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Di, 19:13 Uhr
13.08.2019
Service-Tipps

Sind Social Casinos legal?

Social Casinos sind ein aktueller Trend in der Online Casino Branche. Entsprechende Plattformen kombinieren die Vorzüge der Community in sozialen Netzwerken mit denjenigen von Glücksspielen. Anders als in herkömmlichen Online Casinos wird in Social Casinos nicht um Echtgeld, sondern um virtuelles bzw. Spielgeld gegen Freunde und Bekannte gezockt. Gleichzeitig ermöglichen die Anbieter auch den Erwerb von Spielgeld mit echtem Geld aber ist das wirklich legal?

Anders als in herkömmlichen Online Casinos dominiert in Social Casinos der Spaßfaktor beim Spiel mit Freunden. Bildquelle: Arcaion / pixabay.com

Dieses Konzept liegt sogenannten Social Casinos zugrunde
Viele Personen haben schon von ihm gehört, doch nur wenige können mit dem Begriff etwas anfangen - die Rede ist von sogenannten Social Casinos. Es gibt zwar im Internet jede Menge Plattformen wie zum Beispiel das StarGames Casino, wo um echtes Geld gespielt werden kann, aber auch Seiten, auf denen nur um Spielgeld gezockt werden kann, haben ihren Reiz.

Nichts anderes sind nämlich Social Casinos, denn zum Spaß geht es dort nur um Punkte bzw. virtuelles Geld. Ein anderes Konzept im Vergleich zu den Spieleklassikern wie Book of Ra oder Fruitinator. Folglich ist auf derartigen Seiten keine Einzahlung eigener Ersparnisse für die Teilnahme an den Spielen erforderlich.

Sozial sind diese Casinos deshalb, weil sie mit sozialen Netzwerken wie den nachstehenden verbunden sind
  • Facebook
  • Twitter
Jeder kann einfach seine Freunde zu einem Spiel wie Poker oder beispielsweise Blackjack einladen und es kann gemeinsame Zeit verbracht werden, ohne dass sich beide Personen am selben Ort befinden.

Die Frage nach der Legalität derartiger Portale rührt aus der Gegebenheit, dass auf diesen Seiten mit Echtgeld das virtuelle Geld bzw. Punkte gekauft werden können.

Social Casinos wurden in den USA bereits als illegal eingestuft
Aufgrund dieser Tatsache wurde in den USA ein langer Rechtsstreit geführt, der im vergangenen Jahr mit dem Urteil des Bundesberufungsgerichts im Bundesstaat Washington endete. Dieses entschied nach drei Jahren Prozessdauer, dass es sich um illegales Glücksspiel handelt.

Geklagt hatte ursprünglich die Amerikanerin Cheryl Kater gegen das Unternehmen Big Fish Games, da sie nach eigenen Angaben mehr als 800 Euro für virtuelle Chips ausgegeben hatte, die sie im Laufe des Spiels allerdings verlor.

Das ungenau formulierte Glücksspielgesetz in Washington sieht vor, dass es sich bei einem Spiel um verbotenes Glücksspiel handelt, sobald um „etwas Wertvolles“ gespielt wird. Das Gericht untermauerte sein Urteil damit und verwies darauf, dass man neue Chips kaufen müsse, wenn einem Spieler diese ausgingen.

Glücksspielstaatsvertrag klärt in Deutschland Legalitätsfrage
Da bekanntermaßen die Urteile und Verurteilungen in den USA gerade in Bezug auf Geldzahlungen mit den in Deutschland geltenden Standards nicht vergleichbar sind, fragt sich, wie Social Casinos vor dem Hintergrund deutscher Gesetze zu würdigen sind.

Maßgeblich ist in diesem Kontext der Glücksspielstaatsvertrag bzw. künftig der 3. Glücksspieländerungsstaatsvertrag, der am 01. Januar 2020 in Kraft treten soll. In §4 Abs. 4 des Vertrages heißt es: „Das Veranstalten und das Vermitteln öffentlicher Glücksspiele im Internet ist verboten.“

Laut §3 Abs. 1 des Vertrages liegt Glücksspiel dann vor, „wenn im Rahmen eines Spiels für den Erwerb einer Gewinnchance ein Entgelt verlangt wird und die Entscheidung über den Gewinn ganz oder überwiegend vom Zufall abhängt.“

Urteile zu Social Casinos gibt es in Deutschland bislang noch nicht. Selbst wenn diese illegal sein sollten, fallen etliche Anbieter aufgrund ihrer EU-Lizenz allerdings unter die EU-Dienstleistungsfreiheit und somit in eine in Deutschland tolerierte Grauzone.
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