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Do, 12:01 Uhr
18.04.2019
Nachgefragt

Wann lohnen sich Bio-Produkte?

Ob Eier, Bananen, Kaffee oder Äpfel – Bioprodukte gehören schon lange nicht mehr in ausgewählte Supermärkte, sondern sind tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Fast jede bekannte Supermarktkette führt Obst und Gemüse mit dem Bio-Siegel und auch andere Lebensmittel sind bereits in Bioqualität erhältlich...


Dabei geht der Trend Richtung Vollsortiment. Verschiedene Brote, Weine, Fleisch, Käse, Babynahrung und Fertiggerichte: Bald gibt es nichts, was nicht auch „in Bio“ angeboten wird. Noch besser, wenn die Biokost dabei aus regionalem Anbau stammt.

Das Nordhäuser Kochhaus des Horizont-Vereins legt zum Beispiel großen Wert auf das Zauberwort „Bio-Regio“. Der Verein verfügt sogar über einen ökologisch-zertifizierten und preisgekrönten Gartenbaubetrieb und liefert täglich rund 5000 Essen an diverse Schulen und Kindertagesstätten. Für Einzelverbraucher, die zuhause kochen und selber kein Gemüse anbauen können, stellt sich jedoch oft die Frage, wann sich der Einkauf von kostenintensiveren Bioprodukten lohnt. Dieser Artikel soll dabei helfen, etwas Klarheit ins Dunkel zu bringen.

Wann sich Bio lohnt
Manche Pflanzen werden in der Regel mit mehr Pestiziden oder Fungiziden behandelt als andere. Auch kommt es darauf an, wie stark eine Pflanze Giftstoffe absorbiert. Tatsächlich gibt es auch Pflanzen, die spezielle Toxine aus dem Boden ziehen, die seit Jahrzehnten in der Erde gespeichert sind und in der Landwirtschaft schon längst nicht mehr erlaubt sind. Vereinzelte Getreidesorten absorbieren zum Beispiel immer noch das im Jahr 2001 verbotene Insektizid Dieldrin, das zu dem „dreckigen Dutzend“ in der Schadstofffamilie gehört. Wer sich also gesünder ernähren möchte, sollte besonders bei den folgenden Gemüse- und Obstsorten zu der Bio-Variante greifen: 

Spinat und Grünkohl 
Das dunkelgrüne Blattgemüse ist besonders beliebt bei allen, die gerne nährstoffreiche grüne Säfte und Smoothies zubereiten und sich daraus eine Extraportion Energie für lange Tage holen möchten. Da das Gemüse in beiden Fällen roh verarbeitet wird, sollte man hier zu biologischen Produkten greifen. Die Blätter von Spinat und Grünkohl sind nämlich dazu in der Lage, fast 50 verschiedene Pestizide zu absorbieren. Weiß- oder Rotkohl sowie Brokkoli sind dagegen weniger belastet und können auch in normaler Qualität gekauft werden. 

Äpfel 
Das wohl beliebteste regionale Obst hat einen hohen Wasseranteil und nimmt mehr Pestizide auf als jede andere Frucht. Ein normaler Apfel aus dem Einzelhandel weist oftmals mehr als sieben verschiedene Chemikalien auf. Daher ist es auch hier sinnvoll, auf Äpfel aus biologischem Anbau zurückzugreifen, und das besonders, wenn diese gerne samt Schale verzehrt werden. In manchen Gegenden gibt es auch Streuobstwiesen, auf denen gegen Entgelt an den Bauern unbelastete Äpfel gepflückt werden können. Weniger belastetere – aber nicht einheimische – Alternativen zum Apfel sind Bananen und Mandarinen. 

Erdbeeren und Blaubeeren 
Leider sind Erdbeeren die kontaminiertesten Früchte im Supermarktregal. Deshalb sollten sie lieber selber auf dem Balkon in Blumentöpfen oder im Garten angebaut werden oder – wenn überhaupt – nur in der Hauptsaison in Bioqualität gekauft werden. Ähnlich verhält es sich mit Blaubeeren. Schon lange gelten die kleinen blauen Kugeln als Superfood, da sie einen extrem hohen Anteil von Antioxidantien aufweisen. Diese sind besonders bei der Vorbeugung gegen Krebs unentbehrlich. Doch auch Blaubeeren sind stark mit Pestiziden belastet und sollten daher aus biologischem Anbau stammen. 

Milch- und Fleischprodukte
Eine Mehrheit der Milchkühe konsumiert Futtermittel, die mit gentechnisch veränderten Futterpflanzen angereichert sind oder Rückstände von Chemikalien oder Pestiziden und Medikamente enthalten. Daher sollte, wenn möglich, auf Bio-Milchprodukte ausgewichen werden. Optimal ist auch der Kauf von Rohmilch bei einem Milchbauern aus der Gegend. Bei Fisch und Fleisch verhält sich dies nicht anders. Fleischprodukte von Tieren, die mit Gras, statt mit Getreide, Mais und Soja gefüttert wurden, ist in der Regel um einiges gesünder. Auch Zuchtfisch sollte vermieden werden. Bei tierischen Produkten spielen natürlich auch ethische Aspekte eine große Rolle. 
Salatgurken und Paprika 

Beide Gemüsesorten, die oft und gerne als Rohkost verzehrt werden, sollten unbedingt in Bioqualität gekauft werden. Gurken, die nicht aus kontrolliert biologischem Anbau stammen, kann man geschält genießen, jedoch gehen so wertvolle Vitalstoffe verloren.

Genauso wie Gurken haben auch Paprikaschoten eine sehr dünne Haut und saugen Chemikalien und Pestizide regelrecht auf. In der Schale beider Gemüse in konventioneller Qualität werden regelmäßig ganze Pestizidcocktails aufgespürt. Bio-Gurken und -Paprika, die ungeschält verzehrt werden, bieten also gleich zwei Vorteile: Mehr Vitamine und weniger Pestizide. 
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