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Sa, 09:26 Uhr
05.05.2018
Telemedizin in Deutschland:

Zukunftsmusik oder bald Realität?

Vermitteln zwischen Arzt und Patient (Foto: rawpixel/pixabay.com) Telemedizinische Modellprojekte in Deutschland und junge Startups wie Doktorabc machen es vor: Statt in überfüllten Wartezimmern mit anderen Kranken zu sitzen, können Patienten ganz entspannt vom Sofa eine Online-Sprechstunde mit einem Arzt buchen. Und statt den Arzt schamhaft um ein Potenzmittel oder Durchfall-Medikament zu bitten, lassen sich Patienten ein Rezept bequem online ausstellen...


Was sich nach einer rosigen Zukunft für Patienten anhört, ist in Ansätzen schon Wirklichkeit: Baden-Württemberg hat im Bereich der Telemedizin ein Modellprojekt gestartet und bietet Patienten Online-Sprechstunden bei niedergelassenen Ärzten an.

Unkompliziert verschreibungspflichtige Medikamente ordern und diskret nach Hause schicken lassen, können Patienten schon jetzt über die Homepage des Startups Doktorabc (https://www.doktorabc.com/de). Was sich genau hinter diesen Konzepten der modernen Telemedizin verbirgt, wird im Folgenden vorgestellt. 

Online-Sprechstunde vom Sofa

Ein Computer, eine Kamera, ein Headset und eine stabile Internetverbindung - mehr braucht es theoretisch nicht, um aus der Arztpraxis eine Computer-Sprechstunde mit Patienten zu Hause durchführen zu können. So können kranke Menschen sich den beschwerlichen Weg in die Praxis sparen und sich bequem auf dem Sofa eine fundierte Diagnose stellen lassen.

Was viele noch nicht wissen: Schon jetzt führen einige Ärzte in Deutschland Online-Sprechstunden mit ihren Patienten durch. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass ein persönliches Erstgespräch zwischen Patient und Arzt in der Praxis stattgefunden hat. Besonders häufig wird dieser Service noch nicht genutzt. Vor allem ältere Menschen stehen diesen technischen Neuerungen eher skeptisch gegenüber und bevorzugen den direkten und persönlichen Kontakt zum Arzt.

Die Telemedizin könnte vor allem für ländliche Regionen und den dort vorherrschenden Ärztemangel eine wichtige Chance für unsere künftige Gesundheitspolitik sein. Noch steht der Telemedizin in Deutschland allerdings das Fernbehandlungsverbot im Weg. Dies besagt, dass Patienten erst nach einem persönlichen Erstgespräch mit einem Arzt via Internet behandelt werden dürfen. Und auch der nur schleppend voranschreitende Internet-Ausbau auf dem Land und die daraus resultierende schlechte Verbindung, stehen der Telemedizin vorerst noch im Weg. Dabei würde sich die Telemedizin hervorragend dazu eignen, große Distanzen zwischen Patienten und Ärzten aufzuheben. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, könnte das eine große Chance sein. 

Doktorabc: Vermittler zwischen Patienten und Ärzten

Eine weiterer Anbieter telemedizinischer Leistungen ist das junge Startup-Unternehmen Doktorabc. Über die Homepage https://www.doktorabc.com/de können Patienten in Deutschland bereits jetzt ganz unkompliziert verschreibungspflichtige Rezepte ordern.

Die Patienten können auf der Homepage Doktorabc nach Ausfüllen eines medizinischen Fragebogens Medikamente für verschiedene Krankheitsbilder verschreiben lassen. Dazu gehören zum Beispiel Haut- und Geschlechtskrankheiten, Erektionsstörungen, Haarausfall, Durchfall, Malariaprophylaxe oder Lippenherpes. Die Medikamente werden diskret am nächsten Werktag per Express-Lieferung von einer englischen Versandapotheke an die Patienten in Deutschland geschickt. Der Service von Doktorabc besteht in der Vermittlung zwischen Patienten, zugelassenen EU-Ärzten und Versandapotheken. Die Kosten müssen vom Patienten getragen werden. Wie der Service für Patienten ganz genau abläuft wird auf der Homepage ausführlich dargestellt: https://www.doktorabc.com/de/so-funktioniert-es.html

Die Grenzen der Telemedizin

Auch wenn die Telemedizin Patienten und Gesundheitswesen auf den ersten Blick viele Vorteile bietet, kann sie den persönlichen Kontakt zum Arzt nicht ersetzen. Für einfache Diagnosen wie etwa bei einer Erkältung oder der Besprechung von Blutwerten, ist die Telemedizin eine sinnvolle Ergänzung und entlastet die Ärzte. Bei akuten Beschwerden wie hohem Fieber, Atemnot oder starken Schmerzen ist der Weg zum Arzt unverzichtbar und mitunter lebensnotwendig.
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