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Di, 06:44 Uhr
08.01.2019
Kranken- und Pflegeversicherung

Aktuelle Anpassungen erläutert

Für das Jahr 2019 sind umfangreiche Änderungen im Bereich der Kranken- und Pflegeversicherung geplant. Sowohl für gesetzlich, als auch für privat Versicherte gelten ab nächstem Jahr teilweise andere Regeln...

Richtig rechnen (Foto: edar/pixabay.com)
Zunächst einmal fallen ab 01.01.2019 geringere Sozialabgaben für Arbeitnehmer an. Auch für Selbstständige wird es unter Umständen günstiger. Langfristig könnte es vor allem im Bereich der Pflege und für Privatpatienten teurer werden. Was sollte man in diesem Zusammenhang wissen?

Resultierend aus dem Versichertenentlastungsgesetz von Gesundheitsminister und kurzzeitigem Kanzlerkandidat Jens Spahn (CDU), entstehen vor allem für gesetzlich Versicherte sowie Selbstständige mit geringem Einkommen finanzielle Einsparungen.

Was ändert sich für gesetzlich Versicherte?
Der Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung bleibt auch im kommenden Jahr bei 14,6 Prozent. Der Zusatzbeitrag wird ab dem 01.01.2019 jedoch wieder zu gleichen Anteilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber getragen, sodass hier für Arbeitnehmer eine leichte finanzielle Entlastung zu erwarten ist. Der Beitragssatz für die Pflegeversicherung jedoch steigt um 0,3 Prozent.

Mit diesen Mehreinnahmen sollen dringend benötigte Pflegekräfte finanziert werden. Zudem gibt es auch Änderungen in Bezug auf die Zahlung von Kranken- und Mutterschaftsgeld. Hier müssen die Versicherten nun nur mehr die Beträge entrichten, die auch tatsächlich bei den beitragspflichtigen Einnahmen anfallen.

Weiterhin ändert sich vorerst nichts im Bereich Kranken- und Pflegeversicherung für freiwillig gesetzlich Versicherte. Die Beitragsfreiheit für Familienangehörige bleibt weiterhin bestehen, sodass diese in der gesetzlichen Krankenversicherung keine eigenen Beiträge leisten müssen.

Was ändert sich für privat Versicherte?
Die Leistungen in einer privaten Krankenversicherung werden zwar ein Leben lang garantiert, der Beitragssatz hingegen kann durchaus variieren. Im kommenden Jahr müssen viele Privatpatienten mit höheren Beiträgen rechnen.

Wer sich privat versichern möchte oder es bleiben möchte, muss ein gutes Einkommen erzielen. Ab kommendem Jahr steigt die Versicherungspflichtgrenze um 1350 Euro auf 60.750 Euro im Jahr. Nur wer also monatlich über 5062,50 verdient, hat die Möglichkeit sich privat krankenversichern zu lassen. Zudem steigt auch die Beitragsbemessungsgrenze. Weiterführende Informationen über die neuen Beitragssätze findet man auf wechsel-pkv.de.

Was ändert sich für Selbstständige?
Für Selbstständige privat Versicherte ändert sich im kommenden Jahr nichts. Gesetzlich Versicherte Selbstständige hingegen können 2019 deutliche finanzielle Entlastungen erwarten. Die Mindestbeitragsbemessungsgrundlage wird ab dem 01.01.2019 auf 1083,33 gesenkt und somit halbiert. Das bedeutet vor allem für gering verdienende Selbstständige eine enorme Entlastung.

Für viele bringen die Neuerungen des Versichertenentlastungsgesetz also tatsächlich Entlastungen bei den unterschiedlichen Versicherungen. Wie sich die Änderungen mittel- und langfristig auf die Beitragssätze auswirken, kann jedoch nicht mit Sicherheit gesagt werden. Schon jetzt kritisierten einige Krankenkassen, insbesondere die Änderungen für Selbstständige mit niedrigen Einkommen. Es bleibt abzuwarten, was sich gesundheitspolitisch im kommenden Jahr ereignen wird.
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