eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
Sa, 09:47 Uhr
20.03.2021
Ein verkehrsplanerischer Antrag an die Stadtverwaltung

In Nordhausen Radweg entlang der Zorge schaffen

Einen interessanten und diskussionswürdigen Antrag hat unser Leser Ralf Schedwill an die Nordhäuser Stadtverwaltung gestellt. Darin regt er zur Gefahrenverringerung für Radfahrer einen Radweg entlang der Zorge quer durch die Stadt an. Wir haben hier den kompletten Antrag für Sie...

Anzeige symplr (1)
Antrag auf (vorläufige) Verbesserungen der Straßenverkehrsinfrastruktur zugunsten von Rad- und Fußverkehr

Sehr geehrte Damen und Herren,
Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr brauchen in Nordhausen viele Jahre Zeit. Dass es auch schneller, innerhalb weniger Wochen oder Monate gehen kann, haben im vergangenen Jahr viele Städte weltweit, aber auch einige deutsche Städte gezeigt. So sind vielerorts kurzfristig Pop-up-Radwege, Fahrradstraßen und verkehrsberuhigte Straßen zum Spielen, Flanieren und Verweilen geschaffen worden. Die nach wie vor andauernde Corona-Pandemie war zwar Anlass, aber nicht Rechtsgrund für die Anordnung von Pop-up-Radwegen. Dieses schnelle Tempo bei der Verkehrswende muss auch in Nordhausen zum Standard werden.

Ein Rechtsgutachten im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe zeigt auf, dass das erstmals im Rahmen der Corona-Pandemie erprobte, beschleunigte Vorgehen mit zunächst provisorischer Maßnahmenumsetzung auch unabhängig von infektionsschutzrechtlichen Erwägungen zulässig ist. Das Gutachten zeigt die gesetzlichen Anforderungen an die Einrichtung von Radwegen und Fahrradstraßen. Zudem werden weitere Möglichkeiten für Städte zur schnellen Förderung des Fußverkehrs sowie zur Verkehrsberuhigung in Wohn- und Geschäftsvierteln aufgezeigt - sei es durch Geschwindigkeitsreduzierungen, Einbahnstraßenregelungen oder Diagonalsperren. Somit hat auch Nordhausen weitgehende Handlungsoptionen zur Reduzierung des Verkehrslärms, Verbesserung der Luftqualität und Erhöhung der Aufenthaltsqualität, was auch dem lokalen Einzelhandel zugutekommt.

Der Regelplan „Temporäre Einrichtung und Erweiterung von Radverkehrsanlagen“ der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr kann auch in Nordhausen als Planungsgrundlage für Pop-up Radwege dienen. Sämtliche erwähnten Unterlagen finden Sie auf dieser Website: https://www.duh.de/pop-up-radwege/
Ich beantrage hiermit, schnellstmöglich Straßenflächen zu Fahrradspuren und Nebenstraßen zu Fahrradstraßen umzuwidmen.

Dafür eignen sich vor allem folgende Straßenabschnitte: Auch in unserer Stadt fehlen sichere Radwege. Selbst die vorhandenen Radwege können nicht sicher benutzt werden. Ist der Radweg links von einer parallel verlaufenden Straße und überquert eine Querstraße ist selbst bei einem grünen Ampelzeichen für Fußgänger und Radfahrer das Überqueren ein großes Risiko, da die linksabbiegenden Fahrzeuge das Ampelzeichen der Radfahrer ignorieren. Mein Vorschlag: ln Nordhausen gibt es ein Flüsschen: die Zorge. Die Zorge verläuft vom Norden zum Süden durch die Stadt Nordhausen und wird vom einer Vielzahl von Brücken überquert, hat eine Länge von circa 4 km in der Stadt. Mein Vorschlag: Bau eines Radweges am Ufer der Zorge und somit unter allen Brücken. Dadurch braucht dieser Radweg keine Straße überqueren. Das Gefahrenpotential verringert sich auf Null.

Gerne stehe ich zu einem Gespräch bereit. Ich bitte Sie um eine Eingangsbestätigung sowie um Rückmeldung innerhalb eines Monats nach Eingang meines Schreibens.

Mit freundlichen Grüßen
Ralf Schedwill Nordhausen, den 19. März 2021
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare
Leser X
20.03.2021, 11:03 Uhr
Tolle Idee
Sehr guter Vorschlag. Der Radweg ginge durch die ganze Stadt und wäre weit weniger aufwendig zu bauen. Also ich bin schon mal einverstanden, habe nur leider nichts zu sagen::))
Bodo Schwarzberg
20.03.2021, 11:16 Uhr
Radweg an Zorge ökologisch bedenklich
So sehr, wie der Antrag aus Sicht eines notwendigen Ausbaus des in Nordhausen nachsintflutlichen Radwegesystems verständlich und richtig ist, sollte auf einen Radweg entlang der Zorge aus ökologischen Gründen unbedingt verzichtet werden.

So kritisiert der Arbeitskreis Hallesche Auenwälder anlässlich seiner an Flüssen im Einzugsbereich der Saale jährlich durchgeführten RAD-Exkursionen regelmäßig schon den derzeitigen, teils kanalisierten bzw. mit Wehren verbauten Zustand unserer Flüsse, die gerade im Hochwasserfall zunehmend weniger "gebändigt" werden können. - Die Wiederanlage der weithin verschwundenen Auwälder, die die die Gewalt von Hochwasser verringern können und in Zeiten zunehmender Dürre wichtige Wasserspeicher sind, sollte nach den verheerenden Hochwaserereignissen von 2002, wie aktuell, nicht nur an Elbe und Saale durchgeführt werden.

Wir erinnern uns an die fatalen Folgen dieses Hochwassers für Infrastruktur, Menschen und Wirtschaft, die an Elbe und Saale zu einem schmerzlich erzeugten Umdenken der sachsen-anhaltischen Landespolitik führten.

Zudem genießen Flüsse und deren Nahbereiche die besondere Aufmerksamkeit der Naturschutzgesetzgebung.

In Nordhausen gehören die Zorge und ihre Uferbereiche zu den wenigen verkehrsberuhigten, grünen Linien, entlang derer sich schützenswerte Biotope befinden und die zudem vernetzend wirken. Das heißt, dass entlang des Flusses Tiere und auch Pflanzen wandern können, was ihnen in unserer immer fragmentierteren, intensivierten und versiegelten Landschaft heute erschreckend wenig gelingt.

Aus all diesen Gründen sollte es keinen Radweg entlang der Zorge geben. Ansonsten plädiere ich aber für einen massiven Ausbau des Radwegesystems entlang berereits bestehender Straßen, z.B. auch entlang der B4 / B81 in Richtung Hasselfelde.
Frankledig
20.03.2021, 14:46 Uhr
Radwege...
Radwege sind schön und gut. Aber wenn man etwas möchte sollte man auch zu den Kosten stehen. Entweder man zahlt für die Nutzung oder es gibt eine " Radsteuer" . Schließlich müssen wir Autofahrer auch für zahlen....
Leser X
20.03.2021, 17:25 Uhr
Frankledig
Da bin ich doch eher dafür, die Steuer als Hebel gegen schädliche Dinge einzusetzen.
unbekannt23
21.03.2021, 04:08 Uhr
Und die Hunde?
Schwachsinnig...

Hundehalter würden mal wieder voll ins leere schauen, denn der Weg entlang der Zorge ist der einzige Ort in dieser Stadt, an dem Hunde mal frei laufen können.

Das sollte man auf jeden Fall wahren.

Zudem würde mal wieder eine Grünanlage verschwinden, damit es ein paar wenige Radfahrer leichter haben.

Für Teilnehmer am Straßenverkehr in egal welcher Form gilt einfach nur "Augen auf"!
Ursula Barth
21.03.2021, 11:08 Uhr
Radweg entlang der Zorge: Endlich mal eine Idee
Ich finde den Vorschlag gut und sehr überlegenswert. Man käme schnell und sicher durch die Stadt. Außerdem gibt es aktuell Förderungen für Radschnellwege. Außerdem würde der Radweg nichts am "Biotop" ändern und Fußgänger sowie Hundebesitzer können ihn nutzen. Die bisherige Fahrradstraße entlang der Grimmelallee ist doch eher ein Alibi-Projekt. Wer dort öfter entlangfährt, weiß das. Kaum ein Autofahrer nimmt Rücksicht. Und die Straße ist für Radler total unübersichtlich, mit Ausfahrten und Parkbuchten. Es ist ein Wunder, dass dort noch kein größerer Unfall passiert ist.

Aber generell scheint der Radverkehr in NDH keinen besonderen Stellenwert zu besitzen, vom rührigen ADFC einmal abgesehen, der sich um die Beschilderung der Routen kümmert. Da wird die Sangerhäuser Straße neugebaut und der Radweg vergessen. Erst als die Arbeiten fast fertig sind, kommen Stadträte auf die Idee, dass man dort etwas hätte machen müssen. Zur Erinnerung: Die Straße führt in Richtung Fachhochschule.

Die Stadtverwaltung schläft ohnehin seit dem Amtsantritt von Herr Buchmann, so scheint es zumindest. Da werden sinnlose, teure Projekte angeschoben wie den Neubau der Gehege-Treppe, die eigentlich niemand braucht. Nun soll für hunderttausende Euro hinten in Krimderode eine neue Brücke über die Zorge gebaut werden, die niemand benötigt. Nur einige hundert Meter weiter ist die Rad- und Fußgängerbrücke am Goetheweg. Das Geld könnte man eher in den Ausbau des Goetheweges stecken.

Und: Statt die Stadt voranzubringen, bricht Herr Buchmann einen kleinlichen Streit um 40 Quadratmeter Handelsfläche des Sachswerfer Baumarktes vom Zaun oder der streitet sich mit der NNZ. Sicherlich, das Theater und die neue Feuerwache sind wichtig, der Rest darf aber nicht vergessen werden. Und wann wird eigentlich die Brachfläche neben der Marktpassage bebaut?

So richtig voran geht nichts. Schlimmer noch, es gibt keine Ideen, wie die Stadt weiterentwickelt werden soll. Schade.
Halssteckenbleib
21.03.2021, 12:15 Uhr
Ich schlage vor
wenn man einmal beim Radweg ist parallel nen Rolatorweg mit zu bauen.Aber da hat wohl mal wieder keiner dran gedacht.Ist wahrscheinlich ohnehin zu teuer.Oma kann ja auch zu Hause bleiben.
Hector_Landers
21.03.2021, 12:59 Uhr
naja....
... man könnte theoretisch auch de 4 spurige autobahn (huch.. das schlimme wort) bauen... vielleicht sind dann alle zufriden?

btw. die idee mit dem radweg finde ich gar nicht schlecht. :-)
Paulinchen
21.03.2021, 13:30 Uhr
Warum eigentlich keinen Radweg?
Es gibt nicht wenige Menschen, die machen sogar einen Urlaub an dem Donauradweg.
Sicher ist dieser Vergleich vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen, aber wenn sich hier Familien mit dem Rad entlang der Zorge einen schönen Freizeitausflug gönnen, was steht dem entgegen?

Herr Schwarzberg hat mit seinem Einwand nicht Unrecht, nur der Schutz der Natur und Heimat, beginnt nicht nur an der Zorge, er sollte auch in der Stadt Nordhausen Einzug halten. Hier finden wir täglich, eine große Menge Müll auf den Straßen, Wegen und Plätzen. Schon das sollte ein Ansporn für das Ordnungsamt sein, endlich auch hier mal präsent zu sein. Somit stelle ich mir vor, dass die Ordnungshüter diesen Radweg mit dem E-Bike im Auge behalten könnten.
Wäre es nicht schön, wenn Menschen aus anderen Regionen diesen Radweg für sich entdecken und damit den Tourismus hier bei uns stärken? Museen haben wir genug.
RWE
21.03.2021, 13:42 Uhr
Die Zorge ist nicht die Donau
Der große Ansturm an Touristen würde ausbleiben. Da es aber in NDH praktisch kein durchgehendes Netz an Radwegen gibt, halte ich die Idee für sehr gut. Ein Radweg über Nordhauen hinaus an der Zorge entlang wäre hingegen schon eher etwas für Radsportler. Zwar immernoch nicht vergleichbar mit den großen Flüßen, aber das Stückchen allein vom Kiesschacht zum Stadtpark keine Herausforderung. Aber generell ist jeder Radweg ein Schritt in die richtige Richtung.
Hector_Landers
21.03.2021, 13:59 Uhr
thema radweg...
... bei uns im ruhrpott wurde das entlang des rhein-herne-kanals realisiert. man kann da quasi duchs ganze ruhrgebiet laufen, fahren, hüpfen.

es kommt nur auf die breite an, und da müsste man halt schauen, was das ufer der zorge her gibt.

btw. man kann eine an sich gute idee auch kaputt- oder zerrreden.

man könnte das gebiet der zorge aber auch zu einem beliebten naherholungsgebiet
(um)gestalten.

hat man in und um thale ja auch gemacht. ;-)
DDR-Facharbeiter
21.03.2021, 14:39 Uhr
Regenwasser von Radwanderweg ist ökologisch unbedenklich
Ein Radweg entlang der Zorge soll ökologisch bedenklich sein ? Nicht das Regenwasser von einem asphaltierten Radwanderweg ist für die Zorge ökologisch bedenklich, sondern ökologisch bedenklich sind die kaum biologisch geklärten Stadt- Abwässer von Haushalten und Tiermastbetrieben, die in die Zorge fliessen. Ganz zu schweigen von dem nicht identfizierten Müll und Unrat mit unbekannten Inhaltsstoffen, der seit Olims Zeiten auf dem Boden der Salza und der Zorge vor sich hin rostet und auflöst.
Halssteckenbleib
21.03.2021, 14:53 Uhr
Paulinchen schon
gleich wieder Kontrolle und Überwachung im Sinne?Kontrolle und Überwachung = Schikane .Manche scheinen richtig süchtig danach zusein.Testen fehlt noch.Man kommt sich vor wie ein Schwerverbrecher.
Hector_Landers
21.03.2021, 15:15 Uhr
wo kontrolle sinnig ist...
... erscheint sie mir durchaus sinnvoll. ;-)
Halssteckenbleib
21.03.2021, 15:50 Uhr
Aus Kontrolle und
Überwachung wird dann wie immer Abzocke.
Blitzer sollten unbedingt installiert werden. Regeln sind auch wichtig.
Kontrapost
21.03.2021, 21:10 Uhr
@Ursula Barth: Buchmann Rolle überbewertet
Es ist doch eigentlich schnuppe, was Bürgermeister Buhmann will oder nicht will.
Die Passivität kann doch der Bürger mit eigenen Ideen ersetzen (s. o.) bzw. die Stadträte selbst. Der Stadtrat macht sich die Idee eines Bürgers zu eigen oder entwickelt selbst und fällt den entsprechenden Beschluss. Da Der Stadtrat auch Herr über die Stadtfinanzen ist, kann er dafür auch selbst die Gelder zur Verfügung stelle!

Der Bürgermeister ist dann nur noch ausführendes Organ. (Das ist ihm vielleicht sogar ganz Recht ;-)

So könnte Nordhausen nebenbei zu einer echten Bürgerstadt werden!

Alles Schlechte hat auch immer etwas positives.
Halssteckenbleib
21.03.2021, 22:48 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)