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Fr, 13:08 Uhr
15.04.2022
Beschilderung in Naturschutzgebieten

Andere machen es besser

Das Thüringer Naturschutzgesetz schreibt die Kennzeichnung der Naturschutzgebiete mit einer amtlich zugelassenen Beschilderung vor: Die nnz berichtete am vor kurzem über das Problem der oft fehlenden oder mangelhaften Beschilderung im Gebiet um Nordhausen. Wo ist das Naturschutzgebiet?

Da wir Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen unsere landschaftspflegerischen Artenschutzaktivitäten vor allem in den hiesigen Naturschutzgebieten durchführen, stoßen wir seit Jahren regelmäßig auf das Problem fehlender Schilder in der genannten Region. Das ist vor allem deswegen auffällig, weil die sozusagen amtliche Waldohreule auf ihrem fünfeckigen Plastikschild an den Grenzen der Naturschutzgebiete im benachbarten Sachsen-Anhalt vergleichsweise viel häufiger zu sehen ist.

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So sahen wir bei der Langstreckenwanderung 42. Südharz-Hunderter zwischen Uftrungen und Agnesdorf entlang des Naturschutzgebietes Gipskarst-Landschaft Questenberg mindestens zehn tadellose Naturschutzschilder, die an überwiegend neueren und stabilen Holzpfosten befestigt sind.

Bei den wenigen um Nordhausen noch bestehenden Naturschutzschildern kann nicht selten eine zunehmende Instabilität der Befestigungspfosten infolge von Zersetzungsprozessen festgestellt werden.

Dieses an einem stabilen Metallpfosten befestigte NSG-Schild kennzeichnet das Naturschutzgebiet „Porphyrkuppenlandschaft bei Gimritz“ nördlich von Halle. Im Landkreis Nordhausen wären wahrscheinlich hunderte solcher Schilder notwendig. (Foto: Bodo Schwarzberg) Dieses an einem stabilen Metallpfosten befestigte NSG-Schild kennzeichnet das Naturschutzgebiet „Porphyrkuppenlandschaft bei Gimritz“ nördlich von Halle. Im Landkreis Nordhausen wären wahrscheinlich hunderte solcher Schilder notwendig. (Foto: Bodo Schwarzberg)


Noch vorbildlicher sind viele sachsen-anhaltische Naturschutzgebietsschilder beispielsweise am NSG Porphyrkuppenlandschaft bei Gimritz nördlich von Halle. Dort wird das Konterfei der Waldohreule analog Verkehrsschildern sogar an Metallpfosten befestigt.

Bezieht man die dichte Aufstellung von NSG-Schildern an den in Sachsen-Anhalt gesehenen Schutzgebieten ein, so wären im Stadt- und Kreisgebiet Nordhausen wohl hunderte dieser Schilder notwendig. Laut Thüringer Naturschutzgesetz sind die unteren Naturschutzbehörden für die Ausschilderung zuständig.

Da die Ausweisung von Naturschutzgebieten aber von der oberen Naturschutzbehörde (TLUBN) erfolgt, müsste auch sie ein Interesse an der ordnungsgemäßen Beschilderung haben. Derweil sollten sich der Umweltausschuss des Landkreises mit dem Thema ebenso beschäftigen, wie die amtlichen Touristiker. Schließlich wirbt gerade die Touristikbranche gern mit unseren Naturschönheiten. Unsere Naturschutzgebiete sind die Hotspots dieser Naturschönheiten und ähnlich wie der gut ausgeschilderte Karstwanderweg Werbeträger und Aushängeschilder unserer Region.

An einem besonders wichtigen, kleinen Flächennaturdenkmal begegneten wir der bestehenden Situation vor einigen Jahren mal wieder mit Eigeninitiative: Das massive, alte DDR-Holzschild wurde von uns abgebaut, saniert, mit einem neuen, kleinen „Holzdach“ versehen, lackiert und wieder aufgehängt. - Auf eigene Kosten.
Bodo Schwarzberg
Mitglied im Vorstand BUND-Kreisverband Nordhausen
Autor: red

Kommentare
Andi Macht
15.04.2022, 15.45 Uhr
Wald anpflanzen ist sinnvoll...
.... außer es ist ein Schilderwald.
Harzer66
15.04.2022, 18.57 Uhr
Machen
Nur Missstände aufzeigen lohnt nicht. Dann macht doch mal.
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