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Mi, 11:18 Uhr
24.04.2019
In vierter Generation:

Franziska Weiß übernimmt Lackiererei in Salza

Bereits als kleines Mädchen spielte Franziska Weiß im Büro und in der Lackierwerkstatt ihres Großvaters Werner Weiß in der Bahnstraße in Nordhausen-Salza. „Schon mein Vater ist hier groß geworden, später dann meine Schwester und ich. Das Geschäft liegt mir so sehr am Herzen“, sagt die junge Frau...

Franziska Weiß (Mitte) führt gemeinsam mit ihrem Vater Uwe Weiß (rechts), dem Mitarbeiter Volkmar Schlüter und Bürokraft Manuela Hagemeyer (links) den Familienbetrieb nun in die vierte Generation.

Seit Jahresbeginn ist die 30-Jährige nun Inhaberin des Familienbetriebs, den es schon seit 90 Jahren in Salza gibt. Sie hatte es ihrem Großvater nur wenige Tage vor dessen Tod im November vergangenen Jahres versprochen.

Bis zuletzt schloss der 80-Jährige noch täglich um 5 Uhr morgens die Tür zur Werkstatt auf und arbeitete in der Spritzkabine. An Ruhestand dachte der Mann mit den grauen Haaren und dem auffälligen Bart nicht. „Er konnte schlecht loslassen“, weiß die Enkelin.

Die Urkunde im Büro verrät: Seit 5. November 1966 war ihr Großvater Lackierermeister. Dass er auf den Tag genau 52 Jahre später die Augen für immer schloss, ist für die Enkelin ein Zeichen, wie eng der Großvater mit seinem Beruf und dem Betrieb verbunden war.

Gegründet hatte das Unternehmen sein Schwiegervater Walter Henneberg. In der Weimarer Republik, im Jahr 1929, machte der sich mit einer Malerwerkstatt selbstständig - nebenher beschäftigte sich Henneberg, der auch als Landschaftsmaler bekannt war, mit der Lackiererei. In den fünfziger Jahren, als immer mehr Autos auf den Straßen unterwegs waren, verlegte er sein Hauptgeschäft aufs Lackieren. Anfang der 1970er Jahre übergab er den Betrieb an seinen Schwiegersohn Werner Weiß. Den kannte in Salza fast jeder.

Zu DDR-Zeiten vergab die Werkstatt im Januar Termine fürs ganze Jahr. „Dann standen die Autos manchmal die ganze Straße hoch“, berichtet die junge Frau von Erzählungen in der Familie. Keiner habe die Farben so gemischt wie ihr Opa, ergänzt sie.

Heute sind einige Autohäuser Stammkunde in der Werkstatt, aber auch viele Privatleute. „Wir lackieren Fahrzeuge, aber auch Türen und Möbel“, berichtet Franziska Weiß, die seit mehr als zehn Jahren in der Fahrzeugbranche arbeitet. Gemeinsam mit ihrem Vater Uwe Weiß, der den Betrieb leitet, dem Gesellen Volkmar Schlüter und Bürokraft Manuela Hagemeyer geht der Familienbetrieb nun in die vierte Generation. Die Fußspuren sind groß, weiß die junge Frau. Sie wolle aber auch ihre eigenen Abdrücke hinterlassen. Dem Grundsatz ihres Großvaters will die Enkelin treu bleiben: „Wir wollen nicht das Meiste, aber das Beste machen“, sagt sie.
Susanne Schedwill
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Kommentare

24.04.2019, 16.39 Uhr
Liane Enzinger | Schön, dass eine Handwerkertradition fortlebt
Es ist schön, dass eine langjährige Nordhäuser Handwerksbetriebs Tradition in die nächste Generation geht. Umso besser, dass es eine Frau ist, die Verantwortung gemeinsam mit ihren Kollegen übernimmt. Eine gute Nachricht!

Liane Enzinger, M A.

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24.04.2019, 20.26 Uhr
rudel | Kann man sich nur anschließen!
Viel Erfolg Frau Weiß.

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25.04.2019, 09.55 Uhr
Paulinchen | Das Meisterstück, ...
...von Werner Weiß war, der "Skoda Oktavia" von dem ehem. Obermeister der Kfz-Innung Heinz Schuttwolff. Die Farbgebung: hellblau mit weißem Dachspiegel. H.Schuttwolff war Meister in der ehem. Kfz-Werkstatt Gebrüder Leich KG in Nordhausen. Wer dieses Auto damals gesehen hat, war von der Arbeit mehr als nur begeistert. Es war eben ein echtes Meisterstück! (innen wie außen und unten drunter)

Möge es Franziska Weiß gelingen, den guten Ruf, den Werner diesem Betrieb verschafft hat, zu erhalten. Viel ERFOLG dabei!!

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