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So, 11:12 Uhr
20.05.2018
Hue de Grais Wolkramshausen

Schiffszimmer ist wieder zugänglich

Die von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) verwaltete rechtsfähige G. & H. Murmann-Stiftung stellte im vergangenen Jahr 35.366,80 Euro für die Konservierung und Wiederanbringung der Leinwandbespannung des sogenannten Schiffszimmers im Obergeschoss des Herrenhauses Hue de Grais in Wolkramshausen zur Verfügung...

Hue de Grais in Wolkramshausen (Foto: privat)
Guido Siebert, Projektreferent der DSD, überbrachte heute die restaurierten Wandbespannungen und öffnet bei dieser Gelegenheit das Schiffszimmer wieder für die Öffentlichkeit. Die DSD setzt 2018 ihre jahrzehntelange Unterstützung für das Hue de Grais fort. Für die Restaurierung der Wandbespannungen im Landschaftszimmer sollen weitere Mittel folgen.

Das Herrenhaus in Wolkramshausen gehört zu den über 460 Objekten, die die private Denkmalschutzstiftung dank Spenden, Erträgen ihrer Treuhandstiftungen und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Thüringen fördern konnte.

In der malerischen Landschaft der Wipperniederung bei Sondershausen liegt Schloss „Hue de Grais" in Wolkramshausen. Es ist benannt nach dem 1835 im Schloss geborenen Robert Graf Hue de Grais. Der Theoretiker des Verwaltungsrechts erlangte durch seine Schriften und insbesondere das „Handbuch der Verfassung und Verwaltung in Preußen und dem Deutschen Reich" überregionale Bedeutung.

Der Komplex von Herrenhaus und Wirtschaftsgebäuden rings um eine Hofanlage entstand um 1665 als eine von fünf Gutsanlagen im Ort. Das heutige Schloss wurde 1721 begonnen. Das barocke Fachwerk des Hauptgebäudes erhebt sich zweigeschossig über einem Bruchsteinsockel. Gedeckt wird es von einem einfachen Krüppelwalmdach. An der Ostfassade befindet sich zum Hof hin der Haupteingang. Die Raumaufteilung im Inneren mit zwei parallelen Raumfluchten entsprach dem Grundriss einer „Maison de Plaisance". Für diesen „Lustschlosstyp“ war weniger das Zeremoniell als die Bequemlichkeit ausschlaggebend. Die Räumlichkeiten wurden schlicht gehalten.

Als einziger Schmuck diente eine farbige Paneele, die mit Bandwerk und Chinoiserien bemalt war. Erst zwischen 1752 und 1754 erfolgten umfangreiche Renovierungs- und Umbauarbeiten für die neue Hausherrin, eine musisch und künstlerisch begabte Dresdner Hofdame. Fast jeder Raum bekam eine repräsentative Ausstattung mit Wandbespannungen, Malereien, Paneelen, Öfen und kostbarem Mobiliar. Auch eine Bibliothek wurde nördlich des Herrenhauses in einem pavillonartigen Bauwerk eingerichtet.

Die G. & H. Murmann-Stiftung ist eine rechtsfähige Stiftung, für die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz einen Geschäftsbesorgungsvertrag unterhält. Daneben betreut die DSD über 230 Stiftungen treuhänderisch. Die auf Dauer angelegte Unterstützung durch Stiftungen dieser Art hat sich in Anbetracht knapper öffentlicher Kassen zu einem wichtigen Förderinstrument entwickelt, das nicht mehr aus der deutschen Denkmallandschaft wegzudenken ist.
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