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Di, 07:11 Uhr
03.11.2020
Der Börsenmarkt während Corona:

Analyse und Ausblick

Die Corona-Pandemie fügt auch der Ökonomie massiven Schaden zu. Wie reagieren Wirtschaft und Politik? Welchen Einfluss hat die 2. Welle?


Schockstarre nach der Frühlingskatastrophe
Wie ein Erdbeben hatte Corona im Frühling 2020 auch auf der Börse seine Spuren hinterlassen. Zu Beginn des ersten Lockdowns regierten auf dem glatten Parkett Panik und Schockstarre. Der DAX stürzte um 39 % ab, die Bilanzen der europäischen und amerikanischen Leitindices sahen ähnlich deprimierend aus und es kamen ungute Erinnerungen an den Schwarzen Freitag hoch. Am schlimmsten traf es die brasilianische Börse, die vom Virus Covid19 regelrecht halbiert wurde. Selbst moderne Handelsformen wie die digitalen EFT kamen mit den Auswirkungen der Pandemie nicht zurecht und gaben um 30 % nach.

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Die Sommerberuhigung
Zunächst schien alles nach den ersten Krisenwochen vergleichsweise glimpflich abzulaufen. Die in fast allen Ländern auf der Welt ergriffenen drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zeigten Wirkung. Auch wenn nach wie vor Menschen starben, schien der Virus zunehmend unter Kontrolle und in China, wo die Maßnahmen am radikalsten waren, verkündete die KP Chinas sogar den Sieg über den Virus. Auch die Börse erholte sich von den verheerenden Auswirkungen im Frühling überraschend schnell. Bis zum Ende des Sommers gelang es, die Frühjahrsverluste weitgehend wieder auszugleichen.

Analysten machten als Gründe für den zwischenzeitlichen Aufschwung die immensen staatlichen Hilfspakete für die Wirtschaft und das Füllhorn an Liquidität durch die Zentralbanken verantwortlich. Auf diese Weise gebe es nun „für lange Zeit Liquidität im Überfluss“, wie sich der Finanzexperte Olivier Berranger äußerte. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Virus wurden allmählich zurückgefahren, das öffentliche Leben begann sich wieder zu regen und zuweilen geriet die Pandemie sogar in Vergessenheit.

Die Herbstkatastrophe
Doch pünktlich zum Herbst ist die Pandemie wieder zurück und das schlimmer als jemals zuvor. Sogar die schrecklichen Fallzahlen vom Frühling mit über 6.000 bestätigten Neuinfektionen in Deutschland täglich haben sich mittlerweile verdreifacht, und es gibt keinen Anlass zur Annahme, dass das Ende der Fahnenstange der 2. Welle erreicht ist. Die ganze Welt hält der neuartige Virus wieder im Würgegriff und der Lockdown kehrt mit aller Wucht zurück.

In Deutschland fiel der DAX von 13.000 auf 11.500 Punkte. Im gesamten Oktober hatte er 9,4 % seines Wertes eingebüßt. Die Tatsache, dass es viele Länder wie die USA, Frankreich, Spanien, Italien und England noch schlimmer getroffen hat, stimmt mit Blick auf die Zukunft nicht gerade zuversichtlich. Trotzdem gibt es gute Gründe dafür, dass trotz eines womöglich noch schlimmeren Verlaufs der Pandemie sich die Einbrüche an den Börsen in der Form vom Frühling nicht wiederholen werden.

Kommt nach dem heißen Herbst ein kalter Winter?
Die Reaktion der Börse auf die Pandemie hängt selbstverständlich stark von ihrer Entwicklung ab. Derzeit ist es recht wahrscheinlich, dass die strengen Eindämmungsmaßnahmen in den einzelnen Ländern wieder die Trendwende herbeiführen können. Das haben die Erfahrungen des ersten Lockdowns gelehrt. Aber auch hier sind Überraschungen möglich. Weitere Einflussfaktoren sind die Wirksamkeit der entwickelten Impfstoffe und die Reaktion der Bürger. Berichte über Aufstände und andere Eskalationen verschärfen die Krise und können gefährliche Kettenreaktionen herbeiführen. Nicht zuletzt der Ausgang der US-Präsidentenwahlen ist für die weitere Entwicklung wichtig. Hier stellen sich Fragen nach der Stabilität der einstigen Führungsnation und ob es nach einer (zu erwartenden) Niederlage von Amtsinhaber Donald Trump tatsächlich zu einem Bürgerkrieg kommt.

Ausblick: Experten sind zuversichtlich
Man sieht, bei der Prognose spielen viele Unbekannte eine Rolle, was allerdings bei Ausblicken nichts neues ist, weil die menschliche Entwicklung nur teilweise kalkulierbar ist. Analysten halten die Wirtschaft mittlerweile für flexibler als noch im Frühling dieses Jahres. Der Virus hat seinen Überraschungseffekt verloren und die Wirtschaft ist nun besser auf die Pandemie eingestellt. Zudem verfügt die Wirtschaft durch die Hilfsaktionen der Staaten und Zentralbanken über eine größere Liquidität und besitzt deshalb größere Spielräume zum Manövrieren. Von den Analysten am positivsten sieht dies Frank Klumpen, der für die Landesbank Baden-Württemberg tätig ist. Ihm nach sei der beschlossene Lockdown „moderater als damals“ und die Arbeit an Impfstoffen sei bereits „vorangeschritten.“
Autor: psg

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