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Mo, 21:07 Uhr
11.02.2019
"Game of Thrones"

So wirkt sich die Hitserie auf den Tourismus aus

Was haben Nordirland, Malta, Spanien, Island, Marokko und Kroatien gemeinsam? In allen Ländern wurden Szenen der Hitserie "Game of Thrones" gedreht. Das führt an einigen Orten wie dem kroatischen Dubrovnik bereits zu einem ausgeprägten Fan-Tourismus. In diesem Jahr sollen auch Drehorte und Sets in anderen Ländern zugänglich werden und den Tourismus dort ankurbeln...


"Game of Thrones" ist zum Massenphänomen geworden und hat sich zur erfolgreichsten Produktion des Senders HBO entwickelt. Bis heute hat die Serie 47 Emmys gewonnen, Merchandise-Artikel gibt es in Hülle und Fülle.

Und nun können auch Länder wie Nordirland, in denen für die Serie gedreht wurde, einen warmen Geldregen erwarten: Nach Ende der achten Staffel, die ab Mitte April 2019 ausgestrahlt wird, sollen zahlreiche Drehorte in Nordirland der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Fans der Serie können dann die Mauern der "schwarzen Festung" erklimmen (gelegen in der Grafschaft Antrim) und den Blick von den Zinnen von "Winterfell" aus genießen (im County Down) - und der kleinste Teil des Vereinigten Königreichs darf sich über weiter steigende Touristenzahlen freuen.

Schon jetzt ist vor allem die Antrim Coast ein populäres Reiseziel von "GoT"-Fans, und es hat sich eine ganze Industrie rund um die Serie entwickelt. Rund 150 Millionen Pfund hat Nordirland bisher an "Game of Thrones" verdient, und etwa 900 Arbeitsplätze im Tourismusbereich sind durch die Serie entstanden. Man kann davon ausgehen, dass die Besucherströme so schnell nicht nachlassen werden, wenn erst alle Kulissen zugänglich sind und auch das renommierte Filmstudio "Titanic Film" in Belfast seine Pforten für Touristen öffnet - inklusive einer Ausstellung mit allerlei Requisiten wie Waffen, Rüstungen und Kostümen.

Gut möglich, dass ähnliche Ausstellungen künftig beispielsweise auch in den spanischen Städten Girona, Almería und Osuna, im maltesischen Mdina und in Rejkjavik auf Island zu sehen sein werden. Auch dort wurden diverse Szenen gedreht.

Dass sich Fan-Tourismus aber nicht nur positiv auf die jeweiligen Orte auswirkt, zeigt das Beispiel Dubrovnik. Die kroatische Küstenstadt wird seit einigen Jahren regelrecht von Serien-Touristen überschwemmt, die wenig Interesse an der realen Geschichte der 42.000-Einwohner-Stadt haben und stattdessen alle Sehenswürdigkeiten im Kontext der Serie betrachten. Kreuzfahrtschiffe spucken pro Tag unzählige Passagiere aus. Die Altstadt ist völlig überlaufen, die Preise explodieren. Menschen urinieren gegen die Wallanlage, es kommt zu Konflikten zwischen Einheimischen und Touristen.

Es bleibt also zu wünschen, dass sich andere Städte, die "Game of Thrones" als Kulisse gedient haben, im Vorfeld etwaiger Ausstellungseröffnungen Konzepte überlegen, wie sie solche negativen Begleiterscheinungen verhindern können.
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