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Sa, 16:03 Uhr
14.09.2019
Meine Daten gehören mir:

Tipps für mehr Datenhoheit

Die Temperatur in unserer Wohnung regulieren wir mit dem Smartphone, für Online-Dienste registrieren wir uns mit Namen und Adresse, Smartwatches messen und analysieren unsere Körperfunktionen. Wer im Internet unterwegs ist und smarte Geräte benutzt, hinterlässt Spuren. Doch es gibt Möglichkeiten, um seine Privatsphäre zu schützen...


So wenige Daten wie möglich von sich preiszugeben, ist dabei so naheliegend wie schwer. Schließlich basiert das Geschäftsmodell mancher Unternehmen – sogenannter Datenbroker – genau darauf, möglichst viele und präzise Informationen über Nutzer zu sammeln.

Prominentestes Beispiel für einen solchen Datenbroker ist Cambridge Analytica. Dieses Unternehmen hat Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen, darunter rund 310.000 Nutzer aus Deutschland. Die Daten hat Cambridge Analytica etwa zur Erstellung politischer Profile genutzt, mit dem Ziel, Einfluss auf die letzte Präsidentschaftswahl in den USA zu nehmen. Ein weiterer großer Datenbroker ist Acxiom. Das Unternehmen verfügt über Daten von über 700 Millionen Menschen weltweit, darunter mehr als 40 Millionen aus Deutschland, mit mehr als 1.500 Eigenschaften pro Haushalt.

BullGuard gibt fünf Tipps, um sich vor Datenbrokern zu schützen und wieder mehr Macht über die eigenen Daten zu erlangen:
  • Eigenes Verhalten hinterfragen.Nicht selten bedeutet mehr Komfort weniger Datenschutz. Sei es der Online-Einkauf, die hinterlegten Zugangsdaten für den E-Mail-Account oder die vernetzte Heizung. In den meisten Fällen liegt die Entscheidung darüber beim Nutzer. Wir sollten ein gesundes Bewusstsein für den Datenschutz entwickeln und die Entscheidungen, die wir beim Surfen im Internet und bei der Benutzung smarter Geräte unterbewusst treffen, hinterfragen. Dann werden es Datenbroker deutlich schwerer haben, persönliche Informationen zu sammeln.
  • Virtual Private Network nutzen: So zu tun, als wäre man jemand anders und an einem anderen Ort, ist eine weitere Möglichkeit für mehr Datenhoheit. Das geht mit Hilfe eines Virtual Private Networks (VPN), welches die IP-Adresse und sämtliche Internet-Aktivitäten verschleiert. Die IP-Adresse übermittelt in der Regel den physischen Standort, die Zeitzone und Sprache – allesamt nützliche Informationen für Datenbroker. Auch das Betriebssystem, die benutzten Programme und sogar die installierten Schriften bleiben nicht verborgen. Somit wird jedem Computer ein einzigartiger Fingerabdruck zugeordnet. Ein VPN verschleiert diese Informationen, sodass Datenbroker keine eindeutige Adresse mehr zuweisen können. Dadurch können Internetnutzer nicht mehr identifiziert werden und die gesammelten Webbrowser-Daten werden praktisch wertlos, da sie keiner Person mehr zugeordnet werden können.
  • Privacy Badger installieren: Privacy Badger ist ein Plug-in für den Browser. Die Open-Source-Lösung hält Werbenetzwerke und andere Datensammler davon ab, zu verfolgen, welche Seiten im Web besucht werden. Wenn ein Werbetreibender einen Nutzer ohne dessen Zustimmung über mehrere Websites hinweg verfolgt, blockiert Privacy Badger automatisch das Laden weiterer Werbeanzeigen im Browser. Für den Werbetreibenden sieht das so aus, als ob der Nutzer plötzlich verschwunden wäre. Das Plug-in funktioniert jedoch nicht immer. Für einen Online-Einkauf muss es zum Beispiel manchmal deaktiviert werden. Websites möchten die für den Kauf notwendigen Daten erfassen – wird das verhindert, kann die Bestellung nicht abgeschlossen werden. Websites, die sich überwiegend aus Werbeanzeigen finanzieren, verweigern den Zugriff mitunter komplett, wenn Nutzer ein Plug-in aktiviert haben, das Werbeanzeigen blockiert.
  • Sensibilität für Datensammler schärfen: Gewinnspiele im Internet sind zum Beispiel ein beliebtes Instrument, um persönliche Daten abzugreifen. Auch wenn attraktive Gewinne locken, sollten Nutzer daher von einer Teilnahme absehen. Zudem ist es ratsam, sich beim Surfen auf verschlüsselte Seiten, die mit „https“ beginnen, zu beschränken und regelmäßig den Browserverlauf zu löschen. Empfehlenswert ist auch die Nutzung verschiedener Mailadressen und alternativer Suchmaschinen wie DuckDuckgo oder Startpage, welche unsere Spuren beim Verlassen der Website automatisch löschen.
  • Offline einkaufen - mit Bargeld: Wer nicht möchte, dass Datenbroker wissen, welches Medikament zuletzt benötigt wurde oder wie viel einem das neue Smartphone wert war, sollte offline einkaufen und dabei zum altbewährten Bargeld greifen. Auch die Kundenkarte sollte in diesem Fall im Geldbeutel bleiben, denn diese zeichnet jeden getätigten Kauf auf.
Über BullGuard
BullGuard gehört zu den führenden Cybersecurity-Anbietern in Europa. Das Unternehmen schützt einfach und verständlich das persönliche, digitale Umfeld, wie private Daten und das Smart Home. Das Produktportfolio umfasst Internet Security, Smart Home Security, kontinuierlichen Identitätsschutz sowie Mobile Security für Privatanwender oder kleine Betriebe auf PCs, Macs und Android Betriebssystemen. Die Produkte wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem wählte Stiftung Warentest die Sicherheitssoftware „BullGuard Internet Security 2018“ im März 2018 unter die besten drei Internet Security Lösungen. BullGuard ist Pionier für Sicherheit im Internet of Things (IoT) und entwickelte den weltweit ersten IoT-Scanner. Zusammen mit dem Partner Dojo Labs sorgt BullGuard für umfassenden Schutz im Smart Home und für vernetzte Geräte.

Bildquelle: James Osborne auf Pixabay
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Kommentare

15.09.2019, 08.35 Uhr
Andreas Dittmar | Erst lesen dann klicken
Wer Windows 10 ab der 1803 einrichtet, bekommt von seinem PC einige Fragen gestellt bevor er den Desktop zu sehen bekommt. Es lohnt sich genau hinzuschauen und die Default-Einstellungen nicht zu verwenden. Die sind so gar nicht DSGVO-konform.

Da geht es um Sprachsteuerung und Erkennung, Position, Werbe-ID und erweiterte Diagnosedaten. Die Einstellungen von Mikrofon und Kamera hat MS zwar entschärft aber trotzdem sollte man auch hier nochmal im Privacy-Bereich nach dem Rechten schauen.

Iot bzw. Smarthome ist ein besonders heißes Eisen. Während man bei AVM-Geräten, wie Heizkörper-Reglern, Steckdosen und Tastern die volle Kontrolle hat, da diese über DECT-ULE eingebunden sind und ohne weitere Konfiguration nur innerhalb des Netzwerkes bedient werden können, sieht das bei Billigelektronik aus Fernost ganz anders aus.
Da wird das Equiment (Steckdosen, Taster, Kameras) in einer Cloud registriert und anschließend direkt über Apps wie zB. Smart-Life verwaltet. Auch Alexa und Google können so mit den Geräten kommunizieren. Zugriff direkt aus dem Netzwerk bei fehlender Internetverbindung ? Fehlanzeige ! Die Server stehen irgendwo in Fernost. Was auf den ersten Blick kinderleicht und idiotensicher scheint, könnte auch mal einem Hacker- bzw. Lauschangriff zum Opfer fallen. Da nützt auch die SSL-Verbindung nicht viel, da man eh keine Kontrolle über die Zentrale hat. Ein weiteres Risiko : Wird der Server mal abgeschaltet, weil es die Firma nicht mehr gibt, kann man auch das Equiment entsorgen.

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