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Do, 21:00 Uhr
15.03.2018
20 Jahre Forum Berufsstart

„Macht im Leben immer das, was Euch Spaß macht!“

Es sind zwei Jahrzehnte, die seit der Premiere des Forums Berufsstarts vergangen sind. 1998 war es, da nahm die Nordhäuser Kreissparkasse die Fäden der Organisation in die Hand. Heute wurde bei einer Festveranstaltung daran erinnert…


Nach der Trommlergruppe der Kreismusikschule unter Leitung von Sven Erhardt, stieg Wolfgang Asche als Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse mit einem Rückblick in den Abend ein.


Damals – im Jahr 1998 – war es eine Aufgabe, junge Menschen in die Arbeitswelt zu bringen. Der Markt der Arbeit sah folgendermaßen aus: Mehr als 1.000 junge Menschen verließen pro Jahr die Schule und wollten/mussten sich orientieren. Das war nicht so einfach – für die Suchenden nach einem Ausbildungsplatz. Die Arbeitgeber konnten aus einer Fülle von Bewerbern wählen. Sie hatten keine Qual der Wahl.

Zwanzig Jahre später eine verkehrte Welt. Nur noch die Hälfte der jungen Menschen verlässt die Schule und will in die Arbeitswelt einsteigen – oder auch nicht. Demografischer Wandel nennt die Politik das, was scheinbar „über Nacht“ auf dieses Land hereingefallen ist. Wolfgang Asche, der diese 20 Jahre das Forum begleitete, kann davon ein „Lied“ aus eigener Erfahrung „singen“. Es ist nicht nur die Quantität, die sich bei den Bewerbern für eine Ausbildung bei der Kreissparkasse nach unten verändert hat, sondern auch die Qualität.

Das Format des Berufsstartforum hat sich im Verlaufe der beiden Jahrzehnte geändert, auch die Möglichkeit der Informationsbeschaffung und der Kommunikation zwischen Unternehmen und Jugendlichen. 68 Aussteller haben sich für einen Stand in der Wiedigsburghalle entschieden, sie werden morgen und übermorgen mehr als 100 Ausbildungsberufe erheischen. Zudem stellen 13 Hochschulen und Universitäten ihre Studienrichtungen vor. Asche dankte in seinen Ausführungen dann den Partnern der Kreissparkasse, die in Summe zu einen Erfolg beigetragen hatten.

Ein Grußwort gab es anschließend von Landrat Matthias Jendricke in seiner Funktion als Verwaltungsratsvorsitzender des Geldhauses. Der dankte dem KSK-Team für die Idee, vor allem aber für die Umsetzung und den langen Atem bei der Durchführung des Berufsstart-Forums.

Nach einem weiteren Percussionstück folgte der Festvortrag für diese Veranstaltung. Für den konnte Dr. Steffi Burkhart gewonnen werden. „Sie spinnen, die Jungen!“, so das Credo ihrer Impulse. Wer nach ihr googelt, der wird die Frau als Vertreterin der Generation Y und als deren Sprachrohr erleben. „Macht im Leben immer das, was Euch Spaß macht!“ - das war eine der Botschaften, die die Referentin dem Auditorium mit auf den Weg gab. Bleibt die Frage: Das soll die Lebensmaxime für eine Generation sein, die in den nächsten Jahrzehnten die Geschicke dieses Landes in die eigenen Hände nehmen soll?
Peter-Stefan Greiner
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Kommentare

16.03.2018, 07.47 Uhr
Skeptiker | Macht im Leben immer das, was euch Spaß macht?
Etwas weltfremd dieser Slogan... Das Leben ist nicht immer ein Wunschkonzert und manchmal heißt es auch einfach nur "Augen zu und durch". Es gibt heute wohl genug Ausbildungs- und Studienabbrecher, auch oder gerade weil sie glauben, in dieser Spaßgesellschaft muss alles Spaß machen. Das Leben ist weitaus vielfältiger - mit Höhen und Tiefen. Sicher soll und darf man sich als junger Mensch ausprobieren, aber genau dieses Ausprobieren muss irgendwann auch ein Ende haben. Leider ist es heute so, dass junge Menschen häufig schon bei Kleinigkeiten kapitulieren, anstatt sich einfach mal durchzubeißen , um dann stolz zu sein, es doch geschafft zu haben. Mit ein wenig Lebenserfahrung weiß man, dass das Leben einem nichts schenkt und man sich alles selbst erarbeiten muss. Aber genau das macht es auch aus, nämlich die Freude, es doch irgendwie geschafft zu haben. Und das sollte man den jungen Menschen mit auf den Weg geben und ihnen nicht vorgaukeln, dass das Leben ein Kinderspiel wäre.

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16.03.2018, 09.03 Uhr
Nörgler | Wohlfühlklima
Wenn jeder das macht, was ihm Spaß macht, erzeugt das ein Wohlfühlklima. So soll es doch sein. Nichts fordern, einfach machen lassen. Wir lernen nicht mehr das ABC, sondern wir schreiben , wie wir sprechen. Wir geben keine Noten mehr, das könnte ja Stress unter den Schülern erzeugen. Eigentlich braucht es keine Schulpflicht mehr, weil das grundlegende, wie richtiges schreiben und rechnen wird ja nicht mehr beigebracht. Wir senken einfach die Bildungsstandards und alle sind dem Schein nach zufrieden.

Nur jetzt tritt die Misere ans Tageslicht, die Arbeitgeber finden keine geeigneten Bewerber mehr, weder fachlich geeignet noch von der Belastbarkeit her geeignet.

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16.03.2018, 09.28 Uhr
Barbarossa´s Spross | Alles ist Weltfremd, nur nicht der Slogan.
Ja da muss ich euch recht geben. Selbstbestimmung ist was für Weicheier. Top Down ist das Credo, die Entscheidungsgewalt des kleinen Mannes/ der Jugend muss außer Kraft gesetzt werden. Wo wären wir denn wenn mein Sohn das von mir auserkorende Germanistikstudium nicht antritt!!! Oder meine Tochter die Hauswirtschaftsausbildung nicht zuende macht! Huiuiuiui da würde der Gürtel rauchen, ist ja schließlich nichts Umsonst im Leben. Junge Junge. Das würde ich dann schließlich auch auf die Politik anweden. Bürgerentscheid??? Kotz. Wo kommen wir denn dann hin wen jeder Hinz und Kunz seinen Senf zu komplexen politischen Problemstellungen geben kann. Keine Ahnung haben die doch. Wohlfühlklima? Pffffffff.... Da ist mir ein autokratisches Schreckensregime 100mal lieber. Kann ja schließlich nicht Jeder das tun was er gerne hätte. Und sowiso Selbstbestimmung ist halt was für Weicheier.
Oder nicht?

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