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Mo, 10:16 Uhr
30.03.2020
GUTER RAT FÜR SENIOREN (6)

Passen Sie gut auf sich auf

Überfall hier, Enkeltrick da und die tägliche Kleinkriminalität gegenüber Senioren – davon musste auch nnz-online schon oft berichten. Der Fall der 94-jährigen Frau in Ellrich hat ein gutes Ende genommen, weil sie sich einem Taxifahrer anvertraute, der super reagiert hat. Damit sich möglichst viele Senioren auch selbst beschützen können, geben wir hier in mehreren Folgen eigene Erfahrungen und die Erfahrungen von Bekannten und Verwandten weiter...

Gegenseitig helfen (Foto: pixabay.com) Gegenseitig helfen (Foto: pixabay.com) Bild von Anemone123 auf Pixabay

Alles, was hier beschrieben wird, hat es in Thüringen und Sachsen-Anhalt schon gegeben. Zur Kenntnis gelangte es aus eigenem Erleben, dem Erleben verlässlicher Personen oder den Sendungen des mdr.

Anlass zur Panik besteht für Gewappnete nicht. Wie sagten doch unsere alten Lehrer: „Gefahr erkannt = Gefahr gebannt.“ Es besteht auch kein Zweifel, dass die Mehrheit der Senioren ohne Probleme ein hohes Alter erreichen kann. Aber wenn diese Serie auch nur eine Straftat verhindern kann, das Sicherheitsgefühl verbessern kann, ist ihr Zweck erreicht.

Die Sprache wird humorlos bis brutal sein, damit Warnungen auch dann verstanden werden, wenn das eigene Empfinden vielleicht alles als nicht so schlimm einstuft. Dafür bitten wir um Verständnis.

Mit Corona „wiederbelebt“....
...wurde die Verbreitung von Spam-mails, von Anrufen von Gaunern und Geschäftemachern aller Art. Alle Service-Provider warnen wieder ziemlich eindringlich davor und die zusammen getragenen Erfahrungen von Verwandten, Freunden und Bekannten sowie auch die eigenen Erfahrungen lehren eindeutig: Mit Corona kriechen sie wieder aus ihren Löchern: Die Geschäftemacher, die Lügner, die Betrüger und auch die ganz besonderen „Dienstleister(innen)“.

Neu sind Nachrichten im Internet-Postfach, die angeblich eine Sprachmail beinhalten. Bitte öffnen Sie solche Nachrichten nicht, vor allem auch dann nicht, wenn Sie den Absender nicht kennen. Meistens werden auch ganz kryptische Absenderadressen verwendet, was Ihnen das Erkennen besonders leicht macht.

Löschen Sie diese Nachrichten und andere unerwünschte Post nicht sofort, sondern kennzeichnen Sie diese als Spam-mails. Das geht je nach der verwendeten Software für Ihr Postfach ganz leicht durch Anklicken des Spam- oder Junk-Feldes oder durch Rechtsklick auf die mail und Auswahl von „Verschieben in Spam Ordner“. Dort angekommen übernimmt Ihr Provider den Rest. Er versieht intern die Absender als unerwünscht, löscht die Nachrichten nach einer durch Sie vorzugebenden Zeit von Ihrem Computer und verhindert, dass sie von diesen Absendern weiter Post bekommen.

Wenn Sie am Telefon belästigt werden und noch ein recht altes Telefon und einen „guten alten“ Telefonanschluss haben, denken Sie mal über einen neuen Vertrag und ein neues Telefon mit Anrufbeantworter nach. Dann erkennen Sie die Nummer des Anrufers und wenn Sie die Speicher entsprechend belegt haben, auch die Namen zu den Nummern. Kommt dann ein Anruf mit einer unbekannten oder ohne Nummer, lassen Sie ihn unbeantwortet und den Anrufbeantworter eingeschaltet. Der Begrüßungstext sollte ungefähr so lauten: „Wir (auch verwenden, wenn Sie ganz allein den Anschluss benutzen!) können Ihren Anruf zurzeit nicht entgegen nehmen. Bitte nennen Sie Ihre Nummer komplett mit Vorwahl und den Grund für Ihren Anruf. Wir rufen dann bald zurück.“ Wetten, dass nur gaaaanz selten sich eine unerwünschte Nachricht auf Ihren Anrufbeantworter verirrt.

Auch eine andere Berufsgruppe hat Langeweile. Nämlich die der „LiebedienerInnen“. Wundern Sie sich nicht, wenn Ihnen trotz Ihres etwas höheren Alters die schönsten jungen Mädchen aus den email´s entgegen lächeln und Ihnen verkünden, ein Bild, eine Personenbeschreibung oder sogar eine Heiratsanzeige von Ihnen irgendwo gefunden zu haben. Zu schätzungsweise 90% gehören die Bilder nicht zu der empfangenen Nachricht. Und zu geschätzten 99% wollen die Absender der mail nur Ihr Bestes: Ihr Geld. Der richtige Aufbewahrungsort für diese Nachrichten ist ebenfalls der Spam-Ordner.

Denken Sie weiter immer daran, ein Familienmitglied das Ihre Hilfe braucht, meldet sich persönlich bei Ihnen. Falls Sie bei Stimmerkennungen am Telefon inzwischen unsicher sind, legen Sie sich in einer stillen Stunde Fragen zurecht, die nur Ihre Familienmitglieder richtig beantworten können. Dann bleiben Sie auch weiterhin am Telefon auf der sicheren Seite.

Bleiben Sie gesund, munter und guter Dinge.
Jürgen Wiethoff

PS für Kinder und Enkel: Ihre Eltern oder Großeltern haben noch kein Internet oder mögen einfach das Rascheln einer Zeitung mehr als die nnz-online? Machen Sie ihnen doch einen Ausdruck dieser Beiträge.
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Kommentare

30.03.2020, 11.48 Uhr
ottilie | Guter Rat für Senioren
Ich habe mir vor ein paar Jahren einen Computer gekauft und habe mir alles selbst gelernt.
Ich mache alles über Computer und lese alle Artikel der NNZ.
Obwohl ich selbst in diesem Jahr 80 Jahre jung werde, würde ich nie so leichtfertig sein und einem fremden Menschen Geld übergeben.
Zum anderen bin ich oft sehr sprachlos über Frauen, die ihr ganzes Vermögen einem Mann geben oder auch noch Kredite aufnehmen, nur weil dieser ihnen Liebe fürs Geld vormacht.
Ich habe im Leben sehr viel arbeiten müssen für wenig Geld, wie das in meiner Zeit so wahr und da sage ich mir, bei Geldgeben hört die Liebe auf.

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