhaft in Artern arbeitet, wäre ein Umzug sicher die bessere Lösung. Er spart ca. 3 Stunden Fahrzeit täglich. Er macht das aber nicht, weil es ja die Pendlerpauschale gibt. (Steuernsparen ist dem Deutschen heilig.) Dass er nur 1/6 seiner realen Fahrtkosten erstattet bekommt, ist ihm i. d. R. gar nicht bekannt.
Nebenbei: Ich bin mir sicher, dass fast alle Länder ohne "Pendlerpauschale" auskommen.
HisMastersVoise
24.11.2022, 15.24 Uhr
Nette Idee !
Es funktioniert doch super, das eigentliche Problem zu zerreden. Dabei wirft die AFD doch nur ein paar Kamelle unter das Wählervolk. Und am Ende erinnert sich keiner mehr daran, daß nur Steuerhöhungen für Höchstverdiener auf alle Einkunftsarten etwas an der Arm-Reich-Schere ändern können. Ich bin immer wieder beeindruckt von so viel Spitzfindigkeit zur Vermeidung der Lösung für das Grundproblem. Aber am Ende bleibt doch trotz all dem Zerreden das Problem das gleiche. Die Einen wissen nicht, wie sie die Energierechnung bezahlen sollen. Und die Anderen wissen nicht, wie sie gleichzeitig auf den Malediven und ihren Jachten oder Wochenendhäusern eine schöne Zeit haben können. Ich bin mir absolut sicher, das eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes niemanden sofort zum Arbeits-oder Sozialamt treiben würde.
A-H-S
24.11.2022, 18.07 Uhr
die üblichen Millionäre als Referenz...
@Disko
Ich halte Ihre Ausführungen für etwas unterkomplex, aber Sie sind ja Argumenten gegenüber durchaus aufgeschlossen...

Zitat Disko " Der Facharbeiter kann über 900 € Beitrag für GKV und Pflege-V. zahlen. Falls er krank wird, erhält er die gleiche Leistung wie der Hartz 4- Empfänger, dessen Frau und seine 5 Kinder. Der Millionär ist natürlich privatversichert und zahlt nur für sich, der Hartzer muss ihn nicht kümmern."
-> Ich war einige Jahre PKV versichert und bin jetzt seit einigen Jahren in der GKV. Kann also von beiden Systemen berichten. Selbst bei Einkommen-Höchstbetrag zahlt man im übrigen "nur" 384 Euro oder mit AG-Anteil 769 Euro und nicht Ihre "über 900". Der "Millionär" zahlt im übrigen nicht nur für sich, sondern auch für seine Kinder (im Gegensatz zum GKV-Versicherten). Davon abgesehen bezahlen PKV-Versicherte den 2,3-3,5 fache Satz. Ich habe z.B. die Rechnung eines Krankentransports innerhalb von SDH gesehen, 2km - über 900 Euro... Und das sieht man auch bei anderen Behandlungen. Damit trägt der PKV-Versicherte überdurchschnittlich zur Finanzierung des gesamten Systems bei. Darüber hinaus bezahlt der PKV-Versicherte im Alter 700-900 Euro. Das ist auch nicht vergnügungssteuerpflichtig.
Ich halte die Existenz von zwei Systemen und dann noch zig Kassen für entbehrlich, aber eine Vergesellschaftung der PKV scheint nicht so einfach zu sein, sonst hätte RotGrün das schon lange probiert.
PS: als PKV-Versicherter habe ich genausolang im Wartezimmer gesessen wie GKV-Pat., ich habe da nie einen Vorteil gesehen, vielleicht bei Terminen mit Spezialisten, aber die habe ich glücklicherweise nicht benötigt.

Was den "asozialen" Einkommensmillionär betrifft, der bezahlt eben erstmal Minimum 457.000Euro Einkommensteuer und finanziert damit das Allgemeinwohl. Auch wenn ich mich unbeliebt mache, das ist das Gegenteil von asozial. Und ja klar, wer keine Steuer bezahlt, wird auch von einer Steuersenkung nicht profitieren.

Was mich persönlich triggert bei einer Steuersenkung, sind die niedrigen Einkommen. Ich kann nicht einsehen, dass jemand mit Mindestlohn 150Eur/mtl Lohnsteuer bezahlen muss. Wenn wir irgendwo zuerst di ESt senken sollten, dann hier!
A-H-S
24.11.2022, 18.51 Uhr
Nix Kamelle!
@HisMastersVoice

Es ist halt populär zu schreien "Erhöht den Spitzensteuersatz". Damit kann man beim Volk super punkten.
Dazu muss man wissen:
1. das Bild von Yachten und Millionären beim Höchststeuersatz stimmt einfach nicht. Der Höchststeuersatz zieht bereits ab 4507Euro Brutto monatlich (13 Gehälter), das sind 2.920Eur netto. Das ist zwar gutes Geld, aber wollen wir solchen Leuten echt mehr als 50Prozent Ihres Einkommens wegnehmen (AG-Belastung rund 5850Eur/mtl)?
2. der Staat hat kein Einnahmeproblem. Der Staat nimmt den Bürger gut Geld ab, wir haben weltweit die höchsten Abgabesätze. Es wäre irre, dort weiter zu drehen. Der Staat muss aufhören Dinge zu finanzieren, die nicht zu seinen Aufgaben gehören.
3. durch den Mindestlohn, durch die Inflation und die daraus resultierenden hohen Lohnabschlüsse, nimmt der Staat den Bürger über Gebühr aus. Die kalte Progression muss zwingend entschärft werden.
4. Speziell die unteren Einkommen (Mindestlohn) müssen von der LSt befreit werden, dass ist allemal besser als irgendwelche Almosen über Wohnungsgeld zu verteilen.
5. nimmt der Staat dem Bürger mehr als 50Prozent seines Einkommens weg, wird der Bürger kontinuierlich das Arbeiten einstellen, auf Schwarzarbeit umschwenken oder andere Möglichkeiten suchen seine Einkünfte zu verschleiern. Das Gerechtigkeitsempfinden wird dann überstrapaziert.
6. ja, es gibt schwarze Schafe, die den Staat betrügen. Unser Bundeskanzler hat diesbezüglich auch ein Erklärungsproblem. Es ist aber nicht die Masse der sog. Reichen. Die Anzahl der Betrüger wird hier nicht wesentlich abweichen von anderen sozialen Schichten.

PS: die hohe Energierechnung ist ein selbstgemachtes Problem, das wir uns aus moralischen Gründen "gönnen". Die Regierung hat uns in diese Situation gebracht und stellt damit unser gesamtes Wirtschaftssystem zur Diskussion. Aber wenn Ihre Farben meinen, dass wir uns sotwas leisten können, dann sollten Sie sich hinterher nicht über hohe Energiekosten beschweren.
Axel S.
24.11.2022, 20.57 Uhr
@AHS....sry...
Zitat AHS: "Was den "asozialen" Einkommensmillionär betrifft, der bezahlt eben erstmal Minimum 457.000Euro Einkommensteuer und finanziert damit das Allgemeinwohl." - dann ist das ein recht dämlicher Einkommens-Millionär ! -vgl. meine Ausführungen weiter oben - und wenn er dämlich wäre, wäre er kein Einkommensmillionär - Ihre Aussage ist demnach recht hypothetisch.
diskobolos
25.11.2022, 09.07 Uhr
@A-H-S
Natürlich zahlt der alleinstehende kinderlose Einkommensmillionär in der PKV deutlich weniger Beitrag als der gutverdienende Facharbeiter in der gleichen Situation in die GKV. Und den AG-Anteil muss er ja letztlich auch erarbeiten.

Wie es mit Terminen z. B. bei Orthopäden aussieht, merkt man erst, wenn man einen braucht. Ich habe noch nie von einem PKV-Versicherten gehört, man hätte ihm trotz Schmerzen einen Termin in 6 Monaten angeboten. Die Gründe dafür sind bekannt, aber falsch. Wären alle Bürger im GKV-System, so gebe es mehr Geld im System nicht weniger. Die Angst der Ärzte vor Einkommensverlusten ist also unbegründet.

Ihnen ist sicher bekannt, dass der Spitzensteuersatz vor der "Wende" in der BRD bei 56Prozent lag. 1952 war er sogar bei unglaublichen 95Prozent. Die heutigen Steuersätze haben zu einem Auseinanderdriften der Gesellschaft gesorgt. Das untere Drittel hat praktisch gar kein Vermögen, oben wächst es exponentiell. Eine Vermögenssteuer wäre eine Alternative. Ich kenne die Argumente dagegen, aber andere Länder schaffen das doch auch.
Axel S.
25.11.2022, 10.44 Uhr
Im Übrigen muss...
...man kein Millionär sein um die Fehlsteuerung in der Steuergesetzgebung zu erkennen (und zu nutzen). Gerade mit den gestiegenen Hypothekenzinsen eröffnen sich da gerade Möglichkeiten. Bitte denken Sie über die Themen Hebelung und Eigenmitteleinsatz nach, beziehen ggf. die Fördertöpfe für die verschiedensten Sanierungsmaßnahmen mit ein.Wenn Sie dann die Tilgung geschickt wählen, drücken Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen so, dass die ersparten Steuern den Tilgungsaufwand kompensieren, der ja in der Nebenrechnung ohnehin von den Mietern erbracht wird. Sie mehren durch die Tilgung jeden Monat Ihr Vermögen, ohne Ihr zur Verfügung stehendes Einkommen zu schmälern. Im Grunde füllen die Mieter und das Finanzamt Ihr Sparschwein....(aber das wurde Ihnen ganz sicher auch an der Uni erklärt...@AHS)
Das Ganze wirkt umso mehr, je höher der pers. Steuersatz ist.


Dieses ist nur ein Beispiel, wie die Steuergesetzgebung nicht unbedingt dazu führt, dass gerecht bezahlt wird. Andererseits führt sie dazu, dass Wohnraum geschaffen und luxussaniert wird...
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