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Fr, 19:44 Uhr
12.07.2019
Service-Tipps

Diese Steueroasen sind legal

Deutschland verliert im Steuerwettbewerb durch neue Null-Steuerländer, nachdem für Konzerne mittlerweile der Standort Karibik versperrt bleibt. Aufgrund der damaligen Schlagzeilen nutzen große Unternehmen kaum mehr die Offshore-Steueroasen wie Panama, Bahamas oder die Cayman-Inseln...


Grund dafür sind aber auch die Meldepflichten für Großkonzerne in den OECD-Industriestaaten. Die Daten basieren auf die Studienergebnisse des Mannheimer Forschungsinstituts ZEW.

Im Kampf gegen die illegale Steuerflucht haben die G20-Staaten die Meldepflichten für Großkonzerne eingeführt. Seit dem Jahr 2017 gilt diese Pflicht in der EU für Unternehmen mit mehr als 750 Millionen Euro Jahresumsatz. Ein weiterer Grund dürfte das Country-by-Country-Reporting (CbCR) sein. Hierin besteht die Pflicht, heimischen Steuerbehörden Gewinne, Umsätze, Steuerzahlungen und Mitarbeiterzahlen aufgeschlüsselt im Land der Tätigkeit zu melden.

So effektiv sind die neuen Pflichten
Es wurde einiges getan, aber wie sieht es denn nun aus? Konnte Deutschland mehr Steuern einnehmen? Die Antwort lautet: Nein. Das ZEW hat für eine Analyse eine Stichprobe angefertigt und dabei die CbCR-Daten von etwa 25.000 internationalen Firmen aus 95 Ländern mit 121.000 europäischen Tochtergesellschaften untersucht.

In Hochsteuerländern wie Deutschland wurden jedoch nicht mehr Gewinne versteuert, im Vergleich zu den Zeiten, als es sehr einfach war, in Steueroasen zu ziehen. Stattdessen gab es einfach nur eine Verlagerung von den Karibik-Inseln auf kleine europäische Staaten.

In Europa gibt es noch einige Niedrigsteuerländer und das ist auch für Deutschland ein Nachteil. So gehen Investitionen und Steuergelder genau an jene Länder verloren. Deutschland hat keine andere Möglichkeit als die Unternehmenssteuer zu senken, damit die Wettbewerbsfähigkeit bleibt.

Werden jetzt die Steuern gesenkt?
Die CDU und CSU fordert dies bereits seit mehreren Monaten, jedoch wehrt sich die SPD noch. Der Grund ist jedoch logisch: „Weniger Steuern von Unternehmen bedeutet weniger Geld, zum Beispiel für Investitionen. Die Unternehmen fordern mit Steuersenkungen also schlechtere Straßen und Schulen“, sagt Lothar Binding, SPD-Steuerexperte, gegenüber dem Handelsblatt. Der Trend in anderen Ländern zeigt jedoch: Runter mit den Steuern.

Es werden jedoch im Bundesfinanzministerium kleinere Steuerentlastungspläne diskutiert, jedoch sind diese noch lange nicht auf dem Weg in Gesetzesentwürfe. Es könnte daher noch Jahre dauern, bis Deutschland die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Niedrigsteuerländern wieder gewinnt.

Steuerschlupflöcher schließen?
In diesen Fällen handelt es sich nicht um eine Straftat. Momentan ist lediglich ein realer und legaler Wettbewerb der Steuerstandorte zu beobachten. Selbstverständlich könnte unter gewissen Umständen auch dies für Illegal erklärt werden, allerdings ist das kein einfaches unterfangen.

Große Unternehmen sind in der Regel nicht nur in Deutschland tätig, so können diese Unternehmen immer wieder eine neue Möglichkeit finden oder sogar Deutschland als Wirtschaftsort aufgeben, weil andere Standorte in der Bilanz deutlich lukrativer sind.

Einige Politiker sehen nur eine Chance: Die Unternehmenssteuer muss gesenkt werden. Das kann den Nachteil haben, dass es langfristig dem Staatshaushalt schade, aber es könnte auch gutgehen und die Unternehmen sehen Deutschland wieder als attraktives Land.

In einer Umfrage unter Unternehmern ging hervor, dass Deutschland kein gutes Land für Arbeitgeber ist, aber eben für Arbeitnehmer. Die Steuerlast mit 45 Prozent ist deutlich zu hoch. Nicht selten ist so manches Unternehmen bereits hieran zugrunde gegangen.

Legal Steuernsparen
Durch eine Offshore-Agentur wie https://offshore.sc kann jedes Unternehmen für kleines Geld eine Gesellschaft in einem anderen Land gründen. Durch einen Treuhändler ist es nicht Mal notwendig, dort zu erscheinen. Die Gründung ist innerhalb von 24 Stunden abgeschlossen.

Diese Einfachheit macht es möglich, dass so viele Unternehmen aus Deutschland fliehen. Auf der kleinen Inseln Seychellen befinden sich knapp 211.000 Unternehmen (Stand: Mai 2019).

Wohin es mit der Weltwirtschaft schlussendlich geht, bleibt abzuwarten. Momentan gibt es noch kein solides Steuersystem. Amazon hat zum Beispiel im Jahr 2018 0 US-Dollar an Steuern in den USA bezahlt. IKEA ist auch ein Paradebeispiel für legale Steuervermeidung.

Bildquelle: https://unsplash.com/photos/rItGZ4vquWk
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