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Sa, 08:32 Uhr
22.01.2022
Positionspapier der Verbraucherzentrale

Verbraucher in Bedrängnis

Zahlreiche Strom- und Gasanbieter haben sich trotz vertraglicher Vereinbarungen aus dem Markt zurückgezogen und die Versorgung ihrer Kunden einseitig eingestellt. Verbraucher, die in die Grundversorgung gerutscht sind, müssen zum Teil deutlich höhere Preise als Bestandskunden zahlen, wie eine aktuelle Untersuchung des vzbv belegt...


Der vzbv hält dieses Zweiklassen-System für falsch, weil es den Wettbewerb untergräbt, und fordert die Politik zum Handeln auf. Nötig sind mehr Transparenz, und eine stärkere Aufsicht.

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„Einige Strom- und Gasanbieter haben offensichtlich auf ein kurzsichtiges Geschäftsmodell gesetzt und sind ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kunden nicht gerecht geworden. Das war aber auch möglich, weil die Transparenzpflichten und die Regulierung nicht ausreichend waren. Jetzt dürfen nicht die Verbraucher die Zeche für diese unseriösen Geschäftsmodelle und schlechte Marktregulierung zahlen. Die Politik muss den Verbraucherschutz auf dem Energiemarkt krisensicherer machen,“ sagt Thomas Engelke, Leiter des Teams Energie und Bauen beim vzbv.

Vorgestern hat Wirtschaftsminister Robert Habeck rechtliche Änderungen angekündigt, um das Problem der Anbieter, die auf Kosten der Verbraucher den Markt verlassen, anzugehen.

Politik muss Tariferhöhungen überprüfen
Nach der ersten bitteren Pille durch einige Strom- und Gasanbieter wurden die Verbraucher dann auch noch von Grundversorgern mit exorbitanten Preisvorstellungen konfrontiert.

Der vzbv hält eine Unterscheidung zwischen Neu- und Bestandskunden in der Ersatz- beziehungsweise Grundversorgung für rechtlich unzulässig, gefährlich für einen fairen Wettbewerb und auch nicht nachvollziehbar.

Eine aktuelle Untersuchung der Marktbeobachtung Energie des vzbv zeigt, dass einige – aber eben nicht alle – Stromgrundversorger deutlich teurere Neukundentarife eingeführt haben. Verbraucher müssen hier nun aktuell jährliche Mehrkosten zwischen 889 Euro bis zu 1654 Euro gegenüber den Bestandskunden aufwenden. Damit zahlen Neukunden mit einem durchschnittlichen Stromverbrauch (3.500 kWh) bei zwei Energieversorgern (Frankfurt/Main, Leipzig) sogar mehr als das doppelte als Bestandskunden.

Die Untersuchung zeigt, dass es aber offensichtlich auch anders geht. In zwei Städten (Bremen, Stuttgart) haben die Stromgrundversorger die Preise leicht gesenkt. In sieben Städten (Berlin, Hamburg, München, Düsseldorf, Essen, Hannover, Nürnberg) blieben sie nahezu stabil. Untersucht wurden die Grundversorgungstarife der 14 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands, vom 12. bis 17. Januar 2022.

„Der Verdacht liegt nahe, dass einige Anbieter ihre Kosten einseitig auf Neukunden abwälzen wollen. Die überhöhten Tarife sind für uns nicht nachvollziehbar", so Engelke.

Im Gasbereich zeigt sich ein ähnliches Bild. In der Hälfte (Berlin, Köln, Frankfurt/Main, Leipzig, Dortmund, Essen, Dresden) der 14 untersuchten Städte haben die Gasgrundversorger einen separaten Tarif für Neukunden eingeführt. Hier ergeben sich für einen Durchschnittshaushalt (20.000 kWh) für Neukunden Mehrkosten von 1.118 Euro bis zu 3.802 Euro im Jahr.

Der vzbv fordert die Bundesregierung auf, die Tariferhöhungen der Grundversorger zu überprüfen und bei Missbrauch gegen die Anbieter vorzugehen.

Pläne, solche Tariferhöhungen durch eine Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes zu legalisieren, lehnt der vzbv ab. Preise in der Grundversorgung dürften nicht unreguliert in die Höhe schnellen. Sollte sich die Bundesregierung doch dazu entscheiden, müssten Schutzmechanismen wie Befristung, Preisdeckelung und eine Begründungspflicht gegenüber den Aufsichtsbehörden eingeführt werden, um Willkür und Wildwuchs auszuschließen.

Zweiklassen-System unterminiert den Wettbewerb
Aus Sicht des vzbv ist zu befürchten, dass ein Zweiklassen-System in der Grundversorgung die Wechselbereitschaft von Verbraucher:innen weiter herabsetzt und damit einen funktionierenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt unterminiert. Die derzeit geäußerte pauschale Kritik an Verbraucher:innen („Bonushopper“), die häufig den Anbieter gewechselt haben, ist fehl am Platze.

„Verbraucher, die den Anbieter wechseln, beleben den Wettbewerb auf dem Energiemarkt. Das führt am Ende zu niedrigeren Preisen für alle. Es wäre falsch, den Ansatz eines liberalisierten Energiemarktes aufzugeben. Verbraucher müssen wechseln können und die Politik muss sicherstellen, dass Anbieter ihre Verpflichtungen erfüllen. Unseriöse Unternehmen sollten schärfer in den Blick genommen werden und erst gar nicht am Markt agieren. Den Schaden haben nun Hundertausende Verbraucherinnen und Verbraucher“, so Engelke.
Autor: red

Kommentare
altmeister
22.01.2022, 09.50 Uhr
Grauenhaft zu lesen
Was soll dieser blöde Genderkram, da stolpert man ja beim Lesen!
Hat sich die nnz nicht mal dazu bekannt, diese unmögliche Verunstaltung der deutschen Sprache zu vermeiden?
Selbst, wenn der Inhalt eines Artikels lesenswert ist, wird dadurch wieder viel kaputt gegendert!
Haben sich die Befürworter solch seltsamer Allüren schon mal überlegt, wie diese Schreibweise z. B. in einem Gedicht umgesetzt werden könnte? Wie soll das in einem Lied gesungen werden?
Die deutsche Sprache hat so vielfältige Möglichkeiten, um sich vernünftig und, vor allem, verständlich auszudrücken.
__________________________________________________________________________
Anmerkung: Herr Altmeister, Sie haben völlig Recht, der Artikel wurde korrigiert. Es gibt klare Anweisungen in der nnz, diesen Genderwahnsinn zu vermeiden. Leider rutscht in der Hektik mal eine PM durch. Wir werden uns an diesem Verbiegen der Muttersprache nicht beteiligen. Leider sind aber viele Vereine/Verbände/Institutionen, die nahezu ausschließlich am Staatstropf hängen, vermutlich dazu verpflichtet, die deutsche Sprache zu entstellen.
Peter-Stefan Greiner - Herausgeber
Leser X
22.01.2022, 10.31 Uhr
Man muss...
... diesen Beitrag ja nicht singen - ist ja kein Musical. So weit ich informiert bin, ist die dichterische Freiheit von den neuen Normen unberührt.
tannhäuser
22.01.2022, 12.14 Uhr
Da ist er wieder...
...der Politmacht, Mainstream und Political Corectness hörige Genosse X!

Wenn angeordnet wird, aus Goethes "Erlkönig" oder Schillers "Taucher" eine Frau, Diverse oder PoC zu machen, wären Sie doch der Erste, der am lautesten mitgrölen würde...Wahrscheinlich mit musikalischer Dissonanz-Untermalung durch Steinmeiers Lieblings Linkskrakeeler Feine Sahne Fischfilet.

Altmeister hat vollkommen Recht und Daumen hoch für PSG und seine Mitkämpfer gegen die zunehmend alberner und ins pathologisch-kulturkriminelle abdriftende Vergewaltigung der deutschen Sprache!
Leser X
22.01.2022, 16.45 Uhr
Voll daneben
Ich will meinen Vorkommentator nicht verwirren. Aber mit seiner Vermutung, wer oder was ich bin, liegt er sowas von daneben wie es weiter kaum geht. Am besten mal die eigenen Klischees überprüfen, bevor man Menschen, die man nicht kennt, in eine Schublade verfrachtet.
altmeister
23.01.2022, 10.45 Uhr
Fake vom Leser X
Sehr geehrter Leser X, ich muss Sie darauf hinweisen, dass diese Genderform, entgegen Ihrer Aussage, keiner Norm entspricht, somit grammatikalisch und rechtschreiblich falsch ist!
Das Wunschdenken einer Minderheit wird zwar über diversen Druck an abhängigen Stellen "durchgedrückt", vor allem unter dem Gesichtspunkt Diskriminierung und somit wie beim Thema PoC mit schlechtem Gewissen machen, hat aber keinen verbindlichen Hintergrund.
Jedes so aufgesetzte Schreiben hätte bei einer Grammatik- / Rechtschreibkontrolle eine Menge rot unterstrichener Stellen und würde bei einer Benotung schlecht aussehen.
Es besteht ein großer Konsens fachlicher Stellen, dass gendern in dieser unmöglichen Form falsch ist und eine große Mehrheit der Bevölkerung lehnt diese ab.
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